sagen:vsfreiburg32
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:vsfreiburg32 [2025/07/31 10:43] – angelegt ewusch | sagen:vsfreiburg32 [2025/08/05 14:58] (aktuell) – ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | ====== Gründung der Lorettokapelle ====== | ||
| + | Nach der mörderischenen Schlacht vor Freiburg im August 1644. Geschichte | ||
| + | der Stadt. Thl. IV. S. 120. ff.) | ||
| + | |||
| + | Ist denn im [[region: | ||
| + | Von seiner Ahnen Tugend, daß weit die Mähr erklingt?\\ | ||
| + | Steigt nicht aus Konrads((Konrad von Würzburg soll 1287 in Freiburg gestorben sein.)) Asche ein Sängerheld empor,\\ | ||
| + | Zu winden um seine Harfe der Rosen duft’gen Flor?\\ | ||
| + | |||
| + | Den [[region: | ||
| + | Er singet vom frühen Morgen bis in die späte Nacht;\\ | ||
| + | Des Rheines Fluthen brausen mit schwellendem Gesang,\\ | ||
| + | Doch nimmer hör ich klingen der Harfe goldnen Strang.\\ | ||
| + | |||
| + | Wohl singen die Nachtigallen mit klarer Melodei,\\ | ||
| + | Wohl jubeln die jungen Lerchen gen Himmel keck und frei;\\ | ||
| + | Doch ist schon lang verklungen das süße Saitenspiel, | ||
| + | Die alte Sängerhalle in Schutt und Staub zerfiel.\\ | ||
| + | |||
| + | Ein junger Sänger schau ich vom Berg ins tiefe Thal,\\ | ||
| + | Mir dünkt, es sei die Erde ein schöngefeiter Saal;\\ | ||
| + | Das Auge schaut und staunet ob all der Herrlichkeit, | ||
| + | Es winken die grünen Hügel, die Thäler weit und breit.\\ | ||
| + | |||
| + | Die Hügel stolz von Reben, die süßer Würze blüh’n, | ||
| + | Von Korn geschwellt die Auen, die Wiesen duftig grün.\\ | ||
| + | Die Flüsse sonnengolden im funkelnden Gewand,\\ | ||
| + | Und alte stolze Burgen zum Gruß dem schönsten Land.\\ | ||
| + | |||
| + | Wohl rauscht aus allen Wäldern ein mächt’ger Harfenklang, | ||
| + | Wohl locken und rufen die Bäche mit wonnigem Gesang;\\ | ||
| + | Doch stumm sind längst geworden mit ihrer Lieder-Weis\\ | ||
| + | Die kunstgeübten Harfner, des Landes Zier und Preis.\\ | ||
| + | |||
| + | Und reget sich denn Keinem ein Lied in freier Brust?\\ | ||
| + | Und fühlet ihr denn nimmer des Sanges heil’ge Lust?\\ | ||
| + | Laßt sausen und laßt brausen mit Jugendmacht den Sang,\\ | ||
| + | Die Ahnen hoch zu preisen im frischen Harfenklang!\\ | ||
| + | |||
| + | Einst waren andre Tage, von Kampf erscholls und Schlacht,\\ | ||
| + | Was haben die Kanonen um [[geo: | ||
| + | Was haben da geblitzet die Schwerter auf den Höh’n,\\ | ||
| + | Vom Münsterthurme klang es wie Donnersturmgedröhn.\\ | ||
| + | |||
| + | Aus Wäldern und aus Klüften erscholl ein wild Geschrei,\\ | ||
| + | Von Berg zu Bergen hallte des Krieges Melodei,\\ | ||
| + | Dazwischen brüllte grollend das donnernde Geschütz; | ||
| + | Da war die Nacht so graulich vom dräuenden Gebliz.\\ | ||
| + | |||
| + | Zwei Tage und zwei Nächte vernahm man solchen Schall,\\ | ||
| + | Kühn kämpften Freiburgs Bürger vom hochgethürmten Wall;\\ | ||
| + | Wie Leuen man sie sahe auf ihren Mauern dort,\\ | ||
| + | Sie kämpften um der Väter vielheil’gen Ritterhort.\\ | ||
