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sagen:wendischesvolksthum70

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 +====== Die Pschesponiza ======
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 +Die [[wesen:Mittagsfrau]] hatte es vor allen auf die Kinder abgesehen. B.
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 +Wegen der ćipołdnica bleibt keine [[lex:Wöchnerin]] über Mittag ausser dem Wochenbette. Mühlrose-Neustadt [?].
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 +Die přezpołnica sagte: »Ja [budu] śi ze serpom šyju wótrěsaś, ich werde Dir mit der Sichel den Hals abschneiden«. (Bohsdorf?)
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 +Die pŕezpołdnica, pŕezpołnica kam zwischen 11 und 12 – um 12 – zwischen 12–1 Uhr des Mittags. Sie trug die Sichel, angeschlagen an einer langen Stange, über der Schulter; sie hatte eine Sichel mit langer Stange und schnitt den Frauen den Kopf ab. Sie kam mittags zwischen 12 und 1 Uhr auf der Babina góra [Weiberberg] bei [[geo:Schleife]]. S.
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 +Die pŕezpołnica hatte den serp (Sichel) in der Hand, und sagte, wenn jemand mittags auf dem Felde war: »Serp a šyju, Sichel und Hals«. Und wer nicht eine Stunde lang erzählen konnte, dem hat sie den Kopf abgehauen. Gablenz, Jämlitz.
 +
 +Die pŕezpołdnica sagte: »Serp a šyju«. Sie kam überall und sagte: »Serp a baba, Sichel und Weib((»Damit meinte sie, sie wollte den Hals abschneiden.« – – [»Weisse Frau oder Flachsjungfer,« gehört in der Lausitz? oder gelesen?] – Wenn ein Mädchen liederlich angezogen war, sagte man: »Ty tak uglědaš (siehst aus wie) ak ta přezpołnica« (g.v.) B.)).« (Schleife? Jämlitz?)
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 +Wenn Kinder in die Erbsen gehen wollten und naschen, sagte man; »Njejźišo tam nutŕ, tam sejdźi, – tam šari ta pŕezpołnica, geht nicht da hinein, da sitzt, – da scheucht die Mittagsfrau.« S.
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 +Wenn sie auf dem Felde kam, wurde »mehrstentheils« von Flachs gesprochen. S.
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 +In Bloischdorf ist noch der Stein, worauf die Pschespolniza gesessen hat. Der ist grau und mit Moos bewachsen und oben eingesessen. S.
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 +Im Brahmo (Brama) kam die Pschesponiza zwischen elf und zwölf Uhr und hat auch Leute aufgefressen. Brahmo.
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 +Die Pschiponiza, pŕipołnica kam hierher, [[geo:burgspreetal|Burg]] (Burk pola Burkhamra), Prožim bei [[geo:Hoyerswerda]] (Worejce).
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 +Die Pschesponiza schnitt den Hals ab. [[geo:Drachhausen]] (Hochoza).
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 +Wenn eine Frau ein kleines Kind gekriegt hatte und die »Woche« nicht richtig hielt, dann kam die ćipołdnica des Mittags. Neustadt.
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 +Podpołnice sollen ludki [?] des Mittags auf dem [[geo:werben|Werbener]] Felde (bei Burg) gewesen sein. Man musste sich in Acht nehmen, weil sie einem etwas anthaten. Burg. [g.v.]
  
  
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 //Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 45-46.// //Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 45-46.//
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sagen/wendischesvolksthum70.1722494317.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)