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text:407._der_gott_im_kasten

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-====== Der Gott im Kasten ====== 
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-In der Gegend von [[geo:Harzgerode]] und Günthersberge liegt ein uraltes Dorf, heißt [[geo:Wasserleben|Waterleben]] (Wasserleben), darinnen wohnten zu des löblichen Bischof Friedrich von Halberstadt Zeiten zwei fromme Schwestern, von denen hatte die eine ihr notdürftiges, ja gutes Auskommen, der andern aber ging alles krebsgängig, obschon sie es am Fleiß nicht mangeln ließ; betrübte sich deshalb nicht wenig und beneidete ihre Schwester, ließ ihr auch das mit Worten fühlen. Da sprach die glücklichere Schwester: Was neidest du mich? Ich habe unsern Herrgott im [[typ:Kasten]], der segnet all das Meine und gibt mir das Glück im [[typ:schlaf|Schlafe]]. Diese Worte nahm sich die arme Schwester zu Herzen, und als sie [[zeit:Ostern]] zum Nachtmahl ging, behielt sie die heilige [[typ:Hostie]] im Mund und tät sie dann heimlich daheim in ein [[typ:tuch|Tüchlein]] gewickelt in ihren Kasten. Als sie nun nach ein paar Tagen nachsehen wollte, ob der Herrgott im Kasten ihr etwas Rechtschaffenes zuwege gebracht, so sah sie, daß die Hostie [[typ:Blut]] schwitzte, wie jene, die das Weib zu [[geo:Zehdenick]] in der [[region:markbrandenburg|Mark]] vorm [[typ:fass|Bierfaß]] vergraben, und war das ganze [[typ:Tuch]], darin sie die Hostie gewickelt, von Blut durchnäßt. Erschrocken rief die Frau ihren Mann herbei, dieser zeigte es dem [[typ:Pfarrer]] an und der Pfarrer dem [[typ:Bischof]] zu [[geo:Halberstadt]], und da kam die ganze Klerisei der Umgegend, den Bischof an der Spitze, in [[typ:Prozession]], erhoben die Hostie und trugen sie unter Gesängen und mit brennenden [[typ:kerze|Kerzen]] bis nach Hauslar (andere nennen Heudeber) und wollten sie gen Halberstadt führen. Aber von dem [[typ:Altar]], auf den die Hostie dort gesetzt ward, konnte sie nicht wieder abgenommen werden, und mußte allda bleiben, blutete aber fort und fort. Da kamen so viele andächtige [[typ:pilger|Waller]], daß von ihren Gaben gar bald ein Kloster gestiftet werden konnte. Ob der armen Frau, die gern auch den Gott im Kasten haben wollte, das heilige Blut in etwas zugute gekommen, davon meldet die Sage nichts, doch ist, daß es geschehen, wohl zu hoffen. 
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-//Quellen:// 
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 283// 
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004538587|zeno.org]]// 
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch Wasserlebenkasten hostie blut tuch bischof halberstadt prozession pilger altar}} 
text/407._der_gott_im_kasten.1701258018.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)