sagen:zauberbannharz041
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| + | ====== Die vier Hufeisen zu Ellrich ====== | ||
| + | Es war an einem Sonntagmorgen. Lieblicher Friede lag auf Tal und Höhen, heller Glockenton rief die Andächtigen ins Gotteshaus des Städtchens [[geo: | ||
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| + | Dort lagen schon in einem Saal zwei mächtige Weinfässer bereit. Es hatten nämlich die Ritter für den Tag ein großes Gelage angesetzt, bei welchem sie ihre Tüchtigkeit als Trinker erproben wollten. Dem Sieger war als Dank eine schwere goldene Kette bestimmt, doch musste er, um dieselbe zu erlangen, alle übrigen Zecher dergestalt unter den Tisch trinken, dass keiner mehr imstande war, ihm zu wehren, die Kette zu nehmen, sie umzuhängen und sich damit dem Volk als Sieger zu zeigen. | ||
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| + | Als alle Eingeladenen vollzählig erschienen waren, begannen die Diener die Humpen zu füllen, und ohne Aufhören machten dieselben die Runde. Um Mittag fiel der Erste der Zecher unter wildem Lachen und Hohngeschrei der Übrigen sinnlos betrunken zu Boden. Nun währte es nicht mehr lange, dass einer nach dem anderen der Ritter von den bereitstehenden Dienern aufgehoben und an die Seite des Gemaches gelegt werden musste. Als es zur Vesper läutete, saßen nur noch vier Trinker aufrecht vor den Weinfässern. Als sie sich aber erheben wollten, musste dreien die Wand als Stützpunkt dienen, damit sie nicht ihrer Kumpane gleich zu Boden stürzten. Nur der wilde und berüchtigte Graf [[vip: | ||
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| + | Mit der prächtigen Kette geschmückt, | ||
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| + | Als er bei der Kirche des heiligen Nikolaus vorbeiritt, wurde gerade die Vesper gesungen. In seiner Trunkenheit kam ihm der sündige Gedanke, sich auch dort dem versammelten Volk als Sieger zu zeigen. So lenkte er denn sein Pferd durch die offen stehende Kirschentür. Erschreckt hielten die Andächtigen in ihrem Gesang inne und blickten strafend auf den Frevler. Diesen aber belustigten nur die warnenden und entsetzten Blicke der Gemeinde. Im tollsten Übermut trieb er seinen Rappen an, ihn bis zum Altar zu tragen. Da plötzlich zuckte aus heiterem Himmel ein greller Blitz. Getroffen sank der Ritter mit seinem Pferd zu Boden. Starr vor Schreck blickten die Versammelten auf den Altar, vor dem dieses Himmelswunder geschehen und vor welchem nur die vier Hufeisen des samt seinem Herrn vernichteten Pferdes lagen. | ||
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| + | Lange konnte man dieselben an der Kirchentür in Ellrich sehen, wo man sie zur Erinnerung an den so furchtbar gerächten Frevel des Grafen von Klettenburg angenagelt hatte. Erst nach Jahrhunderten, | ||
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sagen/zauberbannharz041.1710854867.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
