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sagen:vsuvdl077

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 Von [[geo:Gaußig]], einem ungefähr zwei Stunden von [[geo:bautzen|Budissin]] entfernten Pfarrdorfe, führt der Weg nach dem Dorfe [[geo:neukirchlausitz|Neukirch]], über eine mit verschiedenen Holzgattungen – größtentheils mit Nadelholz – bewachsene Anhöhe. Vor einigen und funfzig Jahren befand sich noch – linker Hand des Sängers – daselbst ein freier, begraster, mit mannigfaltigen Wiesenblumen geschmückter Platz, insgemein der Tanzboden genannt, von welchem verlautete: Von [[geo:Gaußig]], einem ungefähr zwei Stunden von [[geo:bautzen|Budissin]] entfernten Pfarrdorfe, führt der Weg nach dem Dorfe [[geo:neukirchlausitz|Neukirch]], über eine mit verschiedenen Holzgattungen – größtentheils mit Nadelholz – bewachsene Anhöhe. Vor einigen und funfzig Jahren befand sich noch – linker Hand des Sängers – daselbst ein freier, begraster, mit mannigfaltigen Wiesenblumen geschmückter Platz, insgemein der Tanzboden genannt, von welchem verlautete:
  
-Wie in der [[zeit:Bartholomäusnacht]] ein dichter Nebel dem Schoos der Erde entsteige, aus welchem nach und nach kleine, niedliche Geschöpfe beiderlei Geschlechts und verschiedenen Alters sich entwickelten, in das nächste Buschwerk schlüpften, dann nach entschwundenem Nebel Paar und Paar unter Vortritt von Spielleuten aus dem Dickicht kämen, ein schön geschmücktes Brautpaar mitbrächten, dreimal im Kreise herumzögen, dann sich an eine reich besetzte Tafel setzten, an welcher Braut und Bräutigam den Ehrenplatz einnähmen, sich in Speis’ und Trank gütlich thäten und nach beendeter Mahlzeit unter fröhlicher Tanzmusik im bunten Reigen dahinflögen und erst dann, wann die Sterne erbleichten, und wiederum der Frühnebel aufsteige, in ihre unterirdischen Wohnungen zurückkehrten.+Wie in der [[zeit:Bartholomäustag|Bartholomäusnacht]] ein dichter Nebel dem Schoos der Erde entsteige, aus welchem nach und nach kleine, niedliche Geschöpfe beiderlei Geschlechts und verschiedenen Alters sich entwickelten, in das nächste Buschwerk schlüpften, dann nach entschwundenem Nebel Paar und Paar unter Vortritt von Spielleuten aus dem Dickicht kämen, ein schön geschmücktes Brautpaar mitbrächten, dreimal im Kreise herumzögen, dann sich an eine reich besetzte Tafel setzten, an welcher Braut und Bräutigam den Ehrenplatz einnähmen, sich in Speis’ und Trank gütlich thäten und nach beendeter Mahlzeit unter fröhlicher Tanzmusik im bunten Reigen dahinflögen und erst dann, wann die Sterne erbleichten, und wiederum der Frühnebel aufsteige, in ihre unterirdischen Wohnungen zurückkehrten.
  
 Der Glückliche, welchen Zufall, nicht Absicht, zu dieser Zeit diesen Weg führe, würde von ihnen reichlich beschenkt; dem Vorwitzigen aber, der die gutmüthigen [[wesen:zwerg|Zwerge]] belauschen, oder dem klügelnden Zweifler, der sich von der Wahrheit überzeugen wolle, werde selbige durch unsichtbare Riesenfäuste mit blau und rother Schrift auf den Buckel geschrieben. Der Glückliche, welchen Zufall, nicht Absicht, zu dieser Zeit diesen Weg führe, würde von ihnen reichlich beschenkt; dem Vorwitzigen aber, der die gutmüthigen [[wesen:zwerg|Zwerge]] belauschen, oder dem klügelnden Zweifler, der sich von der Wahrheit überzeugen wolle, werde selbige durch unsichtbare Riesenfäuste mit blau und rother Schrift auf den Buckel geschrieben.
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 //Quelle: [[autor:graeve|Heinrich Gottlob Gräve]], [[buch:volkssagen_und_volksthuemliche_denkmale_aus_der_lausitz|Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz]]. Reichel, Bautzen 1839, Seite 174// //Quelle: [[autor:graeve|Heinrich Gottlob Gräve]], [[buch:volkssagen_und_volksthuemliche_denkmale_aus_der_lausitz|Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz]]. Reichel, Bautzen 1839, Seite 174//
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sagen/vsuvdl077.1712569520.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)