sagen:zauberbannharz007
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| + | ====== Die Schäfertürme zu Quedlinburg ====== | ||
| + | Zwei Schäfer aus [[geo: | ||
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| + | Da gewahrten sie zu ihrem größten Erstaunen, dass die Hunde sich plötzlich von der Herde entfernten und mit wilden Sätzen in den Wald hineinsprangen, | ||
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| + | Die Schäfer pfiffen, riefen, doch nichts lockte die Hunde zurück. Unaufhaltsam stürmten sie weiter und waren bald im Dickicht verschwunden. | ||
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| + | Verwundert blickten sich Vater und Sohn an, denn so etwas war ihnen noch nie vorgekommen. Noch niemals hatten die Hunde es gewagt, sich auch nur um einige Schritte von der Herde zu entfernen. | ||
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| + | Schnell liefen deshalb beide den Tieren nach, deren Spur sie im Wald im hohen Gras leicht entdecken konnten. Der junge Schäfer verfolgte dieselbe, indessen der Alte am Wiesenrand stehen blieb, damit die Herde nicht unbewacht bleibe und nicht etwa ein Wolf die günstige Gelegenheit wahrnähme, sich einen Morgenimbiss zu holen. Nach wenigen Minuten hörte der Alte das laute Bellen seiner Hunde. Kurz darauf rief ihn sein Sohn, und zwar, wie es dem Schäfer schien, mit ängstlicher Stimme. In der Furcht, demselben könnte ein Unglück zugestoßen sein, drang er schnell vorwärts. Aber er war hoch erstaunt, als er nach wenigen Schritten den Wald ganz verändert fand. Anstatt der jungen Stämmchen erhoben sich riesige, alte Eichen und Buchen und dazwischen hindurch schimmerte ihm das graue Gemäuer einer [[ding: | ||
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| + | Nur ein schwacher Lichtstrahl erhellte die Kapelle, sodass die Schäfer wenig deutlich einen Wirrwarr von Trümmern und Steinblöcken unterscheiden konnten, jedoch wurde ihnen bald klar, dass hier eine gewaltsame Zerstörung stattgefunden haben musste. | ||
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| + | Hinter den Altartrümmern fanden sie endlich die Hunde, welche mit solchem Eifer dort die Erde aufkratzten, | ||
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| + | Unterdessen waren die Hunde schon wieder zu der Öffnung zurückgesprungen und scharrten emsig weiter. Bald wurde denn auch eine zweite Kiste sichtbar. Als die Schäfer auch diese herausgehoben und geöffnet hatten, fanden sich darin die wertvollsten goldenen Leuchter und Becher. | ||
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| + | Nun waren die Hunde plötzlich beruhigt und rannten eilig zu der verlassenen Herde zurück. Die Schäfer folgten ihnen langsam, erst eine und dann die andere Kiste mühsam dahintragend. | ||
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| + | Nun waren die beiden armen Hirten auf einmal reiche Leute geworden und wussten nicht, was sie mit all dem Gold beginnen sollten. Sie sannen lange hin und her. Dann aber kam ihnen ein guter Gedanke, wie sie ihren Schatz am besten verwenden könnten. | ||
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| + | In der Neustadt war ein Gotteshaus erbaut, das aber voraussichtlich noch lange ohne Türme und Glocken bleiben musste, da das Geld zum Weiterbau fehlte. Dieser Bau sollte durch den Schatz vollendet werden. So hatten es die beiden Hirten beschlossen. | ||
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| + | Sie gingen zu der Äbtissin des [[kirche: | ||
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| + | Mit Freuden wurde der Vorschlag angenommen. Schnell erhoben sich die Türme des Gotteshauses, | ||
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| + | Kaum war aber in Quedlinburg die Begebenheit mit dem Schatze bekannt geworden, da zogen viele in den Wald, um die Kirche zu sehen, aber keiner hat dieselbe erblickt. Nicht einmal die Schäfer konnten sie wiederfinden. | ||
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| + | Aus Dankbarkeit ließ man die Gestalten der beiden Hirten mit ihren Hunden in Stein hauen und auf die Mauern der Türme setzen. Ihre Schafpelze und andere Kleidungsstücke wurden in der Sakristei der Nikolaikirche aufbewahrt. | ||
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sagen/zauberbannharz007.1710854332.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
