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sagen:volkssageninderlausitz12

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     Mündlich von Pastor Dornick aus Haynewalde     Mündlich von Pastor Dornick aus Haynewalde
  
-Der Breiteberg bei [[geo:Haynewalde]] war einst in seinem Innern von einem Zwergvolke – [[wesen:querx|Querxe]] in der Volkssprache genannt – bewohnt, welches gutartig gewesen ist und Niemanden was zu Leide gethan hat. Der Ort, wo die Zwerge ein- und ausgingen, heißt das Querxsloch; ein [[typ:quelle|Quell]] am Berge der Querxborn. Von ihrem Thun und Treiben erzählt man Folgendes: +Der Breiteberg bei [[geo:hainewalde|Haynewalde]] war einst in seinem Innern von einem Zwergvolke – [[wesen:querx|Querxe]] in der Volkssprache genannt – bewohnt, welches gutartig gewesen ist und Niemanden was zu Leide gethan hat. Der Ort, wo die Zwerge ein- und ausgingen, heißt das Querxsloch; ein [[typ:quelle|Quell]] am Berge der Querxborn. Von ihrem Thun und Treiben erzählt man Folgendes: 
  
 Ein Bertsdorfer Bauer, welcher am Fuße des Breitenberges arbeitete, sah einmal die Zwerge in Menge herauskommen, und hörte einen nach dem andern rufen: wirf mir mein Käppel (Käppchen, Mützchen, so viel als Nebelkappe) heraus. Er rief endlich ebenfalls: wirf mir meins auch heraus; das geschah, und ein Zwerglein sagte ihm, daß sie jetzt nach Bertsdorf gehen und einem Hochzeitschmause beiwohnen wollten. Das Käppchen mache sie unsichtbar; er könne also ebenfalls getrost mitgehen, und werde, so lange als er das Käppchen aufhabe, allen Hochzeitgästen unsichtbar bleiben. Essen und trinken möge er, so viel er wolle und könne; einstecken dürfe er aber durchaus nichts. Der Bauer ging mit, wohnte unsichtbar dem Hochzeitschmause bei und ließ sich Essen und Trinken wohl schmecken; als aber Schweinebraten kam, konnte er der Lust, ein Stück einzustecken, nicht widerstehen. Kaum war dies geschehen, so riß ihm ein Zwerglein das Mützchen vom Kopfe und er saß nun auf einmal, allen Hochzeitgästen sichtbar, in Alltagskleidung am Tische. Das Erstaunen war groß, bis er die Veranlassung zu seinem Kommen und die Anwesenheit der Zwerge erzählte, auch sagte, daß deren einige zwischen jedem Hochzeitgaste säßen. Nun konnte man sichs auch erklären, warum jede Schüssel immer so bald ausgeleert und so viel auf dieser Hochzeit gegessen worden sey. Ein Bertsdorfer Bauer, welcher am Fuße des Breitenberges arbeitete, sah einmal die Zwerge in Menge herauskommen, und hörte einen nach dem andern rufen: wirf mir mein Käppel (Käppchen, Mützchen, so viel als Nebelkappe) heraus. Er rief endlich ebenfalls: wirf mir meins auch heraus; das geschah, und ein Zwerglein sagte ihm, daß sie jetzt nach Bertsdorf gehen und einem Hochzeitschmause beiwohnen wollten. Das Käppchen mache sie unsichtbar; er könne also ebenfalls getrost mitgehen, und werde, so lange als er das Käppchen aufhabe, allen Hochzeitgästen unsichtbar bleiben. Essen und trinken möge er, so viel er wolle und könne; einstecken dürfe er aber durchaus nichts. Der Bauer ging mit, wohnte unsichtbar dem Hochzeitschmause bei und ließ sich Essen und Trinken wohl schmecken; als aber Schweinebraten kam, konnte er der Lust, ein Stück einzustecken, nicht widerstehen. Kaum war dies geschehen, so riß ihm ein Zwerglein das Mützchen vom Kopfe und er saß nun auf einmal, allen Hochzeitgästen sichtbar, in Alltagskleidung am Tische. Das Erstaunen war groß, bis er die Veranlassung zu seinem Kommen und die Anwesenheit der Zwerge erzählte, auch sagte, daß deren einige zwischen jedem Hochzeitgaste säßen. Nun konnte man sichs auch erklären, warum jede Schüssel immer so bald ausgeleert und so viel auf dieser Hochzeit gegessen worden sey.
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 Derselbe Grund, der sie bewog, den Breitenberg zu verlassen, Anschaffung der Glocken, bewog sie auch, den Berg bei [[geo:dittersbacheigen|Dittersbach]] zu verlassen. Frenzel in Nomencl. utriusque Lusat. in Hoffmanni Scriptor. II. p. 36. sagt: Testatur chorographia autoris vetusti districtus dotalitii (des Eigenschen Kreises) avorum proavorumque memoria lemures demum abhinc discessisse. Verba ita sonant: Die Einwohner melden, daß vor der Zeit, ehe die große Glocke ist gegossen worden, so geschehen a. 1514 im Dietrichsbacher Berge Zwerge gewohnt haben. Sie sind oft ins Dorf kommen, und haben sich in die Häuser und Stuben verfüget, also daß die Leute ihrer gar gewohnt gewesen. Nachdem aber die große Glocke gegossen und geläutet worden, hat sie der harte Schall des Erzes, welchen sie nicht erdulden können, vertrieben, daß man derselben bisher keines mehr gespüret hat.“ Derselbe Grund, der sie bewog, den Breitenberg zu verlassen, Anschaffung der Glocken, bewog sie auch, den Berg bei [[geo:dittersbacheigen|Dittersbach]] zu verlassen. Frenzel in Nomencl. utriusque Lusat. in Hoffmanni Scriptor. II. p. 36. sagt: Testatur chorographia autoris vetusti districtus dotalitii (des Eigenschen Kreises) avorum proavorumque memoria lemures demum abhinc discessisse. Verba ita sonant: Die Einwohner melden, daß vor der Zeit, ehe die große Glocke ist gegossen worden, so geschehen a. 1514 im Dietrichsbacher Berge Zwerge gewohnt haben. Sie sind oft ins Dorf kommen, und haben sich in die Häuser und Stuben verfüget, also daß die Leute ihrer gar gewohnt gewesen. Nachdem aber die große Glocke gegossen und geläutet worden, hat sie der harte Schall des Erzes, welchen sie nicht erdulden können, vertrieben, daß man derselben bisher keines mehr gespüret hat.“
  
-//Quelle: Carl Wilhelm Dornick, [[buch:volkssageninderlausitz|Volkssagen in der Lausitz]], Görlitz, 1838; Neues Lausitzisches Magazin, Sechszehnter, Neuer Folge dritter Band, S. 378–386; [[https://de.wikisource.org/wiki/Volkssagen_in_der_Lausitz_(Dornick_und_S.)|Wikisource]]//+//Quelle: Carl Wilhelm Dornick, [[buch:volkssageninderlausitz|Volkssagen in der Lausitz]], Görlitz, 1838; Neues Lausitzisches Magazin, Sechszehnter, Neuer Folge dritter Band, S. 378–386//
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sagen/volkssageninderlausitz12.1706172878.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)