sagen:wasdieheimaterzaehlt057
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| - | Kurfürst Vater August, der von 1553 bis 1586 in Sachsen regierte, war ein strenger Lutheraner und darum auch bemüht, seinem Lande die reine evangelische Lehre zu erhalten. Auf dem Reichstage zu Augsburg im Jahre 1555, da der berühmte Religionsfriede zu stande kam, war er zwar nicht persönlich anwesend, er hatte aber treue und gewissenhafte Gesandte dahin abgeschickt. Zugegen war er aber auf dem im März 1555 zu Naumburg an der Saale abgehaltenen Fürstentage. Daselbst ermahnte Vater August | + | Zu den Männern, welche sich um die Aufzeichnung |
| - | Auf Vater August folgte | + | „Historie |
| - | Den Kurfürsten selbst suchte dessen in Dresden lebender Schwager, der reformierte Pfalzgraf Johann Casimir, für die calvinische Lehre zu gewinnen. Dazu war Crell bemüht, dieselbe allmählich im ganzen Lande einzuführen. Der gegen die Krypto-Calvinisten eifernde Superintendent | + | „Dem Hochgeborenen Herren,\\ |
| + | Herrn Thomas, des Heil. Römischen Reichs Freyherrn | ||
| - | Friedrich Wilhelm von Weimar, sowie seine Gemahlin Sophie, waren streng lutherisch. Seine Hauptsorge ging nun vor allen Dingen dahin, das Luthertum | + | Meinem gnädigen Herrn.\\ |
| + | Hochgeborener Freyherr, Gnädiger Herr,\\ | ||
| + | Ew. Hoch-Freyherrl. Excellenz haben jederzeit, wie gegen die Wissenschaften überhaupt, also gegen die Geschichte des Vaterlandes insonderheit, | ||
| - | „Als der Ruf davon in Dresden auskommen, daß Salmuth und Steinbach in Arrest genommen werden sollten, hatten sich viele Leute anno 1592 den 8. Mai, Mittwoch nach Pfingsten, versammelt, das Straßenpflaster aufgerissen und würden sie (die eben genannten Geistlichen) sehr übel tractirt haben, wenn nicht der Stadt-Hauptmann mit der Garnison und Bürgerschaft dazwischen kommen wäre und die gedachten Beiden (Salmuth und Steinbach) in starker u. schützender Begleitung auf das Schloß Stolpen gebracht hätte. Daselbst hat aber der Teufel, wie der Amtsschösser Thomas Teutter, Verwalter zu Stolpen, an den damaligen Administrator umständlich berichtet, ihn (den Thomas Treutter) des Nachts oft besuchet, sich in seinem Handbecken gebadet, das Bänklein fortgerücket, | + | Stolpen, den 25. Septbr. 1764\\ |
| + | Ew. Hoch-Freyherrl. Excellenz unterthänigster\\ | ||
| + | M. Carl Christian Gercken.“\\ | ||
| - | Dem gefangenen Hofprediger Steinbach scheint aber auf der Burg Stolpen die Zeit sehr lang geworden | + | M. Carl Christian Gercken wurde am 19. Oktober 1731 zu Stolpen geboren, wo sein Vater, Christian Ernst Gercken, Archidiakonus war. Seinen ersten Unterricht erhielt |
| - | „Er hat die Türe seines Gefängnisses mit einem Brotmesser zerschnitten und weil es ihm, als einer schweren Person, daraus | + | In Wittenberg holte er sich 1753 den Magistertitel unter dem Dekanat Professor Christian Crußi. Darauf verließ Gercken Leipzig und ließ sich den 3. Oktober desselben Jahres |
| - | „Nachdem ich, M. David Steinbach, zu der Zeit, da mir das Hofpredigerdienst zu Dresden befohlen gewesen, fremde calvinische, | + | Carl Christian Gercken muß schriftstellerisch sehr tätig gewesen sein; denn davon zeugt zunächst seine über Stolpen verfaßte Chronik. Es ist dieses Werk aber nicht das einzige |
| - | Ich, M. Steinbach, bekenne, daß ich diese meine Revocation selbst aus meiner Andacht gestaltet, zuvorher wohl bewogen und also freiwillig mit eigner Hand unterschrieben. Im Beisein des ehrwürdigen hochgelehrten Herrn Doctoris Zachariä Rivandri, Pfarrherrn und Superintendenten zu Bischofswerda, | + | „Dissertatio de Justini Matvris ad religionem Christianam conversione admodum memorabili. Lips. 1763. 4to. plag. 2½“, |
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| - | Dieses Schriftstück unterzeichnete auch Salmuth. Deshalb wurden beide, Steinbach und Salmuth, aus der Haft entlassen, ohne aber in ihre Ämter | + | „Davids Aufmunterung an das Stolpnische Zion, die Werke des Herrn, bei der heilsamen Reformation, dankbarlich zu erzählen.“ |
| + | Friedrichstadt. 4to. 2½ Bogen. | ||
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| + | Diese Arbeit ist eine Predigt über Psalm 138 und wurde von Gercken am Neujahr 1759 gehalten und zwar zum Andenken der vor 200 Jahren im Amte Stolpen vorgenommenen Kirchen-Reformation. Auch noch einige von ihm verfaßte historische Aufsätze führt Gercken an, die er im Jahre 1763 „in den Dreßdner gelehrten Anzeigen“ habe erscheinen lassen. | ||
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| + | Den Anfang zu seiner lesenswerten | ||
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| + | „Der selige Rektor Schoettgen an der Schule zum heil. Creutz in Dreßden, den ich als meinen ehemaligen treuen Lehrer noch in der Grube verehre, hatte daher meine natürliche Neigung zur Geschichte des Vaterlandes kaum vermerket, als er mich aufmunterte, | ||
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| + | Gercken hat nach Jahren mit der größten Gewissenhaftigkeit seine Arbeit vollendet und durch seine Chronik ein bleibendes Andenken sich gesichert. | ||
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| + | Schon im Anfange des 18. Jahrhunderts war von einem Vorgänger Gerckens, dem M. Carl Samuel Senff (geb. den 23. Mai 1666 in Stolpen, gest. den 17. März 1729 als Pastor in Stolpen) Stoff zu einer Chronik von Stolpen mit einem wahren Bienenfleiße und mit großer Sachkenntnis gesammelt worden. Gercken schreibt hierzu: „Der Fleiß und die Geschicklichkeit, | ||
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