sagen:wasdieheimaterzaehlt056
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| - | Zur Burg Stolpen gehörte ehemals | + | Kurfürst Vater August, der von 1553 bis 1586 in Sachsen regierte, war ein strenger Lutheraner und darum auch bemüht, seinem Lande die reine evangelische Lehre zu erhalten. Auf dem Reichstage zu Augsburg im Jahre 1555, da der berühmte Religionsfriede zu stande kam, war er zwar nicht persönlich anwesend, er hatte aber treue und gewissenhafte Gesandte dahin abgeschickt. Zugegen war er aber auf dem im März 1555 zu Naumburg |
| - | Angelegt wurde dieser ehemalige Tiergarten vom Kurfürsten | + | Auf Vater August |
| - | Dieser Obstgarten wurde bald in einen Tiergarten umgewandelt, in dem dann verschiedenes Hochwild gehalten | + | Den Kurfürsten selbst suchte dessen |
| - | Wie zahlreich das Wild des Stolpener Tiergartens gewesen sein muß, das beweisen verschiedene Jagdberichte aus jener Zeit. Im 14. Kapitel | + | Friedrich Wilhelm von Weimar, sowie seine Gemahlin Sophie, waren streng lutherisch. Seine Hauptsorge ging nun vor allen Dingen dahin, das Luthertum in dem von ihm verwalteten Lande wieder herzustellen und zwar in seiner ursprünglich reinen Form. Der erste Schritt hierzu war die sofortige Verhaftung des Kanzlers Dr. Crell und des Dr. Pfeifer’s Wiedereinsetzung. Crell wurde nach dem Königsteine in strenge Hut gebracht. Über 10 Jahre befand er sich daselbst. Auch die beiden Hofprediger Salmuth und Steinbach, die mit dem einstigen Kanzler im vollen Einverständnis gehandelt hatten, wurden verhaftet und im Jahre 1592 nach der Festung Stolpen als Staatsgefangene gebracht. Schöttgen erzählt hierüber in seiner „Wurzener Historie“ folgendes: |
| - | „Im Jahre 1625, vom 12. bis 14. September, waren [[vip: | + | „Als der Ruf davon in Dresden auskommen, daß Salmuth |
| - | „Im Jahre 1660, Montags, den 24. September, kamen Ihro Churfürstl. Durchl. nebst dero Frau Gemahlin und Prinzessin allhier an, erlegten folgenden Tages 24 Stück Thamm-Wildpret und speisten | + | Dem gefangenen Hofprediger Steinbach scheint aber auf der Burg Stolpen die Zeit sehr lang geworden zu sein; denn er versuchet am 19. Juni 1592 auf folgende Art die Freiheit |
| - | „Im Jahre 1691, den 28. August, hatte sich ein Wolf in hiesigem Tiergarten gefunden, der an Wildprete großen Schaden tat, indem binnen etlichen Nächten | + | „Er hat die Türe seines Gefängnisses mit einem Brotmesser zerschnitten und weil es ihm, als einer schweren Person, daraus zu kriechen, unmöglich gewesen, mit einem Scheite eine drei Zoll starke Pfoste zerschlagen. Hierauf ist er, wie Treutter schreibt, mit Hilfe des Teufels durch drei andere verschlossene Türen, die ganz unversehrt geblieben, durchkommen. Hierauf hat er oben im Schlosse |
| - | „Im Jahre 1708, den 16. Juli, langten Ihre Königl. Majestät | + | „Nachdem ich, M. David Steinbach, zu der Zeit, da mir das Hofpredigerdienst zu Dresden befohlen gewesen, fremde calvinische, |
| - | Aus diesen angeführten Berichten ist zu ersehen, daß der Stolpener Tiergarten ein beliebter Jagdort der sächsischen Kurfürsten gewesen sein muß. Dafür sprechen ihre wiederholten Besuche. | + | Ich, M. Steinbach, bekenne, daß ich diese meine Revocation selbst aus meiner Andacht gestaltet, zuvorher wohl bewogen und also freiwillig mit eigner Hand unterschrieben. Im Beisein des ehrwürdigen hochgelehrten Herrn Doctoris Zachariä Rivandri, Pfarrherrn und Superintendenten zu Bischofswerda, |
| - | Mit Ausgang des 18. Jahrhunderts | + | Dieses Schriftstück unterzeichnete auch Salmuth. Deshalb wurden beide, Steinbach und Salmuth, aus der Haft entlassen, ohne aber in ihre Ämter und Würden wieder eingesetzt zu werden. Mit dem Calvinismus |
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sagen/wasdieheimaterzaehlt056.1709912270.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
