sagen:wie_der_ginster_in_die_eifel_kam
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| ====== Wie der Ginster in die Eifel kam ====== | ====== Wie der Ginster in die Eifel kam ====== | ||
| + | Dr. H. O. Penz, Adenau: Wie Gottes Gnadentau in die Eifelberge kam. | ||
| + | In: Die Eifel, Eifelvereinszeitschrift, | ||
| - | Etwa um 100 bis 200 n. Chr., als die Eifel von den Römern besetzt war, marschierte von Trier herauf über Bitburg und Oos in einer kalt-windigen Septembernacht eine Kohorte der in Köln stationierten Legion; ich glaube, es war die neunte oder siebzehnte im Reich. Die etwa sechshundert Soldaten kamen von einem ehrenhaften Kommando zurück, das sie auf ein Jahr in die umbrischen Berge auf einen der größten Exerzier- und Übungsplätze des weiten Imperiums geführt hatte, wo sie zusammen mit Kameraden an der neuartigen Steinschleuder des Senators Marius Scoparius ausgebildet worden waren. Die Handhabung dieser weittragenden Wunderwaffe sollten sie den römischen Wachposten an den Kastellen und Wachttürmen weitervermitteln. Schwert, Helm und Brustpanzer, | + | Etwa um 100 bis 200 n. Chr., als die Eifel von den Römern besetzt war, marschierte von [[geo:Trier]] herauf über [[geo:Bitburg]] und Oos in einer kalt-windigen Septembernacht eine Kohorte der in [[geo:Köln]] stationierten Legion; ich glaube, es war die neunte oder siebzehnte im Reich. Die etwa sechshundert Soldaten kamen von einem ehrenhaften Kommando zurück, das sie auf ein Jahr in die umbrischen Berge auf einen der größten Exerzier- und Übungsplätze des weiten Imperiums geführt hatte, wo sie zusammen mit Kameraden an der neuartigen Steinschleuder des Senators Marius Scoparius ausgebildet worden waren. Die Handhabung dieser weittragenden Wunderwaffe sollten sie den römischen Wachposten an den Kastellen und Wachttürmen weitervermitteln. Schwert, Helm und Brustpanzer, |
| - | Auch jetzt, die Marschsäule näherte sich gerade Marmagen, ertönten die knappen schneidenden Kommandos. Die Bremsen an den Scoparius-Geschützen quietschten, | + | Auch jetzt, die Marschsäule näherte sich gerade |
| Claudia, so hieß das Mädchen, hatte ihrem Liebsten beim Abschied die Taschen mit Haselnusskernen gefüllt, und der verliebte und träumerisch dreinschauende Mandubracius knabberte schon während des dreitägigen Marschierens an seinen Claudiavorräten. Nun griff er wieder - vor sich hinlächelnd - in seine rechte Hosentasche, | Claudia, so hieß das Mädchen, hatte ihrem Liebsten beim Abschied die Taschen mit Haselnusskernen gefüllt, und der verliebte und träumerisch dreinschauende Mandubracius knabberte schon während des dreitägigen Marschierens an seinen Claudiavorräten. Nun griff er wieder - vor sich hinlächelnd - in seine rechte Hosentasche, | ||
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| So durchwanderten die Ginsterkinder und Ginster-Kindeskinder das Land von der Maas bis an den Rhein. Schließlich hatten sie das ganze Ardennen- und Eifelland besetzt, so dass sie eine Sprechkette bilden konnten zwischen ihren Marmagener Ahnherren. Auf der wiederum gelangte der letzte Wunsch der Alten an die weit verstreut wohnende Ginster-Großfamilie: | So durchwanderten die Ginsterkinder und Ginster-Kindeskinder das Land von der Maas bis an den Rhein. Schließlich hatten sie das ganze Ardennen- und Eifelland besetzt, so dass sie eine Sprechkette bilden konnten zwischen ihren Marmagener Ahnherren. Auf der wiederum gelangte der letzte Wunsch der Alten an die weit verstreut wohnende Ginster-Großfamilie: | ||
| - | So kam es, dass in einer warmen Mainacht von den Rebhügeln der windungsreichen Mosel bis vor die Tore von Aachen, von den Hügeln der Wallonie bis zum Schluchttal des Rheins die Kinder umbrischen Samens einen goldenen Teppich webten, einen Teppich, auf dessen Goldgrund die Offenbarung aller Dinge zu lesen war, der aus dem Seelengrund des Guten auf der Welt erblühte, aus der Dankbarkeit und der Liebe. | + | So kam es, dass in einer warmen Mainacht von den Rebhügeln der windungsreichen Mosel bis vor die Tore von [[geo:Aachen]], von den Hügeln der [[region:Wallonie]] bis zum Schluchttal des [[region: |
| Und die Menschen der Berge sahen staunend das Wunder und suchten es zu deuten: "Der Teppich Unserer Lieben Frau" sagten die einen, " | Und die Menschen der Berge sahen staunend das Wunder und suchten es zu deuten: "Der Teppich Unserer Lieben Frau" sagten die einen, " | ||
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| Heute nennt man den Ginster im Volksmund " | Heute nennt man den Ginster im Volksmund " | ||
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