text:10._die_alte_glocke_in_koblake
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| - | ====== Die alte Glocke in Koblake ====== | ||
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| - | Ueber die Altmark. I. 167. | ||
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| - | Das Dorf Großen-Möhringen hatte zu derselben Zeit auf seinem Kirchthurme keine Glocke. Ein Bauer aus dem Dorfe fuhr daher nach der alten Mauer, um zu sehen, ob er die Glocke nicht losmachen und bekommen könne. Er fuhr ganz allein hin, und hatte nur ein einziges Pferd vor dem Wagen. Doch konnte er sie ohne Mühe aus der Erde aufheben und auf seinen Wagen heben, und das Pferd jagte im Galopp damit zum Dorfe. Daselbst wurde sie mit vielen Feierlichkeiten auf den Kirchthurm gehangen, wo sie denn ein gar wundersam schönes Geläute gab. Besonders ärgerte und neckte sie die Stendaler. Denn wenn es nun in Großen-Möhringen läutete, so klang das noch in der Stadt Stendal so hell, daß die Leute nicht anders glaubten, als es werde zum Dome geläutet, und sie eilten nun, in die Kirche zu kommen. Und doch ist Großen-Möhringen eine starke Meile von der Stadt entfernt. Die hochmüthigen Stendaler ließen daher auf dem Thurme zu Möhringen nach der Stadtseite hin die Schallöcher vermauern, wie das noch jetzt zu sehen ist. Allein das half ihnen nichts, und die Glocke betrog sie wie früher, bis sie zuletzt, weil das Dorf arm war und Geld nöthig hatte, Anno 1649 für 290 Thaler nach Magdeburg verkauft wurde. In Magdeburg soll sie noch sein. | ||
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