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sagen:vsfreiburg48

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 ====== Der See im Kandel ====== ====== Der See im Kandel ======
  
-Dem Thale von Siensbach mangelte in alter Zeit das Wasser, und doch befindet sich im Kandelberg ein unergründlicher See, der, wenn man ihn losließe, nicht nur die Umgegend, sondern das ganze Breisgau überschwemmen würde. Das hätte denn auch der Böse, der stets auf das Verderben der Menschen sinnt, längst gewünscht; aber er wußte es wohl, daß es nur einem unschuldigen Knaben gelingen würde, über den Berg Meister zu werden, und dessen Felswand zu sprengen; darum hatte er sich von jeher eifrig nach einem solchen umgesehen. Endlich schien es ihm doch gelingen zu wollen.+Dem Thale von Siensbach mangelte in alter Zeit das Wasser, und doch befindet sich im [[region:Kandelberg]] ein unergründlicher See, der, wenn man ihn losließe, nicht nur die Umgegend, sondern das ganze [[region:Breisgau]] überschwemmen würde. Das hätte denn auch der Böse, der stets auf das Verderben der Menschen sinnt, längst gewünscht; aber er wußte es wohl, daß es nur einem unschuldigen Knaben gelingen würde, über den Berg Meister zu werden, und dessen Felswand zu sprengen; darum hatte er sich von jeher eifrig nach einem solchen umgesehen. Endlich schien es ihm doch gelingen zu wollen.
  
 Eines Abends sah nämlich ein armer Waisenknabe von Siensbach, der am Kandel Vieh hüthete, gar betrübt und mißmuthig vom Berge herab; denn er dachte an seinen undankbaren Dienst, daß er bei geringem Lohn kaum genug zu essen und nur abgetragene Fetzen zu Kleidern bekomme. Thränen liefen ihm dabei über das Gesicht herunter. Da dachte der Böse im Stillen: „der ist wohl in langer Zeit der rechte.“ Flugs hatte er sich in den bekannten Grünrock umgewandelt und schritt, wie ganz zufällig von einer Jagd daher. Eines Abends sah nämlich ein armer Waisenknabe von Siensbach, der am Kandel Vieh hüthete, gar betrübt und mißmuthig vom Berge herab; denn er dachte an seinen undankbaren Dienst, daß er bei geringem Lohn kaum genug zu essen und nur abgetragene Fetzen zu Kleidern bekomme. Thränen liefen ihm dabei über das Gesicht herunter. Da dachte der Böse im Stillen: „der ist wohl in langer Zeit der rechte.“ Flugs hatte er sich in den bekannten Grünrock umgewandelt und schritt, wie ganz zufällig von einer Jagd daher.
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 War schon dadurch der Knabe höchst überrascht, so wurde er es noch mehr, als sein Dienstherr, der Bauer, welchen das Gewitter und Ausreißen der Stiere beängstiget hatte, athemlos herbeistürzte, ihm jedoch beim Anblick der Quelle freudetrunken um den Hals fiel und ausrief: „Nun sei der höchste Wunsch des Thales erfüllt!“ Dennoch verwies er auch dem Knaben, der ihm sofort sein Abenteuer mit dem Jäger erzählte, seinen Leichtsinn; da der See im Kandel gewiß ausgebrochen wäre, wenn er den Zug nicht in Gottes Namen angetrieben hätte. War schon dadurch der Knabe höchst überrascht, so wurde er es noch mehr, als sein Dienstherr, der Bauer, welchen das Gewitter und Ausreißen der Stiere beängstiget hatte, athemlos herbeistürzte, ihm jedoch beim Anblick der Quelle freudetrunken um den Hals fiel und ausrief: „Nun sei der höchste Wunsch des Thales erfüllt!“ Dennoch verwies er auch dem Knaben, der ihm sofort sein Abenteuer mit dem Jäger erzählte, seinen Leichtsinn; da der See im Kandel gewiß ausgebrochen wäre, wenn er den Zug nicht in Gottes Namen angetrieben hätte.
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-(H. Schr.) 
  
 //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867// //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867//
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sagen/vsfreiburg48.1754321162.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch