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sagen:wasdieheimaterzaehlt159

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 Fr. Theodor Auster, Carl Aug. Köhler, Johann Ferdinand Kneschke, Carl Gottlieb Lippert, Carl Heinrich Puy.\\ Fr. Theodor Auster, Carl Aug. Köhler, Johann Ferdinand Kneschke, Carl Gottlieb Lippert, Carl Heinrich Puy.\\
  
-Der Blick von der obersten Plattform aus ist überraschend. Zu unseren Füßen liegt nach Westen hin das traute Städtchen Löbau mit seinen roten Ziegeldächern. Ueber dasselbe hinaus schweift das Auge hin zu den alten Götterbergen Czornebog und Bielebog. Draußen am westlichen Horizonte taucht die alte Wendenstadt [[geo:Bautzen]] mit den zahlreichen Türmen auf. Von Süden her grüßen der turmgekrönte Kottmar, der Hutberg bei [[geo:Herrnhut]] und aus größerer Entfernung die Berge südlich von [[geo:Zittau]]. Nach Osten hin schweift der Blick zum Rotstein, dem Nachbar des Löbauer Berges, zur stolzen [[region:Landeskrone]] bei [[geo:Görlitz]], zum [[region:isergebirge|Iser-]] und [[region:Riesengebirge]]. Nach Norden zu erhebt sich der [[region:Stromberg]] bei [[geo:Weißenberg]]. Das Auge überblickt die [[region:niederschlesien|niederschlesische]] Ebene mit ihrer endlosen Heide, ferner die fruchtbare [[region:oberlausitz|Oberlausitzer]] Ebene, auch die „Wendei“ genannt, mit ihren freundlichen Siedelungen. Vom Löbauer Berge aus sieht man den größten Teil des östlichen Sachsenlandes. Nicht weniger als 12 Städte erreicht das unbewaffnete Auge. Ringsum aber breitet sich noch ein Kranz lieblicher Dörfer mit gesegneten Gefilden aus. – Am Fuße des Turmes liegt ein schmuckes Restaurant. Wenige Minuten von diesem entfernt steht an der Südseite des Berges das Berghaus, die älteste Restaurationsanlage des Löbauer Berges. Ihre Gründung fällt bereits in das Jahr 1738. Von hier überblickt man die Süd- und Westseite des Berges. Unterhalb des Berges befindet sich das „Steinerne Meer“, eine von Granitblöcken überschüttete Hangfläche. –+Der Blick von der obersten Plattform aus ist überraschend. Zu unseren Füßen liegt nach Westen hin das traute Städtchen Löbau mit seinen roten Ziegeldächern. Ueber dasselbe hinaus schweift das Auge hin zu den alten Götterbergen Czornebog und Bielebog. Draußen am westlichen Horizonte taucht die alte Wendenstadt [[geo:Bautzen]] mit den zahlreichen Türmen auf. Von Süden her grüßen der turmgekrönte Kottmar, der Hutberg bei [[geo:Herrnhut]] und aus größerer Entfernung die Berge südlich von [[geo:Zittau]]. Nach Osten hin schweift der Blick zum Rotstein, dem Nachbar des Löbauer Berges, zur stolzen [[region:Landeskrone]] bei [[geo:Görlitz]], zum [[region:isergebirge|Iser-]] und [[region:Riesengebirge]]. Nach Norden zu erhebt sich der [[region:strohmberg|Stromberg]] bei [[geo:Weißenberg]]. Das Auge überblickt die [[region:niederschlesien|niederschlesische]] Ebene mit ihrer endlosen Heide, ferner die fruchtbare [[region:oberlausitz|Oberlausitzer]] Ebene, auch die „Wendei“ genannt, mit ihren freundlichen Siedelungen. Vom Löbauer Berge aus sieht man den größten Teil des östlichen Sachsenlandes. Nicht weniger als 12 Städte erreicht das unbewaffnete Auge. Ringsum aber breitet sich noch ein Kranz lieblicher Dörfer mit gesegneten Gefilden aus. – Am Fuße des Turmes liegt ein schmuckes Restaurant. Wenige Minuten von diesem entfernt steht an der Südseite des Berges das Berghaus, die älteste Restaurationsanlage des Löbauer Berges. Ihre Gründung fällt bereits in das Jahr 1738. Von hier überblickt man die Süd- und Westseite des Berges. Unterhalb des Berges befindet sich das „Steinerne Meer“, eine von Granitblöcken überschüttete Hangfläche. –
  
