Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:werra416

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:werra416 [2024/06/20 10:46] ewuschsagen:werra416 [2025/01/30 18:02] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:werra417| weiter >>>]] [[sagen:werra417| weiter >>>]]
  
-====== Von der Schöneburg ======+====== Das wütheninge Heer und die arme Magd vom Lendershof ======
  
-Oberhalb des Dorfes Oechsen, an der sattelförmigen Verbindung des Baiers mit der Sachsenburg, über welche die Straße von Dermbach nach Geisa führtlag auf einem Vorsprungedem "Schorn"das Schloß Schöneburgdessen Ueberreste fast gänzlich verschwunden sindDer alte Ludwig Engelein mehr als 80jähriger Greis aus Oechsen, gab über die letzten Bewohner dieser Burg Folgendes an:+Auf dem "Lengers" (dem Hof Lenders) oberhalb Oechsen auf der Hochebenewar einstmals eine arme Magd an einem Kreuzwege mit Mistbreiten beschäftigt. Da zog das wilde Heer, das jedesmal aus 42 Köpfen besteht, an ihr vorüber nach der Sachsenburg. Als die Magd sahdaß die Letzte im Zuge ihre Gedärme nachschleifteüberkam sie ein Erbarmennahm ihren Misthaken und warf ihnohne sich lange zu besinnenüber das Gespenst wegDa rief ihr dieses zu: "Das wird Dir Gott lohnenhalte aber reinen Mund!" Als darauf die Magd den legten Düngerhaufen ausbreitete, da fand sie eine große Summe Geldes.
  
-"Meine über 80 Jahre alte "Ellermotter" hat mir oft erzählt, wie sie wieder von ihrer eben so alten "Ellermotter" gehört habe, die Burg sei zu deren Lebzeiten noch von zwei alten Fräulein bewohnt gewesendie, wenn sie im Walde lustwandeln gingenjedesmal von einem kleinen, freundlichen, weißen Hündlein begleitet wurden. Sie selbst habe ihnen oft als 14jähriges Mädchen Walderdbeeren hinaufgetragen und Geld und Essen dafür erhalten. So hätten die Fräulein auch einstmals zu ihr gesagtsie möchte des andern Tags mit ihrem Spinnrade zu ihnen auf die Burg "spill" kommen. Als sie Nachmittags nun aus der Schule entlassen und zur Burg gekommen seihabe sie das sonst immer geschlossene Thor geöffnet gefundenebenso die Hausthür. Auf ihr wiederholtes Klopfen an der Stubenthür habe Niemand "HereingerufenAls sie darauf so eingetreten, sei die Stube leer gewesenauch habe sich Niemand blicken lassen. Von einer großen Angst befallenhabe sie sich schnell entfernt, und als sie im Vorbeigehen in die Küche geblickt, hätten die Frauen nebst dem Hündlein leblos dagelegen. Später habe es sich herausgestellt, daß die beiden Frauen ermordet und die Burg ausgeraubt worden sei. +Sieben Jahre später, die Magd war längst verheirathetwar sie gerade mit Brotsäuern beschäftigt und stand mit dem warmen Wasser in der Küchenthürda kam das wütheninge Heer wieder nach Lenders und zog durch ihr Hausin welchem gerade drei aufeinander stoßende Thüren offen standen. Als die letzte des Zugs an ihr vorüberhuschtetauchte sie den Finger in das Säuerwasserflüsterte: "Halte reinen Mund!und zog dann den Uebrigen nachUnbesorgt benutzte die Frau das Wasser zum Säuern und hatte das Glückdaß das Brodso viel sie auch Laibe aus dem Keller holtenie alle werden wollteDas aber fiel den Andern im Hause auf, die Frau mußte beichten, und nun wollte Niemand mehr von dem Brode essenZu gleicher Zeit war es aber auch mit dem Brodsegen im Keller aus. Soerzählte der alte Gläsers Lorenze Hannes.
- +
-Der halb verfallene Keller diente späterhin dem Paulusdem Räuber am Baier, zum SchlupfwinkelDie Sage läßt hier noch große Schätze vergraben sein. Eine weiße Jungfer, die alle sieben Jahre dort droben erscheinthat die Schlüssel dazu und reicht sie demjenigen, der sie erlöstSonst ist die Erscheinung des Fräuleins eine wohlthätige für die Armen der Umgegend. Sie hat schon oft kleine lechzende Kinder mit Beeren und sonstigen Früchten erquickt; ebenso schlafenden Hirten, Schnittern und Holzhauern Brot und Wein gebracht. +
- +
-In dem Jahre 1824, so erzählt der Wirth von Oechsen, kamen drei angebliche Bergleute aus Franken und erkundigten sich nach der SchöneburgAm andern Morgen besuchten sie den Platzmeinten, ihre Kundschaft stimme nicht mit demselben überein, gruben aber dennoch nach und kamen mehrmals mit gefülltem Säcklein zurück. Einige Tage später mußten sie jedoch von wegen der Polizei Reißaus nehmen".+
  
 //Quellen:// //Quellen://
sagen/werra416.1718873173.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)