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sagen:wendischesvolksthum106

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 »//Požycćo mi štandaw, ja b'du piču butry předrysgaś, k nam budu witře hobnuchajncy//((Wörtlich h. = Beschnüffler.)) //pŕiś//. Borgt mir eine Stampfe« [Butterfass],((Bis jetzt noch, wenn auch ganz vereinzelt, soll statt des Butterfasses ein irdener Topf gebraucht worden sein, belegt mit einem Holzdeckel, durch welchen gestampft wurde.)) ich wer' ein wenig Butter durchdrücken [Buttern], zu uns werden morgen Freier kommen« hat mal ein alter Mann gesagt, der Butter machen und die Butterstampfe geborgt haben wollte (v). B. »//Požycćo mi štandaw, ja b'du piču butry předrysgaś, k nam budu witře hobnuchajncy//((Wörtlich h. = Beschnüffler.)) //pŕiś//. Borgt mir eine Stampfe« [Butterfass],((Bis jetzt noch, wenn auch ganz vereinzelt, soll statt des Butterfasses ein irdener Topf gebraucht worden sein, belegt mit einem Holzdeckel, durch welchen gestampft wurde.)) ich wer' ein wenig Butter durchdrücken [Buttern], zu uns werden morgen Freier kommen« hat mal ein alter Mann gesagt, der Butter machen und die Butterstampfe geborgt haben wollte (v). B.
  
-(Die alten Steine [Steinbeile] haben [[die wesen:luttchen|Lutchen]] als Hammer gehabt, denn damals waren noch keine Schmiede [g.v.] B.)+(Die alten Steine [Steinbeile] haben die [[wesen:luttchen|Lutchen]] als Hammer gehabt, denn damals waren noch keine Schmiede [g.v.] B.)
  
 Die Thränennäpfchen, //sylzowe nópki, ludowe nópki, l. gjernyški// sind von den »Vor'schen«, //te perejše//, den »vorherschen« Heiden, //póhany//. S. Die Thränennäpfchen, //sylzowe nópki, ludowe nópki, l. gjernyški// sind von den »Vor'schen«, //te perejše//, den »vorherschen« Heiden, //póhany//. S.
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 [[geo:Boblitz]]. Im Sandberge wohnten die Lutchen,((Die »Unnerirdschen« waren in den Bergen zwischen Heiligensee und dem Tegelersee. Sie verkehrten bei einem Bauer Martin Dannenberg und liessen mal da einen (irdenen) Krug stehen; sie hatten dicke Köpfe und tauschten Kinder um. Wie sie abzogen, kamen sie zu einem Schiffer und fragten, ob er sich Geld verdienen wollte, sie wollten über die Havel. Dann »warf« er einen Steg [Brettergang] nach seinem Schiff. Dann sagten sie, er sollte ruhig schlafen und sich um nichts kümmern. Dann hat es immer getrippelt und getrappelt, immer wieder kamen neue, die ganze Nacht hindurch. Seit der Zeit sind sie weg. Heiligensee In Trebatsch [deutsch]: Lutchen, kleine Leute [v.]. – In Lindenberg [Beeskow] heissen alte Grabhügel: die Lutkenberge; in Trebatsch [w.v. Beeskow] runde Hügel: die Lutgenberge, nach L.v. Ledebur, die heidnischen Alterthümer des Regierungsbezirks Potsdam. Berlin. 1852.)) borgten Geschirr, und wenn sie es wieder brachten, brachten sie immer ein klein' Geschenk. [[geo:Boblitz]]. Im Sandberge wohnten die Lutchen,((Die »Unnerirdschen« waren in den Bergen zwischen Heiligensee und dem Tegelersee. Sie verkehrten bei einem Bauer Martin Dannenberg und liessen mal da einen (irdenen) Krug stehen; sie hatten dicke Köpfe und tauschten Kinder um. Wie sie abzogen, kamen sie zu einem Schiffer und fragten, ob er sich Geld verdienen wollte, sie wollten über die Havel. Dann »warf« er einen Steg [Brettergang] nach seinem Schiff. Dann sagten sie, er sollte ruhig schlafen und sich um nichts kümmern. Dann hat es immer getrippelt und getrappelt, immer wieder kamen neue, die ganze Nacht hindurch. Seit der Zeit sind sie weg. Heiligensee In Trebatsch [deutsch]: Lutchen, kleine Leute [v.]. – In Lindenberg [Beeskow] heissen alte Grabhügel: die Lutkenberge; in Trebatsch [w.v. Beeskow] runde Hügel: die Lutgenberge, nach L.v. Ledebur, die heidnischen Alterthümer des Regierungsbezirks Potsdam. Berlin. 1852.)) borgten Geschirr, und wenn sie es wieder brachten, brachten sie immer ein klein' Geschenk.
  
-Zerre (//Drětwa//). Manche meinen, die šyldowskarada waren dasselbe wie die [[wesen:ludki]]; nach ihnen heisst noch die Mühle in Zerre: //Šylda//. Neustadt. I. 277.+[[geo:Zerre]] (//Drětwa//). Manche meinen, die //šyldowskarada// waren dasselbe wie die [[wesen:ludki]]; nach ihnen heisst noch die Mühle in Zerre: //Šylda//. Neustadt. I. 277.
  
 [[geo:burgspreetal|Burg]] [bei Burghammer]. Die ludki kamen zu [Familie] Hanschko, borgten und sagten: »Dźěžu njedźěžu, kołac((Gesprochen: kowaz.)) njekołac, Backfass Nichtbackfass [Unbackfass], Rundbrot Nichtrundbrot.« Sonst aber ist von ihnen fast nichts bekannt. [[geo:burgspreetal|Burg]] [bei Burghammer]. Die ludki kamen zu [Familie] Hanschko, borgten und sagten: »Dźěžu njedźěžu, kołac((Gesprochen: kowaz.)) njekołac, Backfass Nichtbackfass [Unbackfass], Rundbrot Nichtrundbrot.« Sonst aber ist von ihnen fast nichts bekannt.
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 Schönhaide, [[geo:Graustein]]. //Ludkowe doły//, »Lutchenlöcher«, heissen zwei Gruben((Ich sah eine grössere uud zwei kleinere daselbst, indessen sollen noch zwei andere dort sein.)) und eine grössere Mulde in der Kiefernhaide von Schönhaide (auf der babina góra) nach der Grenze von Schönhaide und Graustein hin. Schönhaide, [[geo:Graustein]]. //Ludkowe doły//, »Lutchenlöcher«, heissen zwei Gruben((Ich sah eine grössere uud zwei kleinere daselbst, indessen sollen noch zwei andere dort sein.)) und eine grössere Mulde in der Kiefernhaide von Schönhaide (auf der babina góra) nach der Grenze von Schönhaide und Graustein hin.
  
-In [[geo:bohsdorfspreetal|Bohsdorf]] haben die Lutchen in der Erde gewohnt. »//Požycćo mě wašu ńeźěžku, ja cu wam ńekołack upjac//. Borgt mir Euer Nichtbackfässchen, ich will Euch ein Nichtbrötchen backen.«+In [[geo:Bohsdorf]] haben die Lutchen in der Erde gewohnt. »//Požycćo mě wašu ńeźěžku, ja cu wam ńekołack upjac//. Borgt mir Euer Nichtbackfässchen, ich will Euch ein Nichtbrötchen backen.«
  
-[[geo:Rohne]], Schleife. Bei der Eisenbahn zwischen Rohne und Schleife ist die Schleifer Schmala, //smała//. Wenn nämlich früher die Kiefernhaide so hoch war, dass sie [die Bäumchen, die »Schonung«] dem Reiter an die Sporen »langte« [reichte], so gehörte das Holz der Herrschaft. War es aber nicht so hoch, reichte es nicht bis an die Sporen, so gehörte es der Gemeinde als Hutung. Deshalb brannten die Leute alle paar Jahre die Kiefern ab, darum ist der Name smala. Auf der Schleifer smala nun sind drei((Ludk, ein Lutchen; mały cłoješk (kleiner Mensch).)) Gruben, die »Lutchenlöcher« ludkowe dźěry etwa 10 Fuss lang und 4 Fuss tief; in der einen steht eine Birke, in der andern eine Fichte. S.+[[geo:Rohne]], Schleife. Bei der Eisenbahn zwischen Rohne und Schleife ist die Schleifer Schmala, //smała//. Wenn nämlich früher die Kiefernhaide so hoch war, dass sie [die Bäumchen, die »Schonung«] dem Reiter an die Sporen »langte« [reichte], so gehörte das Holz der Herrschaft. War es aber nicht so hoch, reichte es nicht bis an die Sporen, so gehörte es der Gemeinde als Hutung. Deshalb brannten die Leute alle paar Jahre die Kiefern ab, darum ist der Name smala. Auf der Schleifer smala nun sind drei((So viele sah ich.)) Gruben, die »Lutchenlöcher« ludkowe dźěry etwa 10 Fuss lang und 4 Fuss tief; in der einen steht eine Birke, in der andern eine Fichte. S.
  
-Die ludki((So viele sah ich.)) lebten für sich. Bei //Žyck//? holten sie immer ein Backfass. Wenn die Hunde bellten, sagten sie: »//My sy bojmy tog' wašog' wušćěricka//, wir fürchten uns vor Eurem Hunde«. Dann brachten sie dem Bauer Kuchen. S.+Die ludki((Ludk, ein Lutchen; mały cłoješk (kleiner Mensch).)) lebten für sich. Bei //Žyck//? holten sie immer ein Backfass. Wenn die Hunde bellten, sagten sie: »//My sy bojmy tog' wašog' wušćěricka//, wir fürchten uns vor Eurem Hunde«. Dann brachten sie dem Bauer Kuchen. S.
  
 [[geo:Proschim]]. Die ludki bei P. haben verkehrt gesprochen. »//Łopatka ńe-łopatka//, Brotschieber nicht Brotschieber«. Proschim. [[geo:Proschim]]. Die ludki bei P. haben verkehrt gesprochen. »//Łopatka ńe-łopatka//, Brotschieber nicht Brotschieber«. Proschim.
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 //Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 169-171.// //Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 169-171.//
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sagen/wendischesvolksthum106.1723794376.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)