sagen:zauberbannharz004
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| ====== Das Weinfass auf Spiegelsberge ====== | ====== Das Weinfass auf Spiegelsberge ====== | ||
| - | Heinrich Julius von Braunschweig, | + | Heinrich Julius von Braunschweig, |
| An einem schönen Sommerabend saß derselbe in Gesellschaft eines anderen Bischofs, der bei ihm zu Gast war, draußen vor seinem Schloss, erfreute sich an den interessanten Schilderungen, | An einem schönen Sommerabend saß derselbe in Gesellschaft eines anderen Bischofs, der bei ihm zu Gast war, draußen vor seinem Schloss, erfreute sich an den interessanten Schilderungen, | ||
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| Noch nie wurden die Schafe so schnell unter Dach und Fach gebracht, denn der Schäfer konnte die Zeit nicht erwarten, wo er seiner Braut das unerwartete Glück verkünden konnte. Wie Konrad bat, seine Liese möge nun auch dem gütigen Bischof danken, da weigerte sich diese erst, denn sie fürchtete noch eine tüchtige Strafpredigt für ihre Verführung zu bekommen. Endlich aber entschloss sie sich dazu und ging klopfenden Herzens den sauren Weg. Doch sie kam leichteren Kaufs davon, als sie gefürchtet hatte, denn Bischof Heinrich klopfte ihr freundlich die Wangen und sprach: »Füge dich nur in allen Stücken dem Willen deines Konrad, denn der ist brav und gut, und vor allem lerne von ihm das Sprichwort, dass ehrlich am längsten währt. Dann wird es stets gut um euch bestellt sein.« | Noch nie wurden die Schafe so schnell unter Dach und Fach gebracht, denn der Schäfer konnte die Zeit nicht erwarten, wo er seiner Braut das unerwartete Glück verkünden konnte. Wie Konrad bat, seine Liese möge nun auch dem gütigen Bischof danken, da weigerte sich diese erst, denn sie fürchtete noch eine tüchtige Strafpredigt für ihre Verführung zu bekommen. Endlich aber entschloss sie sich dazu und ging klopfenden Herzens den sauren Weg. Doch sie kam leichteren Kaufs davon, als sie gefürchtet hatte, denn Bischof Heinrich klopfte ihr freundlich die Wangen und sprach: »Füge dich nur in allen Stücken dem Willen deines Konrad, denn der ist brav und gut, und vor allem lerne von ihm das Sprichwort, dass ehrlich am längsten währt. Dann wird es stets gut um euch bestellt sein.« | ||
| - | Herzog Heinrich Julius erhielt wirklich um das Jahr 1594 das Fass, welches einhundertfünfzig Fuder Wein fassen konnte, sechzehn Fuß hoch und dreißig Fuß lang war. Anfangs lag es in Groningen, später aber, im Jahre 1780, erhielt es der Domdechant Spiegel als Geschenk von König Friedrich II. Er ließ es nach Halberstadt bringen, wo ein eigens für dasselbe erbautes Schlösschen auf Spiegelsberge es aufnahm. | + | Herzog Heinrich Julius erhielt wirklich um das Jahr 1594 das Fass, welches einhundertfünfzig Fuder Wein fassen konnte, sechzehn Fuß hoch und dreißig Fuß lang war. Anfangs lag es in Groningen, später aber, im Jahre 1780, erhielt es der Domdechant Spiegel als Geschenk von [[vip: |
| Auch heute wandert noch jeder Besucher Halberstadts hinauf zum anmutigen Hügel, staunt das riesige Fass an und erfreut sich der herrlichen Aussicht, die man von dort aus genießt. Schattige Laubgänge führen zur Ruhestätte des Domdechanten von Spiegel, der hier inmitten der von ihm geschaffenen Anlagen ruht. | Auch heute wandert noch jeder Besucher Halberstadts hinauf zum anmutigen Hügel, staunt das riesige Fass an und erfreut sich der herrlichen Aussicht, die man von dort aus genießt. Schattige Laubgänge führen zur Ruhestätte des Domdechanten von Spiegel, der hier inmitten der von ihm geschaffenen Anlagen ruht. | ||
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