sagen:wasdieheimaterzaehlt217
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:wasdieheimaterzaehlt217 [2023/01/02 16:58] – angelegt ewusch | sagen:wasdieheimaterzaehlt217 [2025/01/30 18:01] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | [[sagen: | + | [[sagen: |
| ====== Der 22. April ein Schreckenstag der Stadt Bautzen ====== | ====== Der 22. April ein Schreckenstag der Stadt Bautzen ====== | ||
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
| Im April des Jahres 1634 hatten unter dem [[vip: | Im April des Jahres 1634 hatten unter dem [[vip: | ||
| - | Als die Sachsen sich Bautzen näherten, ließ der Kommandant der kaiserlichen Truppe sogleich die Vorstädte anzünden. Der ungünstige Wind trieb das [[typ:Feuer]] in das Innere der Stadt. Es griff dasselbe hier so schnell um sich, daß die ganze Stadt schon nach einer Viertelstunde über und über brannte. In wenigen Stunden glich die hübsche Stadt Bautzen einem Schutt- und Aschehaufen. „Von sämtlichen Gebäuden der Stadt blieb nicht soviel Holz übrig, daß man dabei ein Gericht Fische hätte sieden können.“ Infolge der großen Hitze konnte die Besatzung nicht auf den Wällen und Mauern bleiben. Sie mußte sich deshalb in die Schanzen und Laufgräben eiligst zurückziehen. | + | Als die Sachsen sich Bautzen näherten, ließ der Kommandant der kaiserlichen Truppe sogleich die Vorstädte anzünden. Der ungünstige Wind trieb das Feuer in das Innere der Stadt. Es griff dasselbe hier so schnell um sich, daß die ganze Stadt schon nach einer Viertelstunde über und über brannte. In wenigen Stunden glich die hübsche Stadt Bautzen einem Schutt- und Aschehaufen. „Von sämtlichen Gebäuden der Stadt blieb nicht soviel Holz übrig, daß man dabei ein Gericht Fische hätte sieden können.“ Infolge der großen Hitze konnte die Besatzung nicht auf den Wällen und Mauern bleiben. Sie mußte sich deshalb in die Schanzen und Laufgräben eiligst zurückziehen. |
| Die Bewohner der Stadt waren am schlimmsten daran. An ein Retten von Habseligkeiten war gar nicht zu denken; denn die einzelnen Gassen glichen Feuerbächen. So versuchten sie nur, wenigstens das nackte Leben zu retten, aber auch das wurde den meisten zur Unmöglichkeit gemacht. Der Kommandant befahl seinen Soldaten, keinen Bautzener aus der Stadt entfliehen zu lassen. Darum hieb die Besatzung alles nieder, was ihr in den Weg kam. Jedermann wurde niedergeschlagen, | Die Bewohner der Stadt waren am schlimmsten daran. An ein Retten von Habseligkeiten war gar nicht zu denken; denn die einzelnen Gassen glichen Feuerbächen. So versuchten sie nur, wenigstens das nackte Leben zu retten, aber auch das wurde den meisten zur Unmöglichkeit gemacht. Der Kommandant befahl seinen Soldaten, keinen Bautzener aus der Stadt entfliehen zu lassen. Darum hieb die Besatzung alles nieder, was ihr in den Weg kam. Jedermann wurde niedergeschlagen, | ||
| - | Das Wehklagen war groß, der Jammer entsetzlich, | + | Das Wehklagen war groß, der Jammer entsetzlich, |
| - | Wie traurig sah es aber am anderen Tage in der Stadt aus! Die Sonne beschien eine Stätte des Grauens und Schreckens. – Mitten in den noch rauchenden | + | Wie traurig sah es aber am anderen Tage in der Stadt aus! Die Sonne beschien eine Stätte des Grauens und Schreckens. – Mitten in den noch rauchenden Trümmern lagen verstümmelte und verkohlte Leichen zu Hunderten. Man begrub an einem einzigen Tage nicht weniger als 527 verbrannte Menschen; die Zahl der Bewohner, welche unter den stürzenden Trümmern begraben waren, war auch keine geringe. Als der Kurfürst Johann Georg I. in die verwüstete Stadt Bautzen kam und das Elend und den Jammer sah, weinte er bitterlich. Er verfolgte nun den Feind weiter und zwar bis [[geo:Görlitz]] und [[geo:Zittau]]. (Götzinger: |
| Christian Heckel meldet, daß Bautzen am 2. Mai 1634 durch Mord und Brand von den Kaiserlichen zerstört worden sei. Er schreibt: | Christian Heckel meldet, daß Bautzen am 2. Mai 1634 durch Mord und Brand von den Kaiserlichen zerstört worden sei. Er schreibt: | ||
| - | „Budißin wurde von dem Kaiserlichen Obristen Goltz gantz und gar in Brand gestecket, wodurch in die 700 Menschen, auch viel 1000 Scheffel Meel und Korn, auch etliche 100 Stück Vieh mit verbrannt, welches geschehen den 2. May am Tage Sigismundi, Mittags 3 Uhren st. n. 1634. Mit Wahrheit können wir singen: | + | „Budißin wurde von dem Kaiserlichen Obristen Goltz gantz und gar in Brand gestecket, wodurch in die 700 Menschen, auch viel 1000 [[lex:Scheffel]] Meel und Korn, auch etliche 100 Stück Vieh mit verbrannt, welches geschehen den 2. May am Tage Sigismundi, Mittags 3 Uhren st. n. 1634. Mit Wahrheit können wir singen: |
| Misericordia Dei est, quod non consumti sumusi.\\ | Misericordia Dei est, quod non consumti sumusi.\\ | ||
| Zeile 24: | Zeile 24: | ||
| //Quelle:// | //Quelle:// | ||
| * // | * // | ||
| - | * // | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/wasdieheimaterzaehlt217.1672675086.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
