text:105_der_arme_musikant_auf_dem_schauenforst
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| - | ====== Der arme Musikant auf dem Schauenforst ====== | ||
| - | Nach Greß a. a. O. S. 126 fg. | ||
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| - | Es war einmal ein armer Musikant, der hieß Waldsachs, gesucht und bekannt im ganzen Hexengrunde wegen seiner Fidel, mit der er an allen Kirchweihen, | ||
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| - | Da hatte er denn auch wieder einmal an einem zweiten Pfingstfeiertag in einem Dorfe bei Orlamünde zum Tanze aufgespielt und als der Tanz zu Ende war, ging er schon tief in der Nacht mit zwei Kameraden heim. Allein vorher beschlossen sie, erst noch hinauf auf den Schauenforst zu steigen und sich droben vom weißen Fräulein Gold und Wein zu holen. Denn sie hatten gehört, daß sie gerade in dieser Nacht denen, die da Muth hätten sie zu besuchen, gnädig sei und sie gern mit ihren Gaben beschenke. So stiegen denn die drei jungen Burschen keck und muthig den Berg hinan, geraden Weges auf die alte Burg zu, die im Mondenlicht flimmernd herabglänzte. Je näher sie aber dem alten Bau kamen, desto ängstlicher wurden die beiden Gefährten des Waldsachs. Es schien ihnen, als lugten bärtige Gesichter aus den zerfallenen Fenstern und als funkelte aus dem Innern heller Kerzenglanz, | ||
| - | Als er aber geendet hatte, da trat mitten aus der Gesellschaft das weiße Fräulein hervor, welches er bis jetzt noch nicht bemerkt hatte, den weißen Schleier hatte sie zurückgeschlagen und schaute ihn so wundersam mit ihren blitzenden Zauberaugen an, daß ihm schier die Sinne vergingen und er kaum sah, daß sie ihm auf silberner Schale umgeben von Goldmünzen einen goldnen Becher voll funkelnden, duftigen Weines darreichte. Doch er ermannte sich, ergriff hastig den Becher und trank ihn mit langen, durstigen Zügen aus bis auf den Grund und setzte ihn dann wieder sich tief verneigend auf die silberne Schale nieder. | ||
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| - | Da mit einem Male durchströmte ihn ein nie gekanntes Feuer, er glaubte sich in unbekannte Welten versetzt, er sah nur noch die sinnbethörenden Augen des weißen Fräuleins und sank dann betäubt nieder auf den grünen, weichen Moosboden des Burghofes. Als er aber am andern Morgen erwachte, da bewieß ihm die neben ihm stehende silberne Schale mit den funkelnden Goldmünzen, | ||
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