sagen:werra363
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| + | ====== Vom Hexenmeister Joseph in Wiesenthal ====== | ||
| + | Drunten im Dorfe, wo es nach Urnshausen zu geht, steht noch ein Häuschen, es ist das vorletzte, da wohnte vor vielen Jahren ein alter Schloffer, Namens Joseph Kaiser. Er "that nicht gerne auf seiner Profession etwas", | ||
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| + | Unter andern hatten sich auch einmal der Bischof von Fulda mit noch vielen geistlichen Herren in Dermbach zu einem guten Hirschbraten angemeldet. In Folge dessen wurden sämmtliche Jäger der dortigen Gegend aufgeboten. Allein in allen Bergen war nicht ein einziges Wild zu sehen, obgleich es sonst nicht daran fehlte. Da kam endlich ein alter Kreiser auf den Gedanken, den Joseph von Wiesenthal herbeizuholen, | ||
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| + | Der Joseph versprach das Wild, doch unter der einzigen Bedingung, daß die Jäger gelobten, nicht auf den ersten Hirsch schießen zu wollen, was diese auch feierlich zusagten. Und siehe, bald darauf, kam ein ganzes Rudel angetrabt, geführt von einem so starken Hirsche, daß die Jäger, als sie die feurigen Augen desselben erblickten, vor Schrecken Reißaus nahmen, denn selbst der älteste von ihnen konnte sich nicht erinnern, je ein so riesengroßes Stück gesehen zu haben. Als sie sich endlich von dem ersten Schrecken erholt hatten, schossen sie gleichwohl noch so viel, daß die Herren von Fulda trotz des besten Appetits nicht im Stande waren, Alles aufzuzehren. Der große Hirsch aber soll kein anderer gewesen sein, als der böse Feind selber, der also diesmal gezwungen war, dem fronmen Bischof von Fulda den Braten zu liefern. | ||
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