sagen:vsuvdl049
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| + | ====== Der Heidut ====== | ||
| + | Auf dem sogenannten Eierberge unfern des Landstädtchens [[geo: | ||
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| + | War gedachter Heidut – sein wahrer Name ist im Strom der Zeiten versunken – aus Pulsnitz, ein gar frommer, gottseliger Mann, welcher fleißig in die Kirche ging, Kanzel und Altar kleidete, auch den Armen reichlich Spenden ertheilte, so, daß man ihn schon bei seinen Lebzeiten für einen halben Heiligen hielt. Von einer höhern Macht wurde auch solches anerkannt, indem er seinen Hut, Degen, Mantel, Wamms, Gürtel, Stiefeln und Sporen an Sonnenstäubchen aufhängen konnte, woran sie auch – Wunder genug! – wie Alle, die es gesehen haben, bezeugen können – wie an einen Nagel verblieben. Weniger Wunder aber ist es, daß er vom [[wesen: | ||
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| + | Einst, als sich der Fromme im Gotteshause befand und der Predigt aufmerksam zuhörte, erblickte er – was Andere nicht sahen – den Fürsten der Hölle in gar lächerlicher Gestalt, wie er auf einer Bockshaut sehr ämsig ein Sündenregister der gläubigen Lämmlein anfertigte und da die Bockshaut zu kurz war, selbige mit seinen bekrallten Fäusten und Füßen ausdehnte, dabei es aber versah, rücklings hinpurzelte, | ||
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| + | Nach Hause gekehrt, wollte er – wie gewöhnlich – seine Kleider aufhängen; allein das Kunststück gelang nicht und das Sonnenstäubchen verweigerte seine Pflicht, worüber Heidut ergrimmte, die Kleidungsstücke mit Füßen trat und fürchterlich fluchte. – Das wollte Beelzebub. – Von diesem Augenblicke an wurde der so lange fromm Gewesene ein wilder Wüstling. Sauf- und Spielgelage mit andern ungeschlachteten Gesellen waren bei ihm an der Tagesordnung, | ||
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| + | So lebte er mit seinen Genossen unter rauschenden Vergnügungen Tag und Nacht fortwährend, | ||
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| + | Auf dem Stadtkeller zu Pulsnitz befindet sich ein an Ketten hängendes, mit Hirschgeweihen umfaßtes hölzernes Brustbild mit langem schwarzen Bart, gemeiniglich der wilde Mann, auch der alte [[familie: | ||
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| + | Man weiß recht wohl, daß der Eierberg [[region: | ||
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| + | //Quelle: [[autor: | ||
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