sagen:vsuvdl014
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| - | ====== Die Teufelsschmiede bei Friedersdorf an der Spree (Gräve) | + | ====== Die Teufelsschmiede bei Friedersdorf an der Spree ====== |
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| Nun wußte der ehrliche Schmied mit wem er zu thun gehabt hatte. Sehr bangte ihm auf einer Seite vor dem Erfolg, indem er des Bösen Trug und List kannte, daher fürchtete er, wie der treffliche Harnisch sich in ein Spottkleid verwandeln und ihm Unschuldigen darob der Scheiterhaufen zum Lohn werden möchte; andrer Seits aber freute er sich höchlich, seine Seele gerettet zu haben. Er nahm also seine Zuflucht zum Gebet, fastete und kasteite seinen Leib und – so erfolgte kein Unheil. | Nun wußte der ehrliche Schmied mit wem er zu thun gehabt hatte. Sehr bangte ihm auf einer Seite vor dem Erfolg, indem er des Bösen Trug und List kannte, daher fürchtete er, wie der treffliche Harnisch sich in ein Spottkleid verwandeln und ihm Unschuldigen darob der Scheiterhaufen zum Lohn werden möchte; andrer Seits aber freute er sich höchlich, seine Seele gerettet zu haben. Er nahm also seine Zuflucht zum Gebet, fastete und kasteite seinen Leib und – so erfolgte kein Unheil. | ||
| - | Allein einige Tage nachher sah’ er auf dem ihm gegenüber liegenden Berge sich ein Haus erheben, welches Meister Urian ((Meister Urian: der Teufel; auch bekannt als Herr Urian aus Goethes Faust: Walpurgisnacht, | + | Allein einige Tage nachher sah’ er auf dem ihm gegenüber liegenden Berge sich ein Haus erheben, welches |
| - | Endlich – es war am [[zeit:ostern|grünen Donnerstage]] – stand die Schmiede fertig da und schon am [[zeit: | + | Endlich – es war am [[zeit:gründonnerstag|grünen Donnerstage]] – stand die Schmiede fertig da und schon am [[zeit: |
| Fortwährend öffentlich und ungestört an Sonn- und Werkeltagen trieb nun Satanas sein böses Werk, dem guten Schmied aber mißlang Alles, was er begonnen, seine Kunden wendeten sich von ihm und gingen zu dem Felsenschmied – wie sie ihn nannten – wo sie bessere Arbeit für geringere Zahlung bekamen, Meister Ehrlich aber schwieg, duldete, fuhr in seinen Bußübungen fort und harrte besserer Zeiten. | Fortwährend öffentlich und ungestört an Sonn- und Werkeltagen trieb nun Satanas sein böses Werk, dem guten Schmied aber mißlang Alles, was er begonnen, seine Kunden wendeten sich von ihm und gingen zu dem Felsenschmied – wie sie ihn nannten – wo sie bessere Arbeit für geringere Zahlung bekamen, Meister Ehrlich aber schwieg, duldete, fuhr in seinen Bußübungen fort und harrte besserer Zeiten. | ||
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| Fleißig fing nachher wiederum der Schmied zu arbeiten an, was er begann, gerieth wohl und Segen verbreitete sich über sein Haus. | Fleißig fing nachher wiederum der Schmied zu arbeiten an, was er begann, gerieth wohl und Segen verbreitete sich über sein Haus. | ||
| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz. Reichel, Bautzen 1839, Seite 61; [[https:// | + | // |
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sagen/vsuvdl014.1706624286.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
