sagen:vsfreiburg51
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| ====== Schloß Wißneck ====== | ====== Schloß Wißneck ====== | ||
| - | Das Schloß Wißneck liegt zu oberst in dem lieblichen Kirchzartner-Thale. Rechts von ihm zieht die Landstraße nach Schwaben vorbei, und kein Reisender wandert vorüber, ohne sich der romantischen Ruinen auf dem kleinen, mit Gras und Buschwerk überzogenen Vorhügel zu erfreuen. Rückwärts befindet sich ein Brunnen, um welchen sich zur Mittagszeit die Herden lagern und erquicken. Dort sitzen auch die Hirten und schneiden Stäbe oder versuchen sich auf ihren Pfeifen. Hie und da mag wohl ein Thalmädchen dadurch angelockt werden; dem Schloßfräulein aber war solches Getöse zuwider und sie ließ sich nach dieser Seite hin niemals blicken. Dagegen schien ein anderer Hirtenknabe ihr Liebling zu sein, der gewöhnlich von den Uebrigen abgesondert in der biblischen Geschichte oder einem andern Buche las. | + | Das Schloß Wißneck liegt zu oberst in dem lieblichen |
| Anfänglich zeigte sie sich ihm aus der Ferne, lächelte als sie ihn ein Kreuz schlagen sah, wie ihn seine Mutter gelehrt hatte, und verschwand wieder. Nach und nach kam sie näher und der Knabe legte seine Furcht ab. Dabei war es auffallend, daß sie stets über die gleiche Stelle nahe bei den Mauern hinging, einige Augenblicke sinnend daselbst verweilte, und sich dann wieder schnell entfernte. | Anfänglich zeigte sie sich ihm aus der Ferne, lächelte als sie ihn ein Kreuz schlagen sah, wie ihn seine Mutter gelehrt hatte, und verschwand wieder. Nach und nach kam sie näher und der Knabe legte seine Furcht ab. Dabei war es auffallend, daß sie stets über die gleiche Stelle nahe bei den Mauern hinging, einige Augenblicke sinnend daselbst verweilte, und sich dann wieder schnell entfernte. | ||
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| So trieb er es einige Zeit lang fort, bis er einem habsüchtigen Oberknechte sein Glück anvertraute. Aber von nun an erschien das Fräulein auch ihm nicht mehr, und vergeblich war es, daß alle Stellen außer und in dem Schlosse, sogar mit Beihülfe des Christoffelgebetes, | So trieb er es einige Zeit lang fort, bis er einem habsüchtigen Oberknechte sein Glück anvertraute. Aber von nun an erschien das Fräulein auch ihm nicht mehr, und vergeblich war es, daß alle Stellen außer und in dem Schlosse, sogar mit Beihülfe des Christoffelgebetes, | ||
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