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 ====== M. Wilhelm Leberecht Götzinger ====== ====== M. Wilhelm Leberecht Götzinger ======
  
-Vor 100 Jahren war die Sächsische Schweiz noch wenig gekannt und bekannt. Sie glich damals einem Buche mit 7 verschlossenen Siegeln. Jene herrlichen Gründe und Schluchten, durch welche sich heute schöne, wohlgepflegte Promenadenwege ziehen, waren in damaliger Zeit völlig unzugänglich. Nur wenigen war die Schönheit dieses versteckten Erdenwinkels aus eigener Anschauung bekannt. Einer, der durch Wort und Schrift auf diese wildromantische Gegend unseres Vaterlandes zuerst aufmerksam machte, war neben dem Lohmener Pfarrer Nicolai M. Wilhelm Leberecht Götzinger, Pfarrer in Neustadt. Seine Anregung fiel auf fruchtbaren Boden. Wanderlustige stellten sich ein und fanden Götzingers Lob, das er von der Sächsischen Schweiz sang, voll und ganz bestätigt. In wenigen Jahren war der Name „Sächsische Schweiz“ in aller Munde, ebenso auch der Name jenes wackeren Mannes, der auf dieses landschaftliche Paradies mit so hoher Begeisterung hinwies. Vielfach wurde später Götzingers in dankenswerter Weise auch gedacht. Seinen Namen suchte man mehrfach zu verewigen. Nach ihm wurde eine Höhe bei Neustadt benannt, die heute noch den Namen „Götzinger Höhe“ führt. An der Basteibrücke macht eine Inschrift an jenen wackeren Mann, der diesen Felsen mit erschloß, den Wanderer aufmerksam. An einem Felsen des Bärengartens unterhalb Hohnsteins hat der Gebirgsverein durch den Bildhauer Friedrich Heynert in Schandau als Zeichen der Dankbarkeit ein Rundbild Götzingers herstellen lassen, das am 31. Juli 1887 in feierlicher Weise geweiht wurde.+Vor 100 Jahren war die [[region:sächsischeschweiz|Sächsische Schweiz]] noch wenig gekannt und bekannt. Sie glich damals einem Buche mit 7 verschlossenen Siegeln. Jene herrlichen Gründe und Schluchten, durch welche sich heute schöne, wohlgepflegte Promenadenwege ziehen, waren in damaliger Zeit völlig unzugänglich. Nur wenigen war die Schönheit dieses versteckten Erdenwinkels aus eigener Anschauung bekannt. Einer, der durch Wort und Schrift auf diese wildromantische Gegend unseres Vaterlandes zuerst aufmerksam machte, war neben dem Lohmener Pfarrer Nicolai M. Wilhelm Leberecht Götzinger, Pfarrer in [[geo:neustadtsachsen|Neustadt]]. Seine Anregung fiel auf fruchtbaren Boden. Wanderlustige stellten sich ein und fanden Götzingers Lob, das er von der Sächsischen Schweiz sang, voll und ganz bestätigt. In wenigen Jahren war der Name „Sächsische Schweiz“ in aller Munde, ebenso auch der Name jenes wackeren Mannes, der auf dieses landschaftliche Paradies mit so hoher Begeisterung hinwies. Vielfach wurde später Götzingers in dankenswerter Weise auch gedacht. Seinen Namen suchte man mehrfach zu verewigen. Nach ihm wurde eine Höhe bei Neustadt benannt, die heute noch den Namen „Götzinger Höhe“ führt. An der Basteibrücke macht eine Inschrift an jenen wackeren Mann, der diesen Felsen mit erschloß, den Wanderer aufmerksam. An einem Felsen des Bärengartens unterhalb Hohnsteins hat der Gebirgsverein durch den Bildhauer Friedrich Heynert in [[geo:badschandau|Schandau]] als Zeichen der Dankbarkeit ein Rundbild Götzingers herstellen lassen, das am 31. Juli 1887 in feierlicher Weise geweiht wurde.
  
