sagen:wasdieheimaterzaehlt197
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| + | ====== M. Wilhelm Leberecht Götzinger ====== | ||
| + | Vor 100 Jahren war die [[region: | ||
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| + | Mit inniger Liebe hing Götzinger an seinen heimatlichen Bergen. Auf die Schönheit derselben die weite Welt da draußen aufmerksam zu machen, das war sein redliches Bemühen. In der Sebnitzer Chronik vom Jahre 1786 schreibt er auf Seite 11, nachdem er eine kurze Schilderung der Sächsischen Schweiz gegeben hat, folgendes: „Doch ich fühle mich zu schwach, dieses alles lebhaft zu schildern. Diese reizende Gegend will nicht beschrieben, | ||
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| + | Was Götzinger erstrebt hat und gewollt, das hat sich erfüllt. Wie würde er sich freuen, wenn er heute die Tausende von Wanderern sehen könnte, die allein während der Pfingstfeiertage nach den Bergen und Gründen der Sächsischen Schweiz wallfahrten! – | ||
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| + | M. Wilhelm Leberecht Götzinger stammt aus einer Predigerfamilie. Vater und Großvater waren Prediger gewesen. Der Großvater amtierte als Pfarrer segensreich in [[geo: | ||
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| + | Von seinem Vater und Großvater redet M. Wilhelm Leberecht Götzinger mit hoher Ehrerbietung und größter Achtung. Sie hat er sich zum Vorbilde genommen. Fleißig führte auch er die Feder. | ||
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| + | M. Wilhelm Leberecht Götzinger wurde am 1. Sept. 1758 in Struppen geboren, ward 1787 Diakonus in Neustadt und 1811 Pfarrer daselbst. Er starb 1818, am 22. April, nachts 1 Uhr. Die Neue Sächs. Kirchengalerie schreibt hierüber im Bande Ephorie Pirna, Seite 946: | ||
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| + | „Sein Grabdenkmal gibt den 23. April als Todestag an, ebenso das Kirchenbuch, | ||
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| + | In der Erinnerung der älteren Leute in der Parochie Neustadt lebt M. Wilhelm Leberecht Götzinger noch heute fort. Sein Grab befindet sich auf dem alten Kirchhofe in unmittelbarer Nähe der neuen Stadtkirche, | ||
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| + | „Dem Andenken unseres unvergeßlichen Lehrers und Freundes, Herrn Pastor Wilhelm Leberecht Götzinger, von seinen Verehrern gewidmet. Er starb den 23. April 1818.“ | ||
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| + | Die diesem Holzkreuze gegenüber sich befindliche Steinplatte enthält folgende Inschrift: | ||
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| + | „Ruhestätte des Magister Wilhelm Leberecht Goetzinger, Pastor allhier, geb. den 1. September 1758, gestorben d. 23. April 1818; | ||
| + | und dessen Ehegattin | ||
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| + | Charlotte Sophie, geb. Bielitz, gest. d. 25. März 1811 im 43. Jahre. | ||
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| + | Friede Ihrer Asche! | ||
| + | Gedenket Eurer Lehrer, die Euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach. | ||
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| + | Ebr. 13, 7.“ | ||
| + | M. Götzinger war ein eifriger Forscher der Geschichte seiner Heimat. Er ging schon als Predigtamtskandidat daran, Nachrichten über seine Heimat zu sammeln. Die Frucht dieser Forschung war die im Jahre 1786 bei Carl Craz in Freiberg erschienene Chronik, die folgenden Titel hat: | ||
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| + | „Geschichte und Beschreibung des Chursächsischen Amts Hohnstein mit Lohmen, insbesondere der unter dieses Amt gehörigen | ||
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| + | Stadt Sebniz, von\\ | ||
| + | M. Wilhelm Leberecht Götzinger, | ||
| + | des Predigtamts Kandidat.“\\ | ||
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| + | Die Vorrede zu dieser Chronik lautet: | ||
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| + | „So hätte ich denn diese Geschichte zur gesetzten Zeit, wie ich’s versprach, vollendet. Nie würde ich an die Ausarbeitung und Herausgabe derselben gedacht haben, wenn mich nicht einige Gönner und Freunde, die meine erste sehr geringe Sammlung sahen, hierzu ermunterten und die Liebe zu meinem Vaterlande den Entschluß hierzu nicht völlig zur Ausführung brachte. Ob ich mich nun gleich bemüht habe, der Vollständigkeit und Genauigkeit so nahe als möglich zu kommen, so empfinde ich es doch sehr, daß mein Buch nicht ohne Fehler ist. Indessen kann ich als Anfänger auf Nachsicht hoffen, und ich werde auch jede Belehrung gern annehmen, wenn sie gegründet und bescheiden ist. – Es würden in der alten Geschichte nicht so viele Lücken sein, wenn ich mehr Vorgänger gehabt, und die wenigen, welche hiervon etwas geschrieben, | ||
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| + | Es könnte vielleicht Manchem zuwider sein, daß ich von Sebnitz viel, von den übrigen Amtsstädten hingegen wenig sage. Die Geschichte einer Stadt wollte ich nun einmal ganz ausarbeiten, | ||
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| + | Götzingers Chronik ist heute viel begehrt. Sie enthält wertvolle Nachrichten. | ||
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| + | P. Götzinger lebt heute noch in der Erinnerung der ältesten Bewohner der Neustädter und Sebnitzer Gegend. Er hatte seine Heimat lieb, und er verdient es, nicht vergessen zu werden. Seine Grabstätte möchte auch ferner, wie bisher, gepflegt werden und erhalten bleiben. | ||
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sagen/wasdieheimaterzaehlt197.1709910804.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
