text:339._jungfrau_lorenz
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| - | ====== Jungfrau Lorenz ====== | ||
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| - | In der Nähe von Tangermünde war früher ein großer und weitausgedehnter Forst, dieser war Eigentum einer Jungfrau des Namens Lorenz. Der Wald war also groß, daß seine Herrin, als sie eines Tages in demselben lustwandelnd sich erging, sich verirrte und sich nimmer zurechtfinden konnte. Drei Tage lang irrte sie verzweifelnd in dem Waldesdickicht umher, nährte sich von Beeren und trank aus Rieselbächen. Sie glaubte schier, nie wieder des Waldes Ende zu finden und darinnen sterben zu müssen, so sehr sie auch den Himmel anrief, ihr Hülfe zu senden. Siehe da, als sie am dritten Tage wieder recht inbrünstig gebetet hatte, erschien ein Hirsch, der hatte ein Geweih wie Elche so groß und nahte ihr ganz zahm, neigte sich vor ihr und schaufelte sie, ehe sie sich's versah, mit seinem mächtigen Geweih vom Boden empor und auf seinen Rücken und trug sie fort, immerfort durch den weiten Wald, sanft und recht wie stolz auf seine Last, bis sie endlich den Wald sich lichten und beim Heraustritt die Tore von Tangermünde vor sich liegen sah. So kam Jungfrau Lorenz wieder in ihrer Heimat an und erfüllte sogleich ein Gelübde. Sie schenkte einen guten Teil des Waldes der Nikolaikirche zu Tangermünde, | ||
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