text:310._huetchen
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| text:310._huetchen [2023/10/11 14:46] – angelegt ewusch | text:310._huetchen [2024/02/28 11:48] (aktuell) – gelöscht ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | [[sagen: | ||
| - | **[[buch: | ||
| - | [[sagen: | ||
| - | ====== Hütchen ====== | ||
| - | |||
| - | Da Bischof Bernhard zu Hildesheim regierte, fand sich in seiner Residenz ein eigentümlicher Kobold ein, welcher nicht wie jener vielförmige Hinzelmann vorzog, unsichtbar zu bleiben, sondern sich vor jedermann in einem Bauernkleide sehen ließ, sehr fromm und gutmütig erschien und beständig einen spitzen Filzhut tief über das Gesicht trug, daher ihn das Gesinde bald nicht anders nannte als Hödeken, das ist Hütchen, weil man von seinem Kopfe eigentlich nur den Hut sah. Dieser seltsame Geist ließ sich gern in mancherlei Gespräche ein, gab guten Rat, fragte und antwortete und erzeigte sich gefällig und hülfreich. Zu einer Zeit, da Graf Hermann von Winzenburg durch einen seiner Vasallen wegen schlimmen Handels und begangener Untat samt seiner Gemahlin ermordet worden war und dadurch des Grafen Land herrenlos, weil er noch keine Kinder hatte, trat Hütchen in derselben Stunde, in welcher die Tat geschah, in des Bischofs Schlafgemach, | ||
| - | |||
| - | So leistete Hütchen gute und nützliche Dienste und erwies sich vielen hülfreich. Einem armen Nagelschmiede schenkte er ein halbes Hufeisen, Nägel daraus zu schmieden, jeder Nagel aber, den der Mann daraus fertigte, ward zu Gold. Der Tochter desselben gab er eine Rolle Spitzen, die kein Ende nahm, soviel man davon maß, doch durfte eine gewisse Zahl Ellen nicht überschritten werden. Ein Domherr zu Hildesheim, dem der Wein besser zu Halse ging als die Weisheit und die Wissenschaft, | ||
| - | |||
| - | Zu Hildesheim hatte ein Mann ein schönes Weib mit einem vielliebenden Herzen, der mußte verreisen und übertrug dem Hütchen die Hut und Ehrenwache. Welche Not aber Hütchen hatte, diesem Ehrenamte vorzustehen, | ||
| - | |||
| - | Da aber Hütchen neben großer Gefälligkeit doch jezuweilen die schlimme Koboldnatur blicken ließ, sich zornig und rachsüchtig zeigte, auch unnachsichtig der Dienerschaft Fehler rügte, so wurde er dem Gesinde und endlich auch dem Bischof selbst doch zur Überlast, und so bannte ihn durch kräftige Beschwörung der Bischof von Hildesheim hinweg. | ||
| - | |||
| - | // | ||
| - | * // | ||
| - | * // | ||
| - | |||
| - | ---- | ||
| - | {{tag> | ||
text/310._huetchen.1697028380.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