 Der Löbauer Berg endigt in zwei Kuppen, die durch einen Sattel verbunden sind. Die südwestliche Kuppe hat eine Höhe von 450 Meter und trägt den stattlichen Aussichtsturm. Die nordöstliche Kuppe wird der Schafberg genannt. Um den Gipfel desselben zieht sich ein mächtiger Steinwall von ungefähr 1000 Meter Umfang. Es ist der sehenswerte Schlackenwall, der vor Jahrtausenden eine Kultusstätte der früheren Bewohner der Löbauer Gegend war. Sein Alter schätzt man auf über 2000 Jahre. Daraus ist zu schließen, daß der Löbauer Berg bereits in den frühesten Zeiten den damaligen Bewohnern der Umgegend eine liebe Stätte war. – Der Schlackenwall auf dem Löbauer Berge ist drei bis sechs Meter breit und bis zwei Meter hoch. An der Westseite ist er höher als an der Nordseite. Er hat die Gestalt eines verschobenen Vierecks mit abgerundeten Ecken. Die nördliche Ecke des Schlackenwalles findet ihren Abschluß in der Nähe einer sehenswerten Felsenpartie, die man die Bautzner Kuppe nennt. Auch der Südwestecke des Schlackenwalles ist eine steile Felsengruppe vorgelagert. – Die von dem Steinwalle eingeschlossene Fläche beträgt ungefähr 4 Hektar. Der Schlackenwall auf dem Löbauer Berge ist der größte in ganz Deutschland. Es ist dieser Wall im Laufe vieler Jahre von Menschenhänden aufgebaut worden und zwar aus Basalt- und Nephelin-Doleritstücken. Im Innern des Walles sind diese Steine durch Feuereinwirkung verschlackt. Auffallend ist diese Verschlackung an der Westseite. Bei der Untersuchung des Schlackenwalles hat man allerhand Scherben und Knochensplitter, auch Steinbeile und Bronzegegenstände aufgefunden. Der von dem Steinwall eingeschlossene Raum ist mit einer dichten Humusschicht bedeckt, in der sich zahlreiche Scherben von Kochtöpfen befinden. Aus diesen Funden wird auch geschlossen, daß der Schlackenwall in frühester Zeit lange bewohnt und bebaut gewesen sein muß. Herr Bürgerschullehrer Hermann Schmidt in Löbau schreibt hierüber folgendes: Der Löbauer Berg endigt in zwei Kuppen, die durch einen Sattel verbunden sind. Die südwestliche Kuppe hat eine Höhe von 450 Meter und trägt den stattlichen Aussichtsturm. Die nordöstliche Kuppe wird der Schafberg genannt. Um den Gipfel desselben zieht sich ein mächtiger Steinwall von ungefähr 1000 Meter Umfang. Es ist der sehenswerte Schlackenwall, der vor Jahrtausenden eine Kultusstätte der früheren Bewohner der Löbauer Gegend war. Sein Alter schätzt man auf über 2000 Jahre. Daraus ist zu schließen, daß der Löbauer Berg bereits in den frühesten Zeiten den damaligen Bewohnern der Umgegend eine liebe Stätte war. – Der Schlackenwall auf dem Löbauer Berge ist drei bis sechs Meter breit und bis zwei Meter hoch. An der Westseite ist er höher als an der Nordseite. Er hat die Gestalt eines verschobenen Vierecks mit abgerundeten Ecken. Die nördliche Ecke des Schlackenwalles findet ihren Abschluß in der Nähe einer sehenswerten Felsenpartie, die man die Bautzner Kuppe nennt. Auch der Südwestecke des Schlackenwalles ist eine steile Felsengruppe vorgelagert. – Die von dem Steinwalle eingeschlossene Fläche beträgt ungefähr 4 Hektar. Der Schlackenwall auf dem Löbauer Berge ist der größte in ganz Deutschland. Es ist dieser Wall im Laufe vieler Jahre von Menschenhänden aufgebaut worden und zwar aus Basalt- und Nephelin-Doleritstücken. Im Innern des Walles sind diese Steine durch Feuereinwirkung verschlackt. Auffallend ist diese Verschlackung an der Westseite. Bei der Untersuchung des Schlackenwalles hat man allerhand Scherben und Knochensplitter, auch Steinbeile und Bronzegegenstände aufgefunden. Der von dem Steinwall eingeschlossene Raum ist mit einer dichten Humusschicht bedeckt, in der sich zahlreiche Scherben von Kochtöpfen befinden. Aus diesen Funden wird auch geschlossen, daß der Schlackenwall in frühester Zeit lange bewohnt und bebaut gewesen sein muß. Herr Bürgerschullehrer Hermann Schmidt in Löbau schreibt hierüber folgendes:
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 Der südöstlichen Ecke des Schlackenwalles ist eine Felsengruppe vorgelagert, welche im Volksmunde der Gold- oder Geldkeller heißt. Hier sind nach der Sage große Schätze aufbewahrt. Von ehemaligen Löbauer Ratsherrn und Bürgermeistern werden dieselben bewacht. Wenn die Stadt Löbau einmal in Not kommen sollte, dann stellen die Hüter diesen Schatz ihrer Vaterstadt zur Verfügung. In gewissen heiligen Nächten können bevorzugte Bürger Löbaus zu diesem Schatze gelangen. – Alljährlich ist der Goldkeller einmal geöffnet und zwar am [[zeit:johannistag|Johannistage]] mittags 12 bis 1 Uhr. Wer in dieser Stunde an jenes Gewölbe kommt, der kann in den Goldkeller gelangen. – Vor Jahren war an diesem Tage ein Knabe aus Löbau oben auf dem Berge. Der Wind ging heftig und nahm ihm seinen Hut. Der Knabe sprang dem Hute nach und sah auf einmal vor sich ein Gewölbe, das mit Gold und Edelsteinen angefüllt war. Eine große Furcht erfaßte ihn. Er stürmte den Berg hinab in die Stadt, wo er den Leuten alles erzählte, was ihm begegnet war. Als nun die Leute nach der von ihm bezeichneten Stelle gingen, fanden sie keine Höhle, wohl aber viele Felsentrümmer und viel Gestrüpp. – Der südöstlichen Ecke des Schlackenwalles ist eine Felsengruppe vorgelagert, welche im Volksmunde der Gold- oder Geldkeller heißt. Hier sind nach der Sage große Schätze aufbewahrt. Von ehemaligen Löbauer Ratsherrn und Bürgermeistern werden dieselben bewacht. Wenn die Stadt Löbau einmal in Not kommen sollte, dann stellen die Hüter diesen Schatz ihrer Vaterstadt zur Verfügung. In gewissen heiligen Nächten können bevorzugte Bürger Löbaus zu diesem Schatze gelangen. – Alljährlich ist der Goldkeller einmal geöffnet und zwar am [[zeit:johannistag|Johannistage]] mittags 12 bis 1 Uhr. Wer in dieser Stunde an jenes Gewölbe kommt, der kann in den Goldkeller gelangen. – Vor Jahren war an diesem Tage ein Knabe aus Löbau oben auf dem Berge. Der Wind ging heftig und nahm ihm seinen Hut. Der Knabe sprang dem Hute nach und sah auf einmal vor sich ein Gewölbe, das mit Gold und Edelsteinen angefüllt war. Eine große Furcht erfaßte ihn. Er stürmte den Berg hinab in die Stadt, wo er den Leuten alles erzählte, was ihm begegnet war. Als nun die Leute nach der von ihm bezeichneten Stelle gingen, fanden sie keine Höhle, wohl aber viele Felsentrümmer und viel Gestrüpp. –
  
