sagen:wasdieheimaterzaehlt057
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| + | ====== Carl Christian Gercken, der Verfasser der Chronik von Stolpen ====== | ||
| + | Zu den Männern, welche sich um die Aufzeichnung der Ortsgeschichte Stolpens hochverdient gemacht haben, gehört in erster Linie Carl Christian Gercken. Auf seinen Namen stößt der Geschichtsforscher wiederholt. Sehr wertvoll ist die Chronik, welche Gercken über Burg und Stadt Stolpen verfaßte. In diesem Werke hat er sich ein dauerndes Denkmal selbst errichtet. Die von Gercken über Stolpen verfaßte Chronik erschien im Jahre 1764 und zählt 788 Seiten. Dieselbe führt folgenden Titel: | ||
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| + | „Historie der Stadt und Bergfestung Stolpen, im Marggrafthume Meißen gelegen, aus zuverlässigen Nachrichten entworffen von M. Carl Christian Gercken. Dreßden und Leipzig, zu finden im Adreß-Comtoir 1764.“ – Der Verfasser hat diese Chronik dem damaligen sächsischen Conferenz-Minister gewidmet und zwar mit folgenden Worten: | ||
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| + | „Dem Hochgeborenen Herren,\\ | ||
| + | Herrn Thomas, des Heil. Römischen Reichs Freyherrn von Fritsch, Sr. Churfürstlichen Durchl. zu Sachsen hochbetrautem Conferenz-Ministre und. würklichem Geheimden Rathe etc. | ||
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| + | Meinem gnädigen Herrn.\\ | ||
| + | Hochgeborener Freyherr, Gnädiger Herr,\\ | ||
| + | Ew. Hoch-Freyherrl. Excellenz haben jederzeit, wie gegen die Wissenschaften überhaupt, also gegen die Geschichte des Vaterlandes insonderheit, | ||
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| + | Stolpen, den 25. Septbr. 1764\\ | ||
| + | Ew. Hoch-Freyherrl. Excellenz unterthänigster\\ | ||
| + | M. Carl Christian Gercken.“\\ | ||
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| + | M. Carl Christian Gercken wurde am 19. Oktober 1731 zu Stolpen geboren, wo sein Vater, Christian Ernst Gercken, Archidiakonus war. Seinen ersten Unterricht erhielt er in der Schule seiner Vaterstadt. Diese Stadtschule stand damals unter dem Rektor M. Nestler und hatte weit und breit einen guten Ruf. Im Jahre 1745 kam Gercken wohlvorbereitet auf die Kreuzschule zu Dresden und hat daselbst „als Con-Rector studiret“. Seine Lehrer waren der berühmte Rektor Christian Schoettgen und Eph. Kretzschmar. „Nach getaner öffentlichen Valediction“ (Abschiednehmen, | ||
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| + | In Wittenberg holte er sich 1753 den Magistertitel unter dem Dekanat Professor Christian Crußi. Darauf verließ Gercken Leipzig und ließ sich den 3. Oktober desselben Jahres „pro Candidatura“ vor dem Oberkonsistorium zu Dresden prüfen. Darauf kehrte er in seine Vaterstadt und in’s Vaterhaus zurück und übte sich hier, wie er selbst erzählt, im Predigen. Das letzte Jahr vor seiner Beförderung in die künftige Amtsstellung war er als „Privat-Informator Gülden“ im Hause des Herrn Amtsmannes tätig. Im Jahre 1755 berief ihn der Rat der Stadt Stolpen „zu dem erledigten Diakonat“, | ||
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| + | Carl Christian Gercken muß schriftstellerisch sehr tätig gewesen sein; denn davon zeugt zunächst seine über Stolpen verfaßte Chronik. Es ist dieses Werk aber nicht das einzige von ihm verfaßte Buch. Er führt selbst noch einige Schriften an, z. B. | ||
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| + | „Dissertatio de Justini Matvris ad religionem Christianam conversione admodum memorabili. Lips. 1763. 4to. plag. 2½“, | ||
| + | ferner: | ||
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| + | „Davids Aufmunterung an das Stolpnische Zion, die Werke des Herrn, bei der heilsamen Reformation, | ||
| + | Friedrichstadt. 4to. 2½ Bogen. | ||
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| + | Diese Arbeit ist eine Predigt über Psalm 138 und wurde von Gercken am Neujahr 1759 gehalten und zwar zum Andenken der vor 200 Jahren im Amte Stolpen vorgenommenen Kirchen-Reformation. Auch noch einige von ihm verfaßte historische Aufsätze führt Gercken an, die er im Jahre 1763 „in den Dreßdner gelehrten Anzeigen“ habe erscheinen lassen. | ||
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| + | Den Anfang zu seiner lesenswerten und wertvollen Chronik machte Carl Christian Gercken schon auf der Kreuzschule zu Dresden. Anregung hierzu erhielt er durch seinen Lehrer, den Rektor Schoettgen, der Gerckens Liebe und Neigung zur vaterländischen Geschichte bald kennengelernt hatte. Darum munterte dieser ihn auf, doch die Nachrichten seiner Vaterstadt zu sammeln. Gercken schreibt in dem Vorwort seiner Chronik über Stolpen wörtlich folgendes: | ||
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| + | „Der selige Rektor Schoettgen an der Schule zum heil. Creutz in Dreßden, den ich als meinen ehemaligen treuen Lehrer noch in der Grube verehre, hatte daher meine natürliche Neigung zur Geschichte des Vaterlandes kaum vermerket, als er mich aufmunterte, | ||
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| + | Gercken hat nach Jahren mit der größten Gewissenhaftigkeit seine Arbeit vollendet und durch seine Chronik ein bleibendes Andenken sich gesichert. | ||
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| + | Schon im Anfange des 18. Jahrhunderts war von einem Vorgänger Gerckens, dem M. Carl Samuel Senff (geb. den 23. Mai 1666 in Stolpen, gest. den 17. März 1729 als Pastor in Stolpen) Stoff zu einer Chronik von Stolpen mit einem wahren Bienenfleiße und mit großer Sachkenntnis gesammelt worden. Gercken schreibt hierzu: „Der Fleiß und die Geschicklichkeit, | ||
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sagen/wasdieheimaterzaehlt057.1709906611.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
