sagen:vsfreiburg48
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| + | ====== Der See im Kandel ====== | ||
| + | Dem Thale von Siensbach mangelte in alter Zeit das Wasser, und doch befindet sich im [[region: | ||
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| + | Eines Abends sah nämlich ein armer Waisenknabe von Siensbach, der am Kandel Vieh hüthete, gar betrübt und mißmuthig vom Berge herab; denn er dachte an seinen undankbaren Dienst, daß er bei geringem Lohn kaum genug zu essen und nur abgetragene Fetzen zu Kleidern bekomme. Thränen liefen ihm dabei über das Gesicht herunter. Da dachte der Böse im Stillen: „der ist wohl in langer Zeit der rechte.“ Flugs hatte er sich in den bekannten Grünrock umgewandelt und schritt, wie ganz zufällig von einer Jagd daher. | ||
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| + | So eben war der Knabe daran, seine Augen zu trocknen, als sich ihm der fremde Herr näherte und nach der Ursache seiner Traurigkeit, | ||
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| + | Der Knabe, der die ganze Nacht von den gehofften Schätzen geträumt hatte, fand sich vor Tagesanbruch richtig ein; dennoch war der Fremde schon an Ort und Stelle und hatte bereits einen Ring von gelbem Metall, zum Anspannen des Zuges, an der Felswand befestigt. Obgleich dem Knaben diese nächtliche Arbeit nicht ganz gefallen wollte, so spannte er doch, um gehorsam zu sein, ohne Widerspruch seine Stiere ein und trieb sie, wie er es gewohnt war, mit den Worten an: „Nun denn, in Gottes Namen!“ | ||
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| + | Da hätte man aber das Wunder sehen sollen, welches sich urplötzlich ergab. Der Himmel verfinsterte sich, Blitze kreuzten umher, die Erde bebte von den Donnerschlägen und im Innern des Berges war ein solches Brausen und Wogen, als wenn ein ganzes Meer aufgewühlt würde und hervorbrechen wollte. Die Stiere rissen aus, der Knabe selbst fiel bewußtlos zu Boden und kam erst nach einiger Zeit wieder zu sich. | ||
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| + | Jetzt war aber um ihn her alles still und sonnig, wie am schönsten Frühlingsmorgen, | ||
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| + | War schon dadurch der Knabe höchst überrascht, | ||
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