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sagen:vsfreiburg55

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 +====== Zerstörung der Burg Falkenstein ======
  
 +    Geschichte der Stadt Freiburg Thl. II. S. 239. ff. 
 +    und Burgen u. s. w. Badens und der Pfalz. Thl. I. S. 119. ff.)
 +
 +Es rennt ein Weib durch’s Höllenthal\\
 +Gejagt von Höllenangst und Qual.\\
 +
 +Die schlimmen Herrn von Falkenstein,\\
 +Sie fingen ihren Gatten ein.\\
 +
 +Der ihn verrieth mit argem Sinn,\\
 +Der Vater war’s der Dulderin.\\
 +
 +Sie klimmt zur Felsenburg empor\\
 +Und klopft verzweiflungskühn an’s Thor:\\
 +
 +„Ihr hohen Herrn im Ritterhaus,\\
 +Gebt meinen Gatten mir heraus!“\\
 +
 +„Durch eure Schuld am Schmerzenstag\\
 +Sein Kind im Mutterschooß erlag.“\\
 +
 +Herr Werner straks zum Erker kam,\\
 +Mit Zürnen solchen Lärm vernahm.\\
 +
 +„Seid gnädig, Herr von Falkenstein,\\
 +So wird auch Gott euch gnädig sein.“\\
 +
 +„Bedenkt, wenn ihr den Frieden brecht,\\
 +In Rottweil spricht der Kaiser Recht.“\\
 +
 +Herr Werner sprach: „Das macht mir Angst,\\
 +Geschehen soll, was du verlangst.“\\
 +
 +Sie stürzen den gefangnen Mann\\
 +Herab vom höchsten Thurm sodann.\\
 +
 +Am jähen Hang bei Falkenstein\\
 +Liegt blutig sein zerschellt Gebein.\\
 +
 +Das arme Weib im Felsengrund\\
 +Küßt stumm den bleichen, kalten Mund.\\
 +
 +Ihr Antlitz still zum Himmel schaut,\\
 +Der selbst die Hölle überblaut.\\
 +
 +Mit blut’gem Rock vor Freiburgs Rath\\
 +Die jammervolle Wittwe trat.\\
 +
 +„O [[geo:freiburgbreisgau|Freiburg]], das für Freiheit bürgt,\\
 +Wird ungestraft dein Volk erwürgt?“\\
 +
 +„Ist mächt’ger denn die Falkenschaar,\\
 +Als Deutschlands stolzer Kaiseraar?“\\
 +
 +Die Herrn von Freiburg säumen nicht,\\
 +Dem Frevel folgt das Strafgericht.\\
 +
 +Auf Falkenstein liegt schwere Acht,\\
 +Und Freiburgs Männer nahn mit Macht.\\
 +
 +Ihr Schwert ist scharf, ihr Pfeil ist spitz,\\
 +In Trümmer sinkt der Falkensitz.\\
  
 //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867// //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867//
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sagen/vsfreiburg55.1753951877.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch