sagen:wie_die_luckauer_schuetzenkoenige_die_steuerfreiheit_bekommen_haben
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| - | Wie die Luckauer Schützenkönige die Steuerfreiheit bekommen | ||
| - | haben | ||
| - | Vor vielen hundert Jahren lebte auf dem Schlüsse in Bornsdorf ein Raubritter mit | ||
| - | Namen Hans von Buxdorf. Der war in der ganzen Lausitz und darüber hinaus | ||
| - | gefürchtet. Er überfiel mit seinen Knechten die Warenzüge der Kaufleute und | ||
| - | plünderte Kirchen und Dörfer aus. Wenn er verfolgt wurde, bediente er sich der | ||
| - | größten List und so konnte man ihn nie fangen. In seiner Burg verlachte er alle | ||
| - | Anstrengungen seiner Feinde. Die Burg war uneinnehmbar durch Sumpf und | ||
| - | Wassergraben bestens geschützt. Als seine Gefährlichkeit immer größer wurde, ließ | ||
| - | der Landvogt ein Gesetz ausgehen, daß alle Städte im Kreise Luckau mit ihren | ||
| - | Schützen eine Belagerung des Schlosses Bornsdorf so lange vornehmen sollten,bis | ||
| - | Hans von Buxdorf sich mit seinen Knechten ergeben würde. Der Landvogt rechnete | ||
| - | damit, daß endlich doch einmal eine Hungersnot den Buxdorf zur Übergabe der Burg | ||
| - | zwingen würde. | ||
| - | Aber die Belagerer hatten nicht gewußt, daß aus der Burg ein unterirdischer Gang | ||
| - | führte, durch den sich die Belagerten immer wieder Lebensmittel verschafften. Die | ||
| - | Belagerung währte schon viele Wochen und es kam die Zeit heran, wo die Luckauer | ||
| - | Schützen ihr Pfingstschießen halten wollten. Sie zogen also ganz still in der nacht | ||
| - | von Bornsdorf ab und ihre Wachtposten stellte eine andere Stadt. Als das Fest | ||
| - | vorbei war, marschierten die Luckauer wieder zur Belagerung zurück. Als sie an die | ||
| - | Drausche Mühle kamen, sahen sie vor der Mühle einen Wagen halten und hörten | ||
| - | Lärm und Geschrei aus dem Hause schallen. Sie umstellten es und als sie | ||
| - | eindringen wollten, kamen ihnen mehrere bewaffnete Knechte entgegen. Es | ||
| - | entspann sich ein Kampf und als die Knechte niedergeschlagen und die Müllersleute | ||
| - | befreit waren, hörten die Schützen von ihnen, daß ein Mann noch fehle. Sie | ||
| - | durchsuchten jetzt das ganze Gehöft aufs genaueste und entdeckten den Gesuchten | ||
| - | hinter dem hölzernen Schornstein auf dem Boden. | ||
| - | Als endlich sein Widerstand gebrochen war und er gefesselt am Boden lag, | ||
| - | erkannte man in dem Gefangenen den Hans von Buxdorf. Dieser hatte wieder einen | ||
| - | seiner Streifzüge unternommen, | ||
| - | Banden dem Landvogt übergeben, der ihn zur Aburteilung an den Kaiser | ||
| - | weiterschickte. Es gelang ihm aber, sich so freizulügen, | ||
| - | Strafe davon kam und das Schloß behalten durfte bis er starb. Weil aber die | ||
| - | Luckauer Schützen den Raubritter festgenommen hatten, bekamen sie vom Kaiser | ||
| - | einen Brief, in dem er die Schützenkönige von der Steuer befreite. Andere erzählen, | ||
| - | daß es nicht Hans von Buxdorf gewesen ist, sondern Hans von Flemming auf | ||
| - | Weißagk, den man den „tollen Flemming“ nannte. | ||
| - | //Quelle: E.H.Wusch: Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Niederlausitz// | ||
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