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text:116._herr_gryn_und_der_loewe

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-====== Herr Gryn und der Löwe ====== 
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-Zu [[geo:Köln]] saß auf dem geistlichen Herrscherstuhle [[typ:Erzbischof]] Engelbert, der hatte viel Streitens mit der Bürgerschaft, das bis zum blutigen Kampf gedieh. Dieser Bischof hatte einen [[typ:löwe|Löwen]], den hatten ihm zwei Domherren aufgezogen. Gegen den Bischof stand im steten Streite der [[typ:Bürgermeister]] der Stadt, Herr Hermann Gryn, und hielt zur Gemeinde und verteidigte deren Rechte, doch war er mit den Domherren gleichwohl persönlich nicht verfeindet.  
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-So luden die zwei, welche des Erzbischofs enge Freunde waren, eines Tages – es soll im Jahre 1266 sich zugetragen haben – den Bürgermeister zu sich ein zu einem [[typ:Gastmahl]] und brachten das Gespräch auf den Löwen, den sie heimlich hatten fasten und sehr hungrig werden lassen, und erboten sich, vor dem Essen ihm den Löwen sehen zu lassen. Sie führten Hermann Gryn an die Pforte des Löwenzwingers, öffneten diese und stießen ihn unversehens hinein, worauf sie die Türe zuschlugen und vermeinten, der [[typ:Löwe]] werde ihn alsobald zerreißen.  
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-Der Löwe, als er den Mann sah, riß den Rachen mit den scharfen Zähnen weit auf, schlug einen Schweifring und legte sich nach Katzenart zum Sprunge; Herr Hermann Gryn aber, wie er sah, was ihm drohte, schlang rasch seinen [[typ:Mantel]] um den linken Arm und faßte seine Gugel, die er in der Hand hielt, fest und zog sein [[typ:Schwert]] und wartete nicht, bis der [[typ:Löwe]] sprang, sondern stürzte sich auf ihn mit gezücktem Schwerte, fuhr ihm mit dem linken Arm in den Rachen hinein und durchstieß ihn mit dem Schwerte.  
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-Dann gewann er einen Ausgang und ging, ohne gegessen zu haben, seinem Hause zu. Dieses Mittagessen bekam aber den beiden Domherren gar übel, denn der [[typ:Bürgermeister]] sandte seine Häscher unversehens und ließ sie greifen und [[typ:hängen|aufhenken]] an einen Balken gleich am Tore des Chorherrenhauses neben dem [[kirche:domköln|Dom]], das nannte man seitdem das Pfaffentor. Darauf wurde zum Andenken solchen Mutes das Bild Gryns mit noch dreien andern Löwenbändigern in Gesellschaft in Stein ausgeführt und zur Zier über dem Pfeilerbogengang am Rathaus angebracht, da sieht man die Mär von Herzog Heinrich dem Löwen, Simsons Löwenkampf und Daniel in der Löwengrube dem Kölner Löwensieger beigesellt. 
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-//Quellen:// 
-  * //Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch. Meersburg und Leipzig 1930, S. 97// 
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004535677|zeno.org]]// 
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch köln streit 1266 erzbischof bürgermeister einladung list gastmahl löwe HermannGryn schwert hängen}} 
text/116._herr_gryn_und_der_loewe.1667678451.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)