| + | |||
| + | Was rangen da die Deutschen mit wildentbrannter Wuth!\\ | ||
| + | Was ward die Nacht viel heißer, denn Tags die Sonnengluth!\\ | ||
| + | Die Deutschen und die Welschen, die schlugen da so heiß,\\ | ||
| + | Daß man von grimmerm Kampfe wohl nicht zu künden weiß.\\ | ||
| + | |||
| + | Da ward gewürgt, gemordet die ganze lange Nacht,\\ | ||
| + | Ist Mancher eingeschlafen, | ||
| + | Prinz Enghien der wilde, der hat der Stadt begehrt,\\ | ||
| + | Was hat sich Caspar Mercy so tapfer darum gewehrt!\\ | ||
| + | |||
| + | [[vip: | ||
| + | Gäb’ je ein deutscher Krieger dem Welschen etwas nach;\\ | ||
| + | Im Sturm führt er die Baiern, ein ritterlicher Aar.\\ | ||
| + | Gen Frankreichs übermüth’ge und stolze Kriegerschaar.\\ | ||
| + | |||
| + | Nun ward ein Tanz gehalten, ’s hätt’s keiner so gedacht,\\ | ||
| + | Da haben die [[volk: | ||
| + | Es geigten da die Baiern, die Fiedeln klangen hell,\\ | ||
| + | Zu Tod hat sich gesprungen manch’ weidlicher Gesell.\\ | ||
| + | |||
| + | Das Schwert, das war die Fiedel, das spielte lustig auf,\\ | ||
| + | Auf Leben und auf Sterben begann der Tanz darauf.\\ | ||
| + | Was haben die Franzosen sich da so leicht gedreht,\\ | ||
| + | Was haben da die Baiern so ritterlich gemäht!\\ | ||
| + | |||
| + | Und als der Morgen graute, viertausend man da fand\\ | ||
| + | Der Welschen, die gefunden den Tod im deutschen Land.\\ | ||
| + | Und als das Spiel geendet, und als der Tanz vorbei,\\ | ||
| + | Da klang vom hohen [[kirche: | ||
| + | |||
| + | Da zogen Freiburgs Bürger mit Frau’n und Mägdelein\\ | ||
| + | Im Gold- und Seidenschmucke zum Münster festlich ein.\\ | ||
| + | Was glänzten da die Wände, was funkelte die Hall!\\ | ||
| + | Was sang wohl heut’ die Orgel mit wundersamen Schall?\\ | ||
| + | |||
| + | Die Weihrauchwolken stiegen bis zu dem Wölbe an,\\ | ||
| + | Die Priester in dem Chore, die huben singend an:\\ | ||
| + | «Te Deum» und es sangen von heil’ger Kraft entflammt\\ | ||
| + | Die Bürger mit den Frauen und Mägdlein allesammt.\\ | ||
| + | |||
| + | Doch um den Tag zu ehren, wie Ehre ihm gebührt,\\ | ||
| + | Hat Christoph Mang die Kirche Loretto aufgeführt; | ||
| + | Die steht seit jener Stunde dort auf den fels’gen Höh’n,\\ | ||
| + | Zum ew’gen Mahl und Zeichen zwei Kreuze morsch dort steh’n.\\ | ||
| + | |||
| + | Wo einst der Schlachtruf dröhnte, da lockt mit lautem Schall\\ | ||
| + | Ein wunderhelles Glöcklein den frommen Betern all’.\\ | ||
| + | Das klingt an jedem Morgen mit silberklarem Klang,\\ | ||
| + | Da singen die Nachtigallen den lieben Morgensang.\\ | ||
| + | |||
| + | Und wer zum Kirchlein wallet, den tränkt der Linden Duft,\\ | ||
| + | Der athmet auf deutschen Bergen noch ächte deutsche Luft.\\ | ||
| + | Ihm rauscht der Schwarzwald Lieder voll andachttrunkner Lust,\\ | ||
| + | Und stärket ihm die Glieder und heitert ihm die Brust.\\ | ||
| //Quelle: [[autor: | //Quelle: [[autor: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/vsfreiburg32.1753951417.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch
