sagen:wendenkoenig001
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| - | Wo der [[typ: | + | Wo der [[wesen: |
| - | Es traf sich nun, dass einmal | + | Es traf sich nun, dass einmal Tanz in der [[lex:schänke|Schenke]] war. Der Fremde nahm an demselben Theil. Bald kam es zum Streit, da die jungen Burschen des Ortes sich über den neuen Tänzer ärgerten, und vom Streit zur Schlägerei. Die Burschen wollten nämlich den Fremden hinauswerfen. Der aber zeigte bei der Schlägerei eine furchtbare Kraft, immer zwei und zwei der Burschen erfasste er und warf sie zur Thür hinaus, so dass er zuletzt mit den Tänzerinnen allein in der Schenke blieb. Da war es denn nur natürlich, dass er wegen seiner ungeheuren Kraft in hohe Achtung kam. Kurze Zeit nach diesem Vorgänge verliess er das Dorf und blieb einige Jahre in der Fremde. Es war nun aber, als ob mit der Abwesenheit des Fremden aller Segen vom Dorfe gewichen sei, viel Krankheiten trafen Menschen und Vieh und Niemand war da, der helfen konnte. Da begann man sich wieder nach dem Fremden zu sehnen und man sprach fortan nur noch von dem Kral. Niemand aber wusste oder konnte erfahren, wo derselbe weile. Eines Tages trug es sich zu, dass der Fremde wieder erschien; wo nun hinfort in dem Dorfe oder in der Nachbarschaft eine Krankheit ausbrach, holte man sofort den Kral und der heilte denn auch Menschen und Thiere. Er bekam für jede Heilung ein Stück Geld und gelang es ihm bald, eine tüchtige Summe zu ersparen. Der Fremde heilte nicht nur Krankheiten, |
| - | Einstmals fühlte sich ein Bauer durch den Schiedsspruch des Kral gekränkt, er und seine Freunde lauerten deshalb dem Gefolge desselben, als dieser zufällig nicht bei seinen Getreuen war, auf und schlugen diese in die [[typ:Flucht]]. Als der Kral dies erfuhr, ward er sehr zornig; er drohte, er werde sich eine Burg bauen und fortan das Land als König beherrschen. Schnell sammelte er seine Anhänger, deren Zahl stets gewachsen war, um sich und zog mit ihnen dem Bauer und dessen Freunden entgegen. Als diese, welche gerade bei dem Mittagsessen waren, das Geschrei ihrer Feinde vernahmen; ergriffen sie schnell ihre Waffen und zogen dem Heere des Kral entgegen. Bald war ein hitziges Treffen entbrannt, die Feindliche Schaar richtete ihre Geschosse besonders auf den Fremden, welcher Holzstiefeln und einen blauen Leinwandkittel trug; allein alle Pfeile prallten an ihm machtlos ab und bald erkannte man, dass der Fremde unverwundbar sei. Durch seine Tapferkeit fiel das Treffen zu seinen Gunsten aus, und bald waren die Anhanger des Feindes, welche nicht gefallen waren, gefesselt. Die Gefangenen mussten das Heer des Königs begleiten und ihm in Burg ein Schloss bauen. Die Burg wurde mitten auf dem Burgberge errichtet. Hier nun lebte der Kral viele Jahre in ruhiger Ausübung der Herrschaft, zog oft einige Wochen im Lande herum, heilte Krankheiten und schlichtete Streitigkeiten, | + | Einstmals fühlte sich ein Bauer durch den Schiedsspruch des [[lex:Kral]] gekränkt, er und seine Freunde lauerten deshalb dem Gefolge desselben, als dieser zufällig nicht bei seinen Getreuen war, auf und schlugen diese in die Flucht. Als der Kral dies erfuhr, ward er sehr zornig; er drohte, er werde sich eine Burg bauen und fortan das Land als König beherrschen. Schnell sammelte er seine Anhänger, deren Zahl stets gewachsen war, um sich und zog mit ihnen dem Bauer und dessen Freunden entgegen. Als diese, welche gerade bei dem Mittagsessen waren, das Geschrei ihrer Feinde vernahmen; ergriffen sie schnell ihre Waffen und zogen dem Heere des Kral entgegen. Bald war ein hitziges Treffen entbrannt, die Feindliche Schaar richtete ihre Geschosse besonders auf den Fremden, welcher Holzstiefeln und einen blauen Leinwandkittel trug; allein alle Pfeile prallten an ihm machtlos ab und bald erkannte man, dass der Fremde unverwundbar sei. Durch seine Tapferkeit fiel das Treffen zu seinen Gunsten aus, und bald waren die Anhanger des Feindes, welche nicht gefallen waren, gefesselt. Die Gefangenen mussten das Heer des Königs begleiten und ihm in Burg ein Schloss bauen. Die Burg wurde mitten auf dem Burgberge errichtet. Hier nun lebte der Kral viele Jahre in ruhiger Ausübung der Herrschaft, zog oft einige Wochen im Lande herum, heilte Krankheiten und schlichtete Streitigkeiten, |
| Man erzählt, dass seine Seele im Grabe keine Ruhe gefunden, deshalb sieht man auf dem Burgberge öfter Flammen lohen. | Man erzählt, dass seine Seele im Grabe keine Ruhe gefunden, deshalb sieht man auf dem Burgberge öfter Flammen lohen. | ||
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