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sagen:wildemann

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-====== Wildemann (Ey) ======+[[sagen:der_wilde_jaeger_und_der_bergmoench|<<< zurück ]] | **[[buch:sagenmaerchenoberharz|Sagen und Märchen aus dem Oberharz]]** | [[sagen:die_engelgloecklein| weiter >>>]]
  
-Als die ersten Bergleute in den [[region:Harz]] kamen und von [[geo:Zellerfeld]] aus in die Umgegend gingen und Erze suchten, kamen sie auch in das Innerstetal, da, wo die Bergstadt [[geo:Wildemann]] ist. Die Innerste war gerade angeschwollen gewesen und hatte einige Gänge aufgewaschen. Diese fanden die Bergleute, dabei gerieten sie aber auch auf eine Menschenspur, die im Innersteschlamm zu sehen war. Die Bergleute wussten, dass keine Menschen weiter im [[region:Harz]] waren als sie. +====== Wildemann ======
  
-Deshalb suchten sie weiter und sahen bald darauf einen Menschen in der Nähe der Gänge, der lief nackend und sein Weib auchbeide hatten Mooskappen auf dem Kopf und einen Laubgürtel um den Leib. Wenn ihnen die Bergleute nahe kamen, so rannten sie fort, so scheu und wild waren sie, und verstanden auch nichtwenn sie gerufen wurden. Oft hatten die Bergleute [[typ:Jagd]] darauf gemacht, sie aber niemals erwischt+Als die ersten Bergleute in den [[region:Harz]] kamen und von [[geo:Zellerfeld]] aus in die Umgegend gingen und Erze suchten, kamen sie auch in das Innerstetalda, wo die Bergstadt [[geo:Wildemann]] ist. Die Innerste war gerade angeschwollen gewesen und hatte einige Gänge aufgewaschen. Diese fanden die Bergleutedabei gerieten sie aber auch auf eine Menschenspur, die im Innersteschlamm zu sehen war. Die Bergleute wussten, dass keine Menschen weiter im Harz waren als sie
  
-Deshalb gaben sie ihrem Herrn, dem Herzog von [[geo:Braunschweig]], Nachricht davon und der ließ sagensie möchten die wilden Menschen fangen, mit Schlingen oder mit [[typ:Bogen]] und [[typ:Pfeil]]sie aber ja am Leben lassen und dann nach Braunschweig schickenDie Bergleute gaben sich alle mögliche Mühedie Menschen zu fassen, es misslang aber immer. Endlich verwundete man den Mann so, dass er nicht fort konnte, und fing ihn dadurch. Er war groß und starkhatte einen langen dicken Bart und lebte mit seinem Weibdas ihm ähnlich war, in dieser Einsamkeit des WaldesSie ernährten sich von Beeren und Wildfleischund der Mann hatte einen ziemlich starken [[typ:tanne|Tannenbaum]] in der Hand, den er auch als [[typ:Waffe]] gebrauchte. Dabei konnten sie furchtbar schnell laufen, waren gelenkig wie die [[typ:eidechse|Eidechsen]] und stark wie [[typ:riese|Riesen]]. Es war daher keine Kleinigkeit, den Mann zu fangen. Was das für ein Kampf war, kann man gar nicht erzählen+Deshalb suchten sie weiter und sahen bald darauf einen Menschen in der Nähe der Gängeder lief nackend und sein Weib auchbeide hatten Mooskappen auf dem Kopf und einen Laubgürtel um den LeibWenn ihnen die Bergleute nahe kamen, so rannten sie fort, so scheu und wild waren sie, und verstanden auch nichtwenn sie gerufen wurdenOft hatten die Bergleute Jagd darauf gemacht, sie aber niemals erwischt
  
