sagen:werra081
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| + | ====== Von der Flitterbraut und der Brautjungfer in Brotterode ====== | ||
| + | In dem Keller des früheren Gemeindewirthauses ließ sich sonst zu jeder Tageszeit eine gespenstige Jungfrau in dem alten volkstümlichen Schmuck der Flitterbraut((Der Name Flitterbraut kommt von dem mit Flittergold reich verzierten Kopfputz der Bräute. Er wird das Flitter- oder Bruithaid genannt.)) sehen. Sie war gutmütiger Natur, und wenn sie auch zuweilen den Leuten im Haus das Licht ausblies, so waren diese doch so an sie gewöhnt, dass sie sich nicht weiter an sie kehrten; allein sie anzureden, hatte doch noch keiner gewagt. Da aber die Wirtsleute immer mehr zurückkamen, | ||
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| + | Die schöne Wirtstochter eilte sogleich in den Keller und dort trat ihr auch die Flitterbraut alsbald entgegen. Sie hatte das Antlitz und die Gestalt einer am gleichen Tag erst getrauten Freundin des Mädchens angenommen. | ||
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| + | Dieses trat verdutzt einen Schritt zurück und fragte verwundert: »Was machst denn du da?« | ||
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| + | Nun vertraute ihr die Flitterbraut, | ||
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| + | Hierauf zeigte sie dem Mädchen den Ort, wo der Schatz verborgen lag und ermahnte zur Eile. Halb tot vor Schrecken teilte die Wirtstochter das eben Erlebte ihren Eltern mit. Diese eilten sofort mit Hacke und Schaufel in den Keller, gruben emsig an jener Stelle nach und hoben bald darauf einen mit blanken Goldstücken gefüllten Kessel heraus. Der Wirt, der auch sonst brav und rührig war, wurde ein reicher Mann, und der Segen erbte in der Familie fort. Die Wirtstochter aber siechte und starb bald darauf. Die Flitterbraut hat niemand wieder gesehen. | ||
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| + | Zu gleicher Zeit mit der Flitterbraut ließ sich in der Küche jenes Wirtshauses oft eine Brautjungfer oder Züchterin blicken. Sie zupfte immer an einer und derselben Stelle eines alten morschen Balkens und ließ sich durch nichts stören, auch selbst, wenn sie gescholten wurde. Einer, der sie oft dort tätig sah, bemerkte eines Tages, dass aus jenem Balken einige Fäden heraushingen, | ||
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