sagen:werra095
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| + | ====== Wie der Teufel zu seinem Klumpfuß gekommen ist ====== | ||
| + | Zu Steinbach lebte vor Zeiten ein junger Mann mit Namen Wöllewall, der war ein arger Schlemmer und Prasser und dabei so stinkfaul, dass ihm auch die geringste Arbeit zur Last wurde. Als er nun all sein Hab und Gut durchgebracht und nichts mehr zu beißen hatte, legte er sich auf den Holzdiebstahl; | ||
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| + | Doch als er die Tiefe erblickte, reute es ihn wieder. Da kam er auf den Gedanken, den Teufel herbeizurufen und sich ihm zu verschreiben. Der böse Feind ließ nicht auf sich warten, und beide schlossen nun folgenden Pakt. | ||
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| + | Der Böse versprach dem Wöllewall so viel und noch mehr Geld, als er nur durchzubringen vermöge, dagegen sollte ihm der Steinbacher Leib und Seele nach Jahresfrist zu eigen überliefern, | ||
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| + | Wöllewall ging sofort alles ohne Bedenken ein. Der Teufel, nachdem er den Steinbacher nochmals an den Jahrestag erinnert hatte, schaffte diesem nun so viel Geld, dass Wöllewall sein voriges Leben wieder ärger als zuvor treiben konnte. Doch als sich die bedungene Zeit ihrem Ende zuneigte und der Schwelger an die Unmöglichkeit dachte, dem Teufel einen Vogel zu schaffen, den er noch nie gesehen hatte, da wurde ihm bang und immer banger. Er hatte keine Ruhe mehr zu Hause und durchstreifte Berg und Tal. | ||
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| + | So kam er auch droben an jene Stelle des Schleifkuttengrundes, | ||
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| + | Gedacht, getan. Und bald stand Melcher mit seinem langen, grauen Bart vor dem Steinbacher und sprach: »Wöllewall, | ||
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| + | Wer war froher als Wöllewall? Er dankte dem Zauberer und besorgte alles aufs Pünktlichste. Als er nun droben am Fegefeuer mit dem versprochenen Geld, dem Sirupfass und der Bettziche hielt, kam auch bald darauf der Zauberer und schleifte eine alte Hexe aus Elmental herbei. Der riss Melcher darauf die Lumpen vom Leib, schmierte sie von oben bis unten mit Sirup und steckte sie in die Ziche, die er nun dem Wöllewall aufhockte. Er selbst nahm einen schweren eisernen Rock auf die Schulter, und nun ging es hinauf an die junge, schlanke Eiche am Rennsteig. Hier stellte er den Rock nieder und steckte den Wöllewall hinein. Die alte Here ließ er aus der Bettziche heraus, und lachend sagte er zu dem Steinbacher: | ||
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| + | Kaum waren sie mit allem fertig, so entstand ein furchtbares Brausen und Krachen, kurz ein Lärm, als wollte das ganze Gebirge einstürzen. Gleich darauf erschien der böse Feind und trat hohnlachend vor Wöllewall; der aber deutete getrost nach seinem Vogel auf der Eiche. | ||
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| + | Als diesen der Teufel erblickte, wurde er wild, schrie: »Verdammter Hund, das kommt nicht aus deinem Schädel, den Streich hat mir wieder einmal der verfluchte Zauberer Melcher gespielt. Wir sind nun quitt, aber einen Denkzettel sollst du doch noch davontragen.« | ||
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| + | Er trat mit diesen Worten wütend nach dem Steinbacher, | ||
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| + | Die Eiche aber ruinierte und verfluchte er so, dass sie bis zum heutigen Tag als schauriger, knorriger Krüppel dasteht. Sie heißt deshalb die wölle Eiche. Nicht weit davon steht an der Stelle, wo Wöllewall als eiserner Mann gestanden hatte, ein hoher Stein, der wird Eisenmannstein genannt. | ||
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sagen/werra095.1718098518.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