-In dunklen Herbstnächten jagt in den Forsten des Löbauer Berges der wilde Jäger [[wesen:berndietrich|Berndittrich]]. Bald ohne, bald mit dem Kopfe stürmt er zu Pferde durch die Wälder. Doch tut er niemandem etwas zu leide; freilich wer ihn neckt, den straft er mit einem Stück Fleisch, das er ihm zuwirft. – Bei dem Dorfe Mönchswald befinden sich ein Nadelgehölz und ein bewaldeter Berg, der „Pan-Dittrich“ genannt. Dort hauste nach der Sage der [[wesen:wilderjäger|wilde Jäger]] einst auf einer Burg als gefürchteter Raubritter. Von dieser Burg sieht man freilich nur noch Steingeröll. Der Ritter findet im Grabe keine Ruhe und jagt nun zur Nachtzeit, oft aber auch in den hellsten Mittagsstunden in den Forsten der Lausitz. –+In dunklen Herbstnächten jagt in den Forsten des Löbauer Berges der wilde Jäger [[wesen:pandietrich|Berndittrich]]. Bald ohne, bald mit dem Kopfe stürmt er zu Pferde durch die Wälder. Doch tut er niemandem etwas zu leide; freilich wer ihn neckt, den straft er mit einem Stück Fleisch, das er ihm zuwirft. – Bei dem Dorfe Mönchswald befinden sich ein Nadelgehölz und ein bewaldeter Berg, der „Pan-Dittrich“ genannt. Dort hauste nach der Sage der [[wesen:wilderjäger|wilde Jäger]] einst auf einer Burg als gefürchteter Raubritter. Von dieser Burg sieht man freilich nur noch Steingeröll. Der Ritter findet im Grabe keine Ruhe und jagt nun zur Nachtzeit, oft aber auch in den hellsten Mittagsstunden in den Forsten der Lausitz. –
  
 In früheren Zeiten wurde am Löbauer Berge Bergbau auf Silber und Gold getrieben. Im 16. Jahrhunderte waren zwei Bergwerke im Betrieb. In dem einen grub man nach Blei, in dem anderen nach Galmei und Wesmuth. – Beim Bau der großen Eisenbahnbrücke, welche über das Löbauer Wasser sich spannt, stieß man auf einen verschütteten Schacht. – In früheren Zeiten wurde am Löbauer Berge Bergbau auf Silber und Gold getrieben. Im 16. Jahrhunderte waren zwei Bergwerke im Betrieb. In dem einen grub man nach Blei, in dem anderen nach Galmei und Wesmuth. – Beim Bau der großen Eisenbahnbrücke, welche über das Löbauer Wasser sich spannt, stieß man auf einen verschütteten Schacht. –
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