text:38._isern_hinrik
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| - | ====== Isern Hinrik ====== | ||
| - | (1317–1382) | ||
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| - | Piderit, Geschichte der Grafsch. Schaumburg. S. 74. | ||
| - | Müllenhoff, | ||
| - | Der zweite der Grundrisse in Lappenberg’s Programm giebt sein gutes Bild. | ||
| - | In Lübeck trug um 1534 ein Kriegsschiff den Namen „isern Hinrik, | ||
| - | s. von Alten, Graf Christoffer von Oldenburg S. 162. | ||
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| - | Isern Hinrik war ein Graf von Schauenburg-Holstein, | ||
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| - | Diesen Beinamen soll er zuerst bekommen haben, als er in Kriegsdiensten des Königs von England in der Schlacht bei Cressy unter andern Heldenthaten auch den König von Frankreich (nach Andern den von Böhmen) gefangen nahm, indem er mit zwei Rittern in den feindlichen Haufen sprengte, mit der Linken den König bei dessen goldenen Halsketten faßte und herauszog, während er mit der Rechten die Trabanten niederhieb. | ||
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| - | Wegen solcher That wurde er einer der obersten Kriegshauptleute und mit Ehren überhäuft, | ||
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| - | Des Königs Ohr war zwar gegen die Verläumdungen taub, die Isern Hinriks Neider wider ihn ausstreueten. Aber die Königin gewannen sie damit, daß sie ihr vorredeten, er sei Keiner vom hohen Adel, und nur ein Deutscher Abentheurer. Sie ließ darum, in des Königs Abwesenheit, | ||
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| - | Als nun Isern Hinrik des Morgens in der Dämmerung, wie er’s zu thun pflegte, aufstand, um frische Luft zu schöpfen, und nur im Mantel ohne Wehr und Waffen in den Hof trat, da sprang ihn der Löwe ingrimmig an und brüllte fürchterlich. Isern Hinrik aber, unerschrocken wie immer, blickte ihn fest an, hob die Faust etwas gegen ihn und sprach mit ernster Stimme: „Bis stille, bis stille, du frevelicher Hund!“ Und alsobald legte sich der Löwe still und stumm demüthig zu des Grafen Füßen, der ihn dann in seinen Zwinger gehen hieß. Darüber entsetzten sich seine Widersacher, | ||
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| - | Andere sagen: er wäre einst, als er mit vielen vornehmen Engländern vor dem Gitter gestanden, freiwillig zu dem Löwen in den Käfig gegangen, sprechend: „Ist Jemand unter Euch von so gutem Adel als ich, der thue mir’s nach,“ hätte dann dem Löwen sein Kränzlein, das er des Hoffestes wegen getragen, auf’s Mähnenhaupt gesetzt, sei dann langsam und ungefährdet wieder herausgetreten, | ||
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| - | Die Städter, nämlich die Lübecker und Hamburger, hat er anfangs nicht gut leiden können. Denn ihm war’s verhaßt, daß diese Mauerhocker und Krämer, wie er sie nannte, zu so großer Macht und Herrschaft gekommen waren, weshalb er auch den räuberischen Edelleuten seines Landes durch die Finger sah, wenn sie die Hansischen Wagen plünderten. Die Städter griffen, um sich zu vertheidigen, | ||
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| - | Inzwischen hatte Isern Hinrik der Städter Tapferkeit und ihre Rechte besser kennen gelernt, darum versprach er sie zu schützen gegen die Straßenräuber und Buschklepper, | ||
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| - | Seitdem lebte Isern Hinrik mit den Hamburgern in gutem Vernehmen, bis auf die Zwistigkeiten wegen der vergebens von ihm verlangten Huldigung; er kam zuweilen hieher und wurde hoch geehrt, denn seine herrlichen Kriegesthaten waren bekannt und das Volk hielt ihn werth, und erzählte sich viel von seinen Ritterfahrten und Heldenstücken. | ||
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| - | Und als später vor dem Dammthore, welches dazumal hart an der Alster, unfern der Reesendammsbrücke gelegen hat, ein neuer Zwingthurm zur Befestigung der Außenwerke gebaut wurde, da nannte man diesen Thurm, dem starken Grafen zu Ehren, Isern Hinrik. Er blieb stehen, als Stadt und Festung erweitert wurde und diente zuletzt, ehe er 1728 abgebrochen wurde, einigen Reitendienern zur Wohnung. | ||
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| - | Von diesem Grafen schreibt sich die noch heutigen Tages hie und da übliche Redensart her, mit der man einen festen, unerschrockenen Mann bezeichnet: „he iss’n rechten isern Hinrik.“ | ||
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