sagen:vsuvdl084
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| - | Als im Jahre 1706 der unerschrockene Schwedenkönig Karl XII. mit seinem sieggewohnten Heere [[land: | + | Als im Jahre 1706 der unerschrockene |
| In der eilften Nachtstunde – da noch kein Schlaf auf seine Augenlieder gefallen war – hörte er ein seltsames Geräusch auf der einen Seite des Berges. Vorsichtig eilte er dahin, um zu sehen, was sich daselbst ereigne, sich hier und dort durch das vorhandene Gebüsch deckend, so wie seines Degens und der im Gürtel verborgenen Pistolen versichernd. Er fand den Berg geöffnet, und bemerkte in dem Hintergrunde von dessen Höhlung eine mit Speis und Trank reichlich ausgestattete Tafel, um welche herum mehrere Krieger im Kostüm des siebenzehnten Jahrhunderts saßen, deren Schärpen, und weil sie die Becher wacker leerten, in ihnen [[volk: | In der eilften Nachtstunde – da noch kein Schlaf auf seine Augenlieder gefallen war – hörte er ein seltsames Geräusch auf der einen Seite des Berges. Vorsichtig eilte er dahin, um zu sehen, was sich daselbst ereigne, sich hier und dort durch das vorhandene Gebüsch deckend, so wie seines Degens und der im Gürtel verborgenen Pistolen versichernd. Er fand den Berg geöffnet, und bemerkte in dem Hintergrunde von dessen Höhlung eine mit Speis und Trank reichlich ausgestattete Tafel, um welche herum mehrere Krieger im Kostüm des siebenzehnten Jahrhunderts saßen, deren Schärpen, und weil sie die Becher wacker leerten, in ihnen [[volk: | ||
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| Auf dem Gipfel dieses Berges, der jetzt mit Weinreben bepflanzt ist, befand sich sonst eine ungewöhnlich hohe Fichte, welche die Schweden eine kurze Zeit nach jenem Vorgange dahin gepflanzt haben sollen, weil sie ebenfalls nicht sicher gewesen, nachzugraben – um den Ort des Einschlagens zu bezeichnen. Allein diejenigen, welche wußten, wo der Schatz lag, sind ebenfalls ein Opfer der Kriegsfurie geworden. – Der Schenker des Bechers war – da sich mehrere Irländer unter des großen Gustav’s Armee befanden – allem Vermuthen nach der Geist eines Ahnen Sinclaire’s und wollte seinen Enkel vor seinem traurigen Ende warnen. ((Der Major Sinclaire (Malcolm) hatte im J. 1739 von der schwedischen Regierung Auftrag erhalten, einen Subsidientraktat mit der Pforte abzuschließen und die Schuldscheine Königs Karl XII. in Empfang zu nehmen. Auf der Rückreise wurde er zwischen Naumburg und Christianstadt am 17. Juni g. J. gräßlich ermordet gefunden. Der Herzog Biron v. Kurland, die Grafen Münnich und Ostermann waren Anstifter dieses Mordes, die Vollstrecker desselben Hauptmann Küttler, Lieutenant Lesawitzky und fünf Unteroffiziers. Man nahm ihm Alles ab, sendete es jedoch in einem Beutel versiegelt nach Stockholm. S. Briefe eines schwed. Offiziers etc. Görlitz b. Anton. 1811. 8vo. 2ter Th. S. 233. 11tes St. der europ. Annalen v. J. 1806. No. 1.)) | Auf dem Gipfel dieses Berges, der jetzt mit Weinreben bepflanzt ist, befand sich sonst eine ungewöhnlich hohe Fichte, welche die Schweden eine kurze Zeit nach jenem Vorgange dahin gepflanzt haben sollen, weil sie ebenfalls nicht sicher gewesen, nachzugraben – um den Ort des Einschlagens zu bezeichnen. Allein diejenigen, welche wußten, wo der Schatz lag, sind ebenfalls ein Opfer der Kriegsfurie geworden. – Der Schenker des Bechers war – da sich mehrere Irländer unter des großen Gustav’s Armee befanden – allem Vermuthen nach der Geist eines Ahnen Sinclaire’s und wollte seinen Enkel vor seinem traurigen Ende warnen. ((Der Major Sinclaire (Malcolm) hatte im J. 1739 von der schwedischen Regierung Auftrag erhalten, einen Subsidientraktat mit der Pforte abzuschließen und die Schuldscheine Königs Karl XII. in Empfang zu nehmen. Auf der Rückreise wurde er zwischen Naumburg und Christianstadt am 17. Juni g. J. gräßlich ermordet gefunden. Der Herzog Biron v. Kurland, die Grafen Münnich und Ostermann waren Anstifter dieses Mordes, die Vollstrecker desselben Hauptmann Küttler, Lieutenant Lesawitzky und fünf Unteroffiziers. Man nahm ihm Alles ab, sendete es jedoch in einem Beutel versiegelt nach Stockholm. S. Briefe eines schwed. Offiziers etc. Görlitz b. Anton. 1811. 8vo. 2ter Th. S. 233. 11tes St. der europ. Annalen v. J. 1806. No. 1.)) | ||
| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz. Reichel, Bautzen 1839, Seite 180; [[https:// | + | // |
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sagen/vsuvdl084.1706730536.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
