sagen:werra021
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| - | ====== Die Metzgerfrau aus Schmalkalden | + | ====== Die weiße Jungfer auf der Maienluft |
| - | In Schmalkalden war eine Metzgerfrau, die war reich, aber geizig. Sie wog den Leuten ihr ganzes Leben hindurch statt eines Pfundes jedes Mal nur drei Viertel. Nach ihrem Tod spukte | + | In den Ruinen des dicht über Wasungen gelegene und von Graf Heinrich dem Ungezogenen von Ostheim 1444 zerstörten Hennebergischen Grafenschlosses, der Maienluft, ebenso in den dabei liegenden Gutsgebäuden lässt sich alle 7 Jahre eine weiße Jungfer sehen. Obwohl |
| - | In jenem Wald haben sie die Wasunger Jäger gesehen | + | Einstmals hat sie ein auf Schloss Maienluft wohnender Sackbauer aus Wahns gesehen. Da er aber mit dem unheimlichen Geist nichts zu tun haben wollte und sich abwandte, so verschwand |
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| + | So erzählte auch eine Bäuerin von droben, | ||
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| + | »Ich saß mittags auf der Türschwelle und schälte Kartoffeln zu der Suppe für das vom Feld heimkehrende Gesinde. Wie ich nun eine Zeit lang geschält hatte und an nichts dachte, hörte ich auf einmal ein Rauschen hinter mir links von der Küche her. Ich drehte mich um und sah eine ganz weiß gekleidete Jungfer auf mich zukommen. Sie blieb dicht vor mir stehen, nahm den goldenen Schlüsselbund von ihrer Seite, reichte ihn mir und sah mich schweigend und bittend an. Da sie von so schönem und edlem Wesen war und dabei jammernd aussah, hatte ich keine Furcht vor ihr, besann mich aber doch, ob ich ihr den Schlüsselbund abnehmen sollte. In dem Augenblick nun, wo ich zugreifen wollte, kam gerade Kaspar, ein junger Knecht, vorn zur Tür herein, wurde die weiße Jungfer gewahr | ||
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| + | Die Jungfer war mit einem tiefen Seufzer verschwunden.« | ||
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sagen/werra021.1718201653.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
