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sagen:vsfreiburg42

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 +====== Der Kaiserstuhl ======
  
 +Im Abendgolde blizen\\
 +Die Berge all’ umher,\\
 +Die Flüsse drunten glizen,\\
 +Ein wallend Farbenmeer.\\
 +Ich steh’ am Berge oben\\
 +Und schau in’s Land hinein.\\
 +Von blauem Duft umwoben,\\
 +Rauscht unter mir der [[region:Rhein]]\\
 +In’s weite Land hinein.\\
 +
 +Ich hör’ ein lautes Klagen\\
 +Und weiß nicht, was es soll;\\
 +Von alten Heldensagen\\
 +Mir neue Kunde scholl.\\
 +Laut rauscht es durch die Linden\\
 +Am [[region:Kaiserstuhl]] so alt;\\
 +Es klingt aus Frühlingswinden\\
 +Ein Lied mit Sturmgewalt,\\
 +Am Kaiserstuhl so alt.\\
 +
 +Die Felsen hör’ ich dröhnen\\
 +Tief in des Schachtes Grund,\\
 +In wundersamen Tönen\\
 +Giebt sich die Vorzeit kund.\\
 +Laut klingt’s in allen Wipfeln,\\
 +Wie Harfenmelodei,\\
 +Laut rauscht von Bergesgipfeln\\
 +Ein stürmisch Lied dabei,\\
 +Wie Harfenmelodei. –\\
 +
 +Aus Bäumen und aus Zweigen\\
 +Vernehm ich Lied und Sang;\\
 +Die Lerchen seh ich steigen,\\
 +Vernehme hellen Klang.\\
 +Da klingt’s von nah und ferne:\\
 +„Gepriesen sollst du sein,\\
 +O Stern du aller Sterne,\\
 +Du Kaiserstuhl am Rhein,\\
 +Gepriesen sollst du sein!“\\
 +
 +Vor dir liegt ausgebreitet\\
 +Des Landes Herrlichkeit,\\
 +Durch deine Thäler schreitet\\
 +Der Geist der neuen Zeit.\\
 +Auf deinen Höhen waltet\\
 +Die alte Wunderpracht.\\
 +Die schönste Mähr entfaltet\\
 +Dein segenreicher Schacht,\\
 +In alter Wunderpracht.\\
 +
 +Du Berg so auserkoren,\\
 +Du alter Kaisersitz,\\
 +Noch ging dir nicht verloren\\
 +Des Thrones Farbenblitz.\\
 +Du stehst noch jetzt, wie immer\\
 +In schönster Farbengluth;\\
 +Noch kündet all dein Schimmer\\
 +Wer einst auf dir geruht,\\
 +In schönster Farbengluth.\\
 +
 +Der Kaiser, der gesessen\\
 +Auf deinem hohen Thron,\\
 +Schon lang ist er vergessen,\\
 +Zerfallen seine Kron’.\\
 +Doch fest bist du gestanden\\
 +In deiner alten Treu,\\
 +Inmitten unsern Landen\\
 +Mit deinem Schmucke neu,\\
 +In deiner alten Treu.\\
 +
 +Du sahst die Zeiten treiben,\\
 +Erlebtest Sturm und Noth,\\
 +Sahst goldne Zeichen schreiben,\\
 +Vom nahen Morgenroth.\\
 +Die Stürme, die da sausen\\
 +Um’s heil’ge deutsche Reich;\\
 +Die Wellen, die da brausen\\
 +Die trugst du riesengleich,\\
 +Um’s heil’ge deutsche Reich.\\
 +
 +Und wenn es wieder helle\\
 +Im großen deutschen Gau,\\
 +Dann wird an deiner Schwelle\\
 +Erbaut der Kaiserbau.\\
 +D’rin mag der Kaiser horsten,\\
 +Ein kühner freier Aar,\\
 +Mag schützen seine Forsten\\
 +Vor drohender Gefahr. –\\
 +Ist’s alte Reich zerborsten,\\
 +Das neue kommt fürwahr\\
 +In drohender Gefahr.\\
  
 //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867// //Quelle: [[autor:heinrichschreiber|Heinrich Schreiber]], [[buch:vsfreiburg|Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend]], Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867//
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sagen/vsfreiburg42.1753951600.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch