sagen:vsuvdl099
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| + | ====== Der kopflose Fuhrmann (Gräve) ====== | ||
| + | Zur Zeit, da die [[region: | ||
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| + | Daß also Ehren Glausch unter solchen Umständen begütert und wohlhabend war, darf wohl nicht erst bemerkt werden; es ging ihm daher, wie so Manchem, für welchen Andere arbeiten, wobei er sich mästet. Allein, woher kam diese Wohlhabenheit, | ||
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| + | Hatten sich Stallmännchen in sein Gehöft’ und Ställe eingefunden, | ||
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| + | So gingen sie mehrere Jahre hindurch Knechten und Mägden – die sie fast gar nicht oder nur selten bemerkten – liebevoll an die Hand, wurden von Allen geliebt und sorgsam verpflegt – denn das junge, lebenslustige Volk brauchte sich um nichts zu bekümmern, konnte sorglos in Schänken sitzen, jubelnd den Reihen tanzen, sich bei Kirchweihschmäusen gütlich thun, in warmen Stuben zur Winterszeit beim flackernden Kamin bald schauerlichen Mährchen der Vorzeit lauschen, bald frohe Neckereien oder Rockenstubenspäschen, | ||
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| + | Knechte und Mägde konnten sich reinlich und sauber kleiden und behielten noch immer einige Kreuzer in der Tasche. Kurz, was sie anfingen, gerieth wohl und ihr Dienstbauer wurde in geraumer Zeit zum wohlhabenden, | ||
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| + | „Nun mit eurer Anstellung, so wie mit uns Allen, wär’s halt nix, wenn’s die kleinen Dingerchen nicht thäten!“ | ||
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| + | Was denn vor Dingerl? fragte Peter aufbrausend. „Je nun – entgegnete Veit – werdet’s wul kennen, sind kleine, fast unsichtbare Dingerle von Menschengestalt, | ||
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| + | „Possen!“ rief Peter erzürnt, der so nach Manches Art am Tage den Freigeist spielte und Abends ohne Licht nicht über die Stubenthürschwelle schritt, „Alfanzereien, | ||
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| + | Daß Veit, nachdem der Herr Abtritt genommen, eben nicht von seinen Kameraden Dank erhalten haben wird, läßt sich wohl ohne Erinnern denken. – „Plaudermaul, | ||
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| + | „Je, warum sollte das nicht seyn,“ ergriff sogleich Michael das Wort; „denn, wißt ihr nicht, wenn wir manchmal so Abends an der Stallthüre sitzen und über dieses und jenes in unserm Fache plaudern und einen billigen Wunsch aussprechen, | ||
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| + | „Hast Recht!“ rief Johannes, „drum laßt uns diese guten Geister warnen, damit ihnen kein Unheil widerfahre.“ „Ja, ja! warnen wollen wir sie!“ riefen Alle einstimmig. Was man beschlossen hatte, geschah, die Däumlinge horchten, und befolgten den Wink. | ||
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| + | Am andern Tag stand Peter schon früh im Gehöfte und freute sich der Thätigkeit seines Gesindes, das für heute nicht auf die Hilfe seiner Wohlthäter rechnen konnte. | ||
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| + | „Nun – knurrte er, als die Mittagsglocke ertönte und Ruhe von der Arbeit verkündete – es geht ja heut ganz ohne Geisterhilfe.“ Indem er aber über die Stallschwelle schritt, entwand sich unter derselben eine dergleichen kleine Kreatur, welche die Morgenruhe am längsten gepflegt hatte. – Es war dieses der ämsigste und drolligste der [[wesen: | ||
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| + | „Halt!“ ertönte der Schreckensruf der Stallpräfekten, | ||
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| + | Von diesem Augenblicke an blieben die Däumlinge aus; das Gesinde, verwöhnt durch ihre Güte, betrieb laß und träge die Arbeit; Alles ging den Krebsgang. – Der Hausherr entließ daher seine Brötlinge und nahm neue, die nicht besser waren. Er wurde betrogen und bestohlen, und aus der Stockung entstand ein förmlicher Geschäftsstillestand; | ||
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| + | Nicht minder bemühten sich seine Anverwandten, | ||
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| + | Einst kehrte er am [[zeit: | ||
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| + | //Quelle: [[autor: | ||
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