-Mit inniger Liebe hing Götzinger an seinen heimatlichen Bergen. Auf die Schönheit derselben die weite Welt da draußen aufmerksam zu machen, das war sein redliches Bemühen. In der Sebnitzer Chronik vom Jahre 1786 schreibt er auf Seite 11, nachdem er eine kurze Schilderung der Sächsischen Schweiz gegeben hat, folgendes: „Doch ich fühle mich zu schwach, [464] dieses alles lebhaft zu schildern. Diese reizende Gegend will nicht beschrieben, sondern gesehen sein!“ –+Mit inniger Liebe hing Götzinger an seinen heimatlichen Bergen. Auf die Schönheit derselben die weite Welt da draußen aufmerksam zu machen, das war sein redliches Bemühen. In der Sebnitzer Chronik vom Jahre 1786 schreibt er auf Seite 11, nachdem er eine kurze Schilderung der Sächsischen Schweiz gegeben hat, folgendes: „Doch ich fühle mich zu schwach, dieses alles lebhaft zu schildern. Diese reizende Gegend will nicht beschrieben, sondern gesehen sein!“ –
  
 Was Götzinger erstrebt hat und gewollt, das hat sich erfüllt. Wie würde er sich freuen, wenn er heute die Tausende von Wanderern sehen könnte, die allein während der Pfingstfeiertage nach den Bergen und Gründen der Sächsischen Schweiz wallfahrten! – Was Götzinger erstrebt hat und gewollt, das hat sich erfüllt. Wie würde er sich freuen, wenn er heute die Tausende von Wanderern sehen könnte, die allein während der Pfingstfeiertage nach den Bergen und Gründen der Sächsischen Schweiz wallfahrten! –
  
-M. Wilhelm Leberecht Götzinger stammt aus einer Predigerfamilie. Vater und Großvater waren Prediger gewesen. Der Großvater amtierte als Pfarrer segensreich in Burgstädt. Der Vater, M. Johann Carl Götzinger, war am 24. September 1731 in Wechselburg geboren, wirkte von 1757–1760 als Pfarrer in Struppen bei Pirna und von 1767–1789 als solcher in Sebnitz. Dort starb er, von einem Spaziergange heimkehrend, in der Nähe der Pfarre plötzlich, vom Herzschlag getroffen. – Er war schriftstellerisch sehr tätig und hat zahlreiche Schriften hinterlassen. Zwei gelehrte Gesellschaften, die Gesellschaft der christlichen Liebe und Wissenschaft zu Dresden und die deutsche gelehrte Gesellschaft zu Bärnburg nahmen ihn als ordentliches Mitglied auf.+M. Wilhelm Leberecht Götzinger stammt aus einer Predigerfamilie. Vater und Großvater waren Prediger gewesen. Der Großvater amtierte als Pfarrer segensreich in [[geo:Burgstädt]]. Der Vater, M. Johann Carl Götzinger, war am 24. September 1731 in Wechselburg geboren, wirkte von 1757–1760 als Pfarrer in Struppen bei [[geo:Pirna]] und von 1767–1789 als solcher in [[geo:Sebnitz]]. Dort starb er, von einem Spaziergange heimkehrend, in der Nähe der Pfarre plötzlich, vom Herzschlag getroffen. – Er war schriftstellerisch sehr tätig und hat zahlreiche Schriften hinterlassen. Zwei gelehrte Gesellschaften, die Gesellschaft der christlichen Liebe und Wissenschaft zu Dresden und die deutsche gelehrte Gesellschaft zu Bärnburg nahmen ihn als ordentliches Mitglied auf.
  
 Von seinem Vater und Großvater redet M. Wilhelm Leberecht Götzinger mit hoher Ehrerbietung und größter Achtung. Sie hat er sich zum Vorbilde genommen. Fleißig führte auch er die Feder. Von seinem Vater und Großvater redet M. Wilhelm Leberecht Götzinger mit hoher Ehrerbietung und größter Achtung. Sie hat er sich zum Vorbilde genommen. Fleißig führte auch er die Feder.
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