sagen:wasdieheimaterzaehlt125
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| + | ====== Der Schlossberg bei Brauna ====== | ||
| + | Von Kamenz aus führt eine schöne Landstraße über die Dörfer Brauna, Rohrbach, Neukirch und Koitzsch nach Königsbrück. Südlich von dieser Landstraße erhebt sich kurz vor Brauna eine waldbedeckte Anhöhe, der Schloßberg genannt. Hier oben soll in grauer Vorzeit eine Burg gestanden haben, die aber schon längst in Trümmer gefallen ist und von der heute nur noch die verwitterten und mit Moos überzogenen Steine zeugen. Unter den Trümmern liegen aber große Schätze vergraben, die noch nicht gehoben worden sind. | ||
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| + | Im Jahre 1600, am Tage St. Peter und Paul, ging ein armes Mädchen aus Brauna in den Wald, um Holz zur Feuerung zusammenzulesen. Es herrschte eine grimmige Kälte, und das Mädchen sputete sich, um bald wieder nach Hause zu kommen. Mit einer schweren Last beladen, trat es den Heimweg an. Da erhob sich auf einmal ein so arges Schneegestöber, | ||
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| + | Nach kurzer Zeit bemerkte es oben auf dem Schloßberge ein Licht, das da hell in den Wald hineinleuchtete. Auf dieses Licht ging das Mädchen zu. Da trat diesem ein graubärtiges Männchen entgegen. Das sprach zu der Verirrten: „Was trägst Du, und wo willst Du hin?“ Das Mädchen antwortete: „Ich bin aus Brauna und will wieder dorthin. Im Schneegestöber habe ich mich verirrt. Meine Eltern sind arm. Holz sollte ich zur Feuerung im Walde sammeln!“ – Das Männchen sagte: „Folge mir ohne Furcht nach, mache aber vorher Deinen Korb leer!“ – Das Mädchen folgte dem Männchen. Es kletterte den Berg mit hinauf. Oben auf der Höhe lag ein fünf Ellen hoher Felsblock. Derselbe hatte eine Oeffnung, | ||
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| + | Dann geleitete der Geist das Mädchen durch den Wald auf den rechten Weg und brachte es bis nach Brauna vor das Haus der besorgten Eltern. Dieselben waren über das Silbergeschenk sehr verwundert, welches ihre Tochter oben auf dem Schloßberge erhalten hatte. Nun waren sie reich, und die Not hatte ein Ende. Als die anderen Leute im Dorfe vernahmen, wie die armen Häusler mit einmal so reich geworden waren, zogen sie in den nächsten Tagen in Scharen hinauf nach dem Schloßberge und gruben hier. Kein Stein blieb auf dem anderen, allein man fand nichts von einem Schatze. Das Mädchen aber und seine Eltern lebten glücklich bis zum Lebensende. | ||
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