sagen:zauberbannharz005
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| ====== Die Daneilshöhle ====== | ====== Die Daneilshöhle ====== | ||
| - | Es kam einmal, dass der alte steinerne Roland auf dem Markt zu Halberstadt ein Beichtvater wurde, und zwar der Beichtvater eines armen geängstigten Weibes, welches dadurch aus seinem Unglück gerettet wurde. | + | Es kam einmal, dass der alte [[ding: |
| Die Sache aber verhielt sich so: Nördlich von der Stadt, etwa eine Meile Weges, breitet sich ein dunkler, bewaldeter Höhenzug aus. Von seinem Gipfel grüßen die Türme eines alten Klosters den Wanderer, der aus den Toren tritt und durch die sonnige, lachende Ebene gegen die blauen Berge pilgert, wo bald kühler Buchenschatten den Müden aufnimmt. Gar viel hat der Wald da geschaut in alter, wildbewegter Zeit. Ritter und fromme Mönche, Wegelagerer und allerlei verlorenes Volk haben hier gehaust. Dröhnende Schwerthiebe tapferer Krieger mischten sich mit Orgeltönen, | Die Sache aber verhielt sich so: Nördlich von der Stadt, etwa eine Meile Weges, breitet sich ein dunkler, bewaldeter Höhenzug aus. Von seinem Gipfel grüßen die Türme eines alten Klosters den Wanderer, der aus den Toren tritt und durch die sonnige, lachende Ebene gegen die blauen Berge pilgert, wo bald kühler Buchenschatten den Müden aufnimmt. Gar viel hat der Wald da geschaut in alter, wildbewegter Zeit. Ritter und fromme Mönche, Wegelagerer und allerlei verlorenes Volk haben hier gehaust. Dröhnende Schwerthiebe tapferer Krieger mischten sich mit Orgeltönen, | ||
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| Mit Ehrfurcht Wand’rer zieh den Hut\\ | Mit Ehrfurcht Wand’rer zieh den Hut\\ | ||
| - | Denn unterm Dome dieser Buchen\\ | + | Denn unterm |
| Hat Schatten, so wie du zu suchen,\\ | Hat Schatten, so wie du zu suchen,\\ | ||
| Held Gustav Adolf einst geruht.\\ | Held Gustav Adolf einst geruht.\\ | ||
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| Wütend, dass Hannchen seiner Rache entgangen war, schloss er mit furchtbarem Gerassel seine Behausung und verrammelte sie dermaßen, dass an ein Eindringen nicht zu denken war. Einer der Hauptleute meinte, man solle den Räuber aushungern, doch erfuhr er bald von Hannchen, dass ein solches Vorhaben sehr langwierig werden müsse, da die Höhle für lange Zeit Speise und Trank berge. | Wütend, dass Hannchen seiner Rache entgangen war, schloss er mit furchtbarem Gerassel seine Behausung und verrammelte sie dermaßen, dass an ein Eindringen nicht zu denken war. Einer der Hauptleute meinte, man solle den Räuber aushungern, doch erfuhr er bald von Hannchen, dass ein solches Vorhaben sehr langwierig werden müsse, da die Höhle für lange Zeit Speise und Trank berge. | ||
| - | Sinnend blickten die Hauptleute und Stadtknechte einander an, jeder suchte sich durch Erfindung eines guten Eroberungsplanes hervorzutun. Aber alle die vorgebrachten Gedanken waren unausführbar, | + | Sinnend blickten die Hauptleute und [[lex: |
| Daneil, der Zeuge der Verhandlungen war, freute sich hämisch über den Streit und hoffte, dass derselbe bis zum Anbruch der Nacht währen würde. Wenn sich dann die Mehrzahl der Gesellen zurückgezogen hätte, wollte er heimlich entwischen oder falls ihm dies nicht gelänge, sich mit seinen kampfgewohnten Fäusten durchschlagen, | Daneil, der Zeuge der Verhandlungen war, freute sich hämisch über den Streit und hoffte, dass derselbe bis zum Anbruch der Nacht währen würde. Wenn sich dann die Mehrzahl der Gesellen zurückgezogen hätte, wollte er heimlich entwischen oder falls ihm dies nicht gelänge, sich mit seinen kampfgewohnten Fäusten durchschlagen, | ||
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sagen/zauberbannharz005.1710862220.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
