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sagen:wendischesvolksthum94

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 +====== Die Hexen ======
  
 +Chodota, chódota, die [[wesen:Hexe]] [überall]; bei [[geo:Branitz]]: chydota((Guslowaś zaubern, kuzlować in Schleife, [kósa Sense, koza Ziege, kosoł Ziegen- und Holzbock, kósyca Ofengabel, chóšyšćo Besen, kósyšćo Sensenbaum [Holzstange mit Griff, an dem die Sensenschneide], kócka Katze, gus Gans] koklowaś zaubern, beschwören u.s.w.))
  
 +Opargi, hopargi, olpargi, hoperga, die [[zeit:Walpurgisnacht]].
  
-//Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 77//+Wolborgen z.B. in [[geo:steinkirchenluebben|Steinkirchen]] und anderen jetzt deutschen Dörfern [wie überall in der Mark]. 
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 +Na hopergu [źož šycke ludźe hobterga] gehen die Hexen, um den Nutzen von anderen zu haben, dreimal vor Sonnenaufgang heimlich in die Ställe und nehmen etwas von Stroh und Mist, und ein bischen von der Schwelle, laufen auch auf fremden Wiesen herum und suchen Gras zusammen, von jeder eine Hand voll (gersć). Von [[geo:Schleife]] aus ziehen die Hexen auf den Schönhaideschen Berg((Im Spreewald heisst der »Blocksberg« auch blosberg [Schleife: blozberg Blasebalg, in den Schmieden; bei [[geo:Cottbus]] letzterer měch]. – Bei meinem Aufenthalte im Spreewalde kam na opargi ein alter verstockter Mann (Eigenthümer einer Musterwirthschaft), nachts auf die »Bank«, welche vor dem Gehöfte meines Wirthes über das Fliess führte, kehrte aber gleich wieder um, weil ihn die bissigen Hunde anfielen. Er hatte, wie schon öfter, sagte man, nach dem Viehstall gehen wollen; ist als [[wesen:Hexenmeister]] bekannt. Um Mitternacht steht er öfter vor seinem Hause an der [[region:Spree]], wäscht Läppchen im Wasser und verschwindet dann im Kuhstall.)), die babina góra [Weiber-Berg] und reiten dahin auf Ofengabeln und (mehr noch) auf Backofenkrücken((Die Backofenkrücke [um Brot in den Ofen zu schieben] in Schleife gŕobło; die Ofengabel: wydlice; kachlowe widly: Jämlitz; kózyca: Spreewald, u.s.w. Dagegen kózyca z.B. in Preilag Stecken [Stab], mit dem der Pflüger von der Pflugschar (pługowy blod) den Sand u.d. wegstösst; S. rudlica (radlica = P-schar).)). S. 
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 +Acht Tage nach h. hiess früher stara hoperga, da wurden früher Saubohnen gekocht (bob budźomy na st. h-gu warić). S. 
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 +Den 1. Mai soll alle Milch aus dem Milchspinde durchgebuttert werden, manche gospoza thut's heute noch. S. 
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 +Den »Nutzen,« hužytk((Diese (helllederfarbene) Masse, nimmt man aus der Nachgeburt heraus. »Du bist gerade wie eine Hexe, hast die ganze Hose voll« hörte ich eine Wendin zu ihrem Kinde sagen, als dem Jungen Sahne auf die Hose gefallen war, »weil auch die Hexen alle Ecken voll haben« [so viel »Metzen«, Butter Sahne]. Burg. – »Ist ein Stück Vieh behext, so nimmt man ihm das Herz heraus, steckt es voller Nadeln und hängt es in den Rauch- [fang], so muss der Mensch sterben, der es behext hat«. Neumark.)), soll man nach dem Kalben der Kuh zu fressen geben. B. 
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 +Neue Töpfe soll man mit Liebstöckel [Levisticum paludapifolium Aschs], běła kopŕiwa [Lamium album] und škorodłicka Wegebreit [Plantago major L. und Plantago lanceolata L. Aschs] auskochen (ausbrühen) und den Abguss nachher dem Vieh zu saufen geben. B. 
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 +Wer sich unter eine »abgestorbene((D.h. eine Egge, welche gezogen wurde von einem Pferde, das nunmehr todt ist.))« Egge (brona) setzt, die an eine Wand gestellt ist, der sieht, wenn eine Hexe in den Stall zum Vieh kommt. Wenn eine Frau rothe Augen hat, (auch unter den [[volk:sorben|Wenden]]), so sagt man: »Det is 'ne olle (alte) Hexe«. G.-S. 
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 +Wenn ein Schmetterling abends in der Stube herumfliegt: »Da ist eine Hexe«. [[geo:grossdoebbern|Gross-Döbern]]. (Ebenso in der Mark)((Vergl. I, 166, mjatel, mjatelica ist der Schmetterling (Burg), namentlich alle grössere Arten. Zwahr »mjatel Schmetterling, Tagfalter, mjatelica Nachtfalter«. Schmetterlinge, namentlich Kohlweisslinge [Pontia Brassicae] bei Gross-Döbern wie in der Mark: Kalitten [kał Kohl, »Kraut«]; die Eulen: Mottenscheisser; kleinere Wasserlibellen, namentlich L virgo, dunkelblaue: kóniki [Pferdchen]; die grosse L. grandis in der Mark: Schrille - Schridde - Flidderbold, Schillbock. (»Er hätte mich beinahe an die Klawitchen oder Schlawitchen [zu packen] gekriegt und mir eine [Maulschelle] runtergelatscht«).)). 
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 +Von den [[volk:zigeuner|Zigeunern]] soll man sich nicht umgehen lassen, denn sie können einen versprechen. 
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 +Zuweilen sind Räder am Wagen behext. Ein wendischer Mann in Burg hat einen Wagen((Als ich nachts darin fuhr, drehte es sich. – »Vorm Wegfahren machen die Knechte vor den Pferden mit der Peitsche ein Kreuz auf der Erde, damit sie den Tag über kein Unglück haben.« Konitz in Westpreussen.)), dessen eines Rad ist, wie jeder weiss, behext. Manchmal dreht es sich, manchmal nicht, mag er schmieren, soviel er will.  
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 +//Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 75-77//
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sagen/wendischesvolksthum94.1722517290.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)