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sagen:vsfreiburg46

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     Geschichte und Alterthum in Süddeutschland. S. 269. ff.     Geschichte und Alterthum in Süddeutschland. S. 269. ff.
  
-In der Nähe der Stadt Waldkirch senkt sich ein enges fruchtbares Thal, Suckenthal genannt, von einem Vorberge des Kandel herab. Wo es sich gegen den Elzfluß öffnet, steht das gleichnamige Badhaus, welches wegen der dortigen Schwefelquellen viel besucht wird.+In der Nähe der Stadt [[geo:Waldkirch]] senkt sich ein enges fruchtbares Thal, Suckenthal genannt, von einem Vorberge des [[region:kandelberg|Kandel]] herab. Wo es sich gegen den Elzfluß öffnet, steht das gleichnamige Badhaus, welches wegen der dortigen Schwefelquellen viel besucht wird.
  
 In alter Zeit wohnten über tausend Bergleute im Thale und förderten aus den Gruben zu beiden Seiten desselben Massen von Silber zu Tage. Ihrer Pochwerke, Schmelzhütten und Wohnhäuser waren so viele, daß die Katzen vom Ufer der Elz an bis zum obersten Hofe auf den Dachfirsten sich herumtreiben konnten. Ein besonders stattliches Gebäude, Engelsburg genannt, stand auf der jetzigen Schloßmatte; darin wohnte eine Edelfrau mit ihrer einzigen Tochter und lebte da in Glanz und Ueppigkeit. Es fehlte ihnen nicht an Gesellschaft, denn von allen Seiten kamen Freier herbei, welche sich um die Hand des schönen und reichen Fräuleins bewarben. Da jedoch die Edelfrau schon in den frühen Morgenstunden Unterhaltung haben wollte, so ließ sie über ihrer Himmelbettstatt, wie solche damals Mode war, ein kristallenes Becken anbringen und mit Goldfischchen besetzen, an deren Spiel sie sich ergötzte. Bald war sie so sehr dafür eingenommen, daß sie demjenigen, der einen Brunnen laufenden Wassers, woran es überhaupt im Thale mangelte, in dieses Becken zu leiten vermöchte, sogar die Hand ihrer Tochter zusagte. Ein Obmann der Bergleute, der schon lange in dieselbe verliebt war, unternahm das Werk, und führte es, – man vermuthete allgemein, nicht ohne Beihülfe des Bösen, – glücklich aus. In alter Zeit wohnten über tausend Bergleute im Thale und förderten aus den Gruben zu beiden Seiten desselben Massen von Silber zu Tage. Ihrer Pochwerke, Schmelzhütten und Wohnhäuser waren so viele, daß die Katzen vom Ufer der Elz an bis zum obersten Hofe auf den Dachfirsten sich herumtreiben konnten. Ein besonders stattliches Gebäude, Engelsburg genannt, stand auf der jetzigen Schloßmatte; darin wohnte eine Edelfrau mit ihrer einzigen Tochter und lebte da in Glanz und Ueppigkeit. Es fehlte ihnen nicht an Gesellschaft, denn von allen Seiten kamen Freier herbei, welche sich um die Hand des schönen und reichen Fräuleins bewarben. Da jedoch die Edelfrau schon in den frühen Morgenstunden Unterhaltung haben wollte, so ließ sie über ihrer Himmelbettstatt, wie solche damals Mode war, ein kristallenes Becken anbringen und mit Goldfischchen besetzen, an deren Spiel sie sich ergötzte. Bald war sie so sehr dafür eingenommen, daß sie demjenigen, der einen Brunnen laufenden Wassers, woran es überhaupt im Thale mangelte, in dieses Becken zu leiten vermöchte, sogar die Hand ihrer Tochter zusagte. Ein Obmann der Bergleute, der schon lange in dieselbe verliebt war, unternahm das Werk, und führte es, – man vermuthete allgemein, nicht ohne Beihülfe des Bösen, – glücklich aus.
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 //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867// //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867//
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sagen/vsfreiburg46.1754321054.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch