sagen:vsuvdl053
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:vsuvdl053 [2024/01/31 07:51] – angelegt ewusch | sagen:vsuvdl053 [2025/01/30 18:01] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 2: | Zeile 2: | ||
| **[[buch: | **[[buch: | ||
| + | > Sage des Monats Februar 2022 | ||
| + | ====== Der Pelzmann ====== | ||
| + | |||
| + | Es war einmal ein Mann, der hieß [[vip: | ||
| + | |||
| + | Wunderbare Ereignisse begegneten ihm auf seines Lebens Pfade, aber noch wunderbarere Gerüchte verbreiten über ihn die Volkssagen. | ||
| + | |||
| + | Hier nur dasjenige, was man über ihn, nicht ohne Mühe, zu sammeln vermocht. | ||
| + | |||
| + | Er erblickte am 25. Novbr. 1638 in [[land: | ||
| + | |||
| + | Da man aber doch nicht bis zu einem Methusalems-Alter Page bleiben kann, so nahm der biedere Grünau, welcher nach dem damaligen Zeitgeiste des Adels, außer Pferde bändigen, Jagden anstellen und Waffen handhaben, wohl weiter nichts begriffen haben mochte – da er keine Beförderung vor sich sahe, nach seines Herrn Ableben, im Jahre 1691 seinen Abschied, entfernte sich aus der großen Welt und wendete sich nach Schmölln, wo er von einem mäßigen Ruhegehalt, entfernt vom Hofgetümmel, | ||
| + | |||
| + | Von seinen fast an’s Unglaubliche grenzenden Lebenserrettungen bemerkt man – außer, daß er aus allen Gefechten, denen er mit ausgezeichnetem Muthe beiwohnte, unverletzt zurückkehrte – nur Folgendes: Daß er am 12ten August 1675 auf der [[burg: | ||
| + | |||
| + | Schon durch diese glücklich überstandenen Abenteuer erschien er in den Augen so Mancher als ein Mann, dem übernatürliche Kräfte zu Gebote stünden. | ||
| + | |||
| + | Entfernt von der Menschheit – welche er doch keineswegs haßte – lebte er nun, seine Zeit unter Lesung nützlicher Bücher, Sammeln von Steinen und Kräutern, Ausflüge in die Umgegend, Jagden u. dgl. vertheilend, | ||
| + | |||
| + | Daß es nun in dieser seiner Junggesellenwirthschaft eben nicht elegant ausgesehen haben möge, läßt sich ohne Bemerkung wohl von selbst denken; denn Bälge, Häute und Felle von erlegtem Wildpret lagen mit Kräutern, Wurzeln und alten Büchern vereint, im wilden Gemisch unter einander, indeß Flinte, Büchse, Pistolen, Hirschfänger, | ||
| + | |||
| + | Auch ereignete sich nach seinem Tode noch ein Umstand, der den Glauben, daß er – wie man sagt – wohl mehr, als Brot habe essen können, noch mehr bestätigte. Als sich nämlich nach seinem Hintritt, außer den die Inventur besorgenden Gerichtspersonen, | ||
| + | |||
| + | Doch was helfen alle natürliche Erklärungen bei dem, der nun einmal Geister erblicken will und sie daher überall findet? Nur das Entfernte sucht der Mensch, wobei er das ihm vor der Nase Liegende überblickt; | ||
| + | |||
| + | //Anmerkung des Autors: Eine etwas längere Nachricht über ihn befindet sich von mir in den Erinnerungsbl. v. Schumann. Zwickau 1822. No. 36.// | ||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| + | ---- | ||
| + | {{tag> | ||
sagen/vsuvdl053.1706683918.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
