text:19_der_moench_und_die_nonne_zu_eisenberg
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| - | ====== Der Mönch und die Nonne zu Eisenberg ====== | ||
| - | S. Back a. a. O. Bd. II. S. 363 fgg. | ||
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| - | Jedermann hat zur Zeit Herzog Christians gewußt, daß ein Mönch und eine Nonne allnächtlich im Schloßgarten Umgang gehalten haben. Damals war der Schloßgarten noch ganz anders beschaffen als jetzt. Der sogenannte Balthasarsche Garten war ein Waldgehege, wo der Fürst zahmes Wild hielt, unter andern ein weißes Hirschpaar, so zahm, daß es der fürstlichen Frau aus der lilienweißen Hand fraß und sie oft auf ihren Gängen begleitete, oder das auch allein in der Stadt herumlief, weil Alle die fürstlichen Lieblinge kannten. Dichtbelaubte Obstbäume, einige Eichen, wilde Kastanien, Buchen und Ahorn, untermischt von ein paar Fichten, bildeten fast von der Mitte des Gartens bis an den Bogengang des Lustgartens einen kleinen Wald, während oben am Bergabhange hin, von dem Pförtchen in der Schloßhofsmauer an bis zum Laboratorium ein schmaler Fußsteig unter Obstbäumen hinführte. Auf diesem Wege wandelten, sobald die eilfte Stunde vom Thurme ertönte, eine Nonne in grauem Gewande und ein Mönch mit seiner Kutte schweigend und still durch die Nacht; das Mauerpförtchen öffnete sich geräuschlos und nach einigen Schritten nach dem Schlosse zu waren Beide verschwunden, | ||
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| - | Die erwähnten zahmen Hirsche kamen später wieder in den Wald, nahmen ihre ursprüngliche Wildheit wieder an, wurden aber von allen Jägern geschont, nicht allein wegen ihrer Farbe, sondern weil sie die Lieblinge des allgeliebten Fürstenpaares gewesen waren. Ein zu Anfange dieses Jahrhunderts im Mühlgrunde geschossener Hirsch soll das Wappen Christians und die Jahrzahl 1704 eingebrannt geführt haben. | ||
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| - | Ob diese Sage mit dem unterirdischen Gange, der das Nonnenkloster in der Altstadt mit einigen Gebäuden der neuen Stadt verband, wie man jetzt entdeckt hat (s. Back Bd. II. S. 397 fgg.), zusammenhängt, | ||
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