text:3._die_rolandssaeulen
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| - | ====== Die Rolandssäulen ====== | ||
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| - | In den Städten und selbst in einzelnen Flecken der Mark Brandenburg trifft man häufig große steinerne Säulen eines geharnischten Mannes an. Sie stehen in der Mitte des Orts, in den Städten auf dem Markte in der Nähe des Rathhauses. Sie heißen Rolandssäulen. Die gemeine Meinung des Volks ist, daß sie den Ritter Roland, den großen Vetter des großen Kaisers Carl, vorstellen, der ein Schirmer und Beschützer der Gerechtigkeit gewesen sei. Die Gelehrten nehmen an, daß das Wort eigentlich Rugelandssäulen, | ||
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| - | Von diesem Roland gehen manche artige Sagen im Munde des Volkes. | ||
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| - | Einst kam des Abends spät ein Bürger der Stadt [[geo: | ||
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| - | Der alte Roland hatte die Narrheiten lange mit seinem ernsten, strengen Gesichte angesehen. Aber auf einmal drehete der steinerne Riese sich auf seinem Gerüste rund herum, dem Narren den Rücken zu, als wenn er die Thorheiten nun nicht mehr ansehen könne. Da wurde der arme Bürgersmann vor Schreck urplötzlich nüchtern, und es überkam ihn eine solche Angst, daß er nicht von der Stelle weichen konnte. Er rief laut um Hülfe: „He dheit mi wat! he dheit mi wat!“ (Er thut mir was! er thut mir was!), und man mußte ihn fast krank nach Hause tragen. Der Roland stand am anderen Morgen wieder wie früher, sein großes steinernes Gesicht überschaute wieder den Marktplatz, als wenn nichts passirt wäre. Der Mann aber betrank sich in seinem Leben nicht mehr, und es besteht seitdem in Stendal ein Sprichwort, womit man den Uebermuth des Trunkes warnt: | ||
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| - | „He dheit mi wat, he dheit mi wat!\\ | ||
| - | Is doch, as hätt’ ich dat Drinken satt!“\\ | ||
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