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sagen:werra022

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-====== Die weiße Jungfer in Schwallungen ======+====== Der große Taler im Hasengraben bei Wasungen ======
  
-Der Schneidemüller von Schwarzbach erzählt: »Als ich noch bei meinem Schwiegervater war, dem Schneider Koch, der in Schwallungen auf dem sogenannten Freihof wohntewachte ich einmal nachts auf und sah vor meinem Bett ein schmuckesvornehm gekleidetes Fräulein, welches aber sogleich wieder verschwand.+Von Wasungen nach Metzels zu geht ungefähr einen Büchsenschuss hinter dem Kirchhof ein Fahrweg links ab. Er führt nach der sogenannten Goldlauter und dem Hasengrabeneiner einsamen und von Schluchten zerrissenen Gegend hinter dem Kohl- und Schlossberg. Hierher fuhr ein armer Wasunger Mann in die Streu. Es war ein Notjahrund der Mann hatte nichts als eine dürre Brotrinde bei sich. Die verzehrte er noch nüchtern und ging dann seufzend an die Arbeit. Kaum aber hatte er eine Lage Heidekraut abgesichelt, als ihm auch schon ein großes, blankes Silberstück, ein sogenannter großer Taler, entgegenrollte. Die Freude war groß. Gott im Stillen dankend, eilte er, mit der Ladung fertig zu werden, um zu Hause seiner Frau sein unverhofftes Glück mitzuteilen. Für den Taler gab ihm der Kaufmann so viel kleine Münze, dass er sich augenblicklich helfen und noch dazu Tabakland pachten konnte.
  
-Ich habe mich nicht getäuschtdenn mein Bettgenosse hatte dieselbe Erscheinung gesehen und ist vor Angst unter die Decke gekrochenEbenso hat sie meine Frau in derselben Nacht bemerktMein Schwiegervater glaubtedass sie die im Freihof noch vergrabenen Schätze angezeigt habe.«+Ein Jahr später erhielt er in Traum die Weisungwieder zum Hasengraben zu fahren, und zwar wurde ihm derselbe Glückstag bezeichnet. Er gehorchte und es erging ihm wie das letzte Mal. Im dritten Jahr fuhr er, da er sich den Tag wohl gemerkt hatte, aus eigenem Antrieb dorthin und begann da, wo die Heide zwischen den Wachholdersträuchern am dicksten stand, seine Arbeit. Allein dieses Mal wollte ihm kein Taler entgegenfallen. Da sah er wieder seufzend gen Himmel auf und gewahrte auf einem Wachholderbaum ein kleines Männchen mit einem gar feinen Kästchen unter dem Arm und einer Sichel in der Hand, das ihn mit trauriger Miene anblickte. Nach einer kleinen Weile aber verschwand die Erscheinung. 
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 +Wohl ist der Mann mit seinem Schiebekarren regelmäßig an dem bestimmten Tag dorthin in die Heide gefahren, das Glück aber war ihm nicht mehr hold. Auch das Männchen hatte sich nie wieder sehen lassenHätte erso setzt die Sage hinzu, damals geschwind seine Sichel über den Baum geworfen, so wäre das Kästchen sein gewesen und der Geist erlöst worden.
  
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