sagen:werra235
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:werra235 [2024/06/17 13:14] – angelegt ewusch | sagen:werra235 [2025/01/30 18:02] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | ====== Der heillose Rathsmeister von Salzungen ====== | ||
| + | „Vördesse“, | ||
| + | |||
| + | Dem fiel es eines Tages bei, mit einem seiner Spießgesellen ein Wettreiten nach dem Dorfe Langenfeld zu unternehmen. Dieser, so machten sie aus, sollte den Weg am Galgen vorüber reiten, er selbst aber den weiteren über die lange Maß einschlagen; | ||
| + | |||
| + | Von jenem Tage an aber spukte und rumorte der Rathsmeister so unerträglich in seinem Hause, daß sich seine hinterbliebene Schwester schon nach einer andern Wohnung umthun wollte, als sie noch zu rechter Zeit auf den Gedanken kam, an dem bevorstehenden Todestage ihres Bruders und so auch die folgenden Jahre eine Anzahl Brode an die Armen vertheilen zu lassen, und das half. Nach jenem Tage hatte sie Ruhe; auch ihre Erben, denen sie bei ihrem Ableben jene Brodabgabe zur strengsten Pflicht gemacht, wurden nur dann noch von dem bösen Geiste geängstigt, | ||
| + | |||
| + | Als aber das Haus später in fremde Hände kam, begann der Spuk auf's Neue, und bei dem großen Brande im Jahr 1786 wollen Viele ein graues Männlein zwischen den Flammen bemerkt haben, wie es auf dem Schornsteine gar luftig tanzte und dabei in die Hände klatschte, bis das Gebäude zusammenbrach. Kaum aber stand der Neubau da, als auch schon das Spuken und Rumoren in der Geisterstunde wieder losging, und da sich die Bewohner vor dem unheimlichen Treiben auf keine Weise retten konnten, so nahmen sie den guten Rath an, wandten sich an die Klosterbrüder zu Dermbach, und diese sandten ihnen auch bald darauf einige im Geisterbannen wohlgeübte Jesuiten zu, die denn auch nach vielen Mühen den bösen Geist im Keller glücklich in einen ledernen Sack bannten, ihn sodann wohlverwahrt in ihre Kutsche brachten und mit fortnahmen. | ||
| + | |||
| + | Von jener Zeit an soll es lange ruhig in dem Hause gewesen sein. Später jedoch trat dieser böse Geist wieder in einem Seitenkeller auf. | ||
| + | |||
| + | Auch auf dem Rathhause, selbst in neuerer Zeit noch, wollen ihn die Dienstleute der Herren dann und wann als grausiges Gespenst mit gar gewaltig großer Perrücke und langem Zopfe umherschleichen sehen. | ||
| // | // | ||
sagen/werra235.1718622880.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