-Als die den [[typ:wildermann|wilden Mann]] gefangen hattensollte er arbeitener tat es aber nicht. Man fragte ihn, woher er wäre, und was er getan hätteer antwortete aber nicht. Man reichte ihm Essen und Trinken, er berührte nichtsDabei sah er immer zu der Gegend hinwo die Gänge warenals könne er sich nicht davon trennenBis dahin hatte man zwar Ganggestein gefundenes war aber kein [[typ:Erz]] darinDa nun der Mann durchaus stumm war und blieb und auch kein Wort verstehen wollte oder konnteso schickte man ihn nach [[geo:Braunschweig]] zum HerzogDer Herzog bekam ihn aber nicht zu sehendenn auf dem Weg dahin war er gestorben+Deshalb gaben sie ihrem Herrn, dem Herzog von [[geo:Braunschweig]], Nachricht davon und der ließ sagensie möchten die wilden Menschen fangenmit Schlingen oder mit Bogen und Pfeilsie aber ja am Leben lassen und dann nach Braunschweig schickenDie Bergleute gaben sich alle mögliche Mühe, die Menschen zu fassenes misslang aber immer. Endlich verwundete man den Mann so, dass er nicht fort konnte, und fing ihn dadurchEr war groß und stark, hatte einen langen dicken Bart und lebte mit seinem Weibdas ihm ähnlich war, in dieser Einsamkeit des WaldesSie ernährten sich von Beeren und Wildfleisch, und der Mann hatte einen ziemlich starken Tannenbaum in der Hand, den er auch als Waffe gebrauchte. Dabei konnten sie furchtbar schnell laufenwaren gelenkig wie die Eidechsen und stark wie [[wesen:riese|Riesen]]. Es war daher keine Kleinigkeitden Mann zu fangen. Was das für ein Kampf war, kann man gar nicht erzählen
  
-An dem Tag, an dem die Nachricht zurückkam, dass der wilde Mann unterwegs gestorben wäre, gruben die Bergleute an der Innerste das erste [[typ:Erz]] aufdas war sehr reich an [[typ:Silber]], und die erste Grube daselbst wurde der alte Wildemannspäter Ernst August genannt.+Als die den [[wesen:wildermann|wilden Mann]] gefangen hattensollte er arbeiten, er tat es aber nicht. Man fragte ihn, woher er wäre, und was er getan hätte, er antwortete aber nicht. Man reichte ihm Essen und Trinken, er berührte nichts. Dabei sah er immer zu der Gegend hin, wo die Gänge waren, als könne er sich nicht davon trennen. Bis dahin hatte man zwar Ganggestein gefunden, es war aber kein Erz darin. Da nun der Mann durchaus stumm war und blieb und auch kein Wort verstehen wollte oder konnteso schickte man ihn nach Braunschweig zum Herzog. Der Herzog bekam ihn aber nicht zu sehen, denn auf dem Weg dahin war er gestorben
  
-Zum Andenken an den wilden Mann, der wahrscheinlich die Gänge so lange taub gemacht hattesolange er lebte, pflanzte man auf die Stelle, wo er gefangen worden war, eine [[typ:Linde]], baute sich da an, nannte den Ort [[geo:Wildemann]] und nahm das Bild des Wildemanns in das [[typ:wappen|Stadtsiegel]] auf, daher der Name und das Wappen der Bergstadt Wildemann. Die Linde steht jetzt noch vor dem Rathausist aber ganz hohl, darin sind aber drei junge Linden emporgewachsen, die sie stützen und erneuern die alte Linde.+An dem Tag, an dem die Nachricht zurückkamdass der wilde Mann unterwegs gestorben wäregruben die Bergleute an der Innerste das erste Erz auf, das war sehr reich an Silber, und die erste Grube daselbst wurde der alte Wildemann, später Ernst August genannt.
  
-//Quelle: [[https://www.geisterspiegel.de/?p=38430#more-38430|www.geisterspiegel.de]]; "[[buch:sagenmaerchenoberharz|Sagen und Märchen aus dem Oberharz]]", gesammelt und herausgegeben von [[autor:augustey|August Ey]] im Jahre 1862//+Zum Andenken an den wilden Mann, der wahrscheinlich die Gänge so lange taub gemacht hatte, solange er lebte, pflanzte man auf die Stelle, wo er gefangen worden war, eine Linde, baute sich da an, nannte den Ort Wildemann und nahm das Bild des Wildemanns in das Stadtsiegel auf, daher der Name und das Wappen der Bergstadt Wildemann. Die Linde steht jetzt noch vor dem Rathaus, ist aber ganz hohl, darin sind aber drei junge Linden emporgewachsen, die sie stützen und erneuern die alte Linde. 
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 +//Quelle: [[buch:sagenmaerchenoberharz|Sagen und Märchen aus dem Oberharz]], gesammelt und herausgegeben von [[autor:augustey|August Ey]] im Jahre 1862//
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sagen/wildemann.1666794933.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)