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sagen:werra185

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-====== Von der brabanter Gräfin am Hautsee ======+====== Der Hautsee ======
  
-Einst kam ein reicher Graf aus dem Lande Brabant, der vom Hautsee gehört hatte, mit einer bildschönen Tochter nach dem Dorfe Dönges, allwo er sich, da ihm der nahe See und dessen Umgebung gar wohl gefiel, auf einige Zeit in der Herberge einlagerteNun aber hatte der See mit der schwimmenden Insel einen so mächtigen Reiz für die junge Gräfin, daß sie sich fast nicht von ihm trennen konnte und oft bis am späten Abend dort verweilte. Und da sie eines Tages nicht wieder in die Herberge zurückkehrteso ließ der geängstigte Vater alsbald die ganze Gegend durchstreifenbot Gold auf Goldallein die Tochter war und blieb verschwunden, so daß er endlich allein zurückreisen mußteDer Graf aber hatte nirgends Ruhe, er kam immer wieder zum Hautsee und klagte dort laut über den Verlust seiner geliebten Tochterdie er nunmehr in dem Kessel begraben glaubte+Unfern des Dorfes Dönges dicht an der Heerstraße von Vacha nach Eisenach ruht in einem von waldigen Höhen und einigen freundlichen Anlagen umgebenen Kessel der Spiegel des durch seine schwimmende Insel bekannten Haut- oder HuitseesDie Fläche desselben soll gegen vier und die der erwähnten Insel ungefähr einen halben Morgen betragen. Jahre lang scheint das gegen vier Fuß tiefe und dicht mit Birken und Kiefern bestandene Eiland wie von dämonischen Mächten des verwünschten Kessels an dem einen Ufer festgehalten. Dann blähen sich auf einmal die grünen Segel und langsam treibt es wieder dem gegenüberliegenden Ufer zuund kopfschüttelndbald seufzend, bald freudig erregtsehen die Landleute dem stillen Treiben zuDenn der zufällige Standpunkt der Insel deutet unvermeidlich auf Krieg und Theuerung oder Frieden und gute Zeitenje nachdem er sich an diesem oder jenem Ufer befindet.
  
-Da nun das Leid des Grafen den Bauern zu Herzen ging, so riethen sie ihm, ein Fest in der Nähe des See'zu veranstalten und vor Allem die Spielleute zum Tanze nicht zu vergessen, denn die drei Schwestern im See liebten solchen gar sehr und würden sich gewiß zu diesem einstellenDann solle er mit ihnen tanzen und sie nach der Verlornen fragen. Solches ließ sich nun der Graf nicht zweimal sagen und veranstaltete ein gar großartiges Festund als es Abend geworden, da hüllte sich der See in einen dichten Nebel; aus diesem schwebten die Nixen dem Platze zu und mischten sich unter die TanzendenDoch diesmal waren es nicht wie gewöhnlich dreisondern vier Jungfern, die sich im Reigen drehtenDie Bauern nickten dem Grafen auffordernd zu, und so tanzte er auch der Reihe nach mit einer jeden bis in die späte Nacht hineindenn bis dahin war all' sein Fragen fruchtlos gebliebenGegen Morgen erst, als die Nixen Abschied nehmen mußten, führten die drei Jungfern des See's die vierte dem Grafen zu, und als sie ihm diese in seine ausgebreiteten Arme legten, da erkannte er erst in ihr sein verlornes Kind. Die drei aber verschwanden schnell in dem vom See herziehenden dichten Nebel+Auch noch zwei Nixen wohnen in der grundlosen Liefe des See'sdie dritte ist todt. Vor Jahren kamen sie alle drei zuweilen zum Tanze unter die Linde nach DöngesEiner der Bursche aber verliebte sich in die schönste der Schwestern und hielt diese zurückwährend die andern wieder nach dem See eiltenAls der Zurückgebliebenen endlich bange wurdebegleitete sie ihr Schatz bis hin an den SeeDa sprach sie zu ihm: "Herzliebster Schatzich bin zu lange bei Dir geblieben und das wird mir den Tod bringen; Du wirst es sehen, wenn mein Blut aus der Tiefe zu Dir emporquillt." Darauf schlug sie mit einer Gerte in das Wasser, daß es rechts und links zurückschäumtewinkte ihrem Liebsten noch einmal freundlich zu und stieg die tiefe Treppe hinunterKaum aber war das Wasser zusammengeschossen und wieder glatt, als der Bursche auch den rothen Blutstrahl aufsteigen sah. Der arme Junge hat sich darauf zu Tode gehärmt, und von den andern beiden Nixen hat man seit jener Zeit nie wieder etwas gesehen.
  